Mittwoch, 29. Juli 2015
Seehunde, Gärten, alte Trümmer
Also sind wir dieses mal über den östlicheren Pass nach Glengarriff gefahren. Wir haben einige Ausschilderungen zu Steinzeitdingen gesehen und haben die gedanklich in das Programm für die Rückfahrt geschrieben. An dem Druids View haben wir angehalten, da wir davon ausgingen, einen rollen Blick in die Landschaft zu haben. Den hatten wie auch. Gleichzeitig gab es dort aber auch mehrere ausgeschilderte Wanderrundwege, die wir uns direkt als weitere Option für die nächsten Tage gemerkt haben. Und es gab einen kurzen Rundweg über altes Farmgelände mit einigen steinzeitlichen Dingen. Das haben wir kurz mitgenommen und sind dann noch in den Shop Molly Gullivans gegangen. Dort gibt es diverse irische Sachen, wie z.B. Wolleklamotten, lokalen Schmuck u.ä. Das war sehr liebevoll gestaltet und sehr anders als die üblichen Touristenshops. Dementsprechend wurde auch etwas mehr gekauft als sonst üblich ist.
Wir sind dann weiter über den Pass nach Glengarriff und wir haben auch direkt einen Parkplatz gefunden. Die Fährgesellschaft zur Fähre war auch ausgeschildert und so haben wir uns die Tickets für die Überfahrt auch sofort gekauft. Dabei sind wir auf eine kleine Schwierigkeit gestoßen, da die keine Kreditkarte akzeptiert haben. Auf unsere Nachfrage, wo man denn einen Geldautomaten finden kann, gab es die Antwort, dass es in dem Dorf wohl keinen gäbe. Aber in dem Dorf, das 15-30 Minuten entfernt ist, gäbe es vermutlich einen. Also haben wir alle unsere Bargeldvorräte angeschaut und konnten dann auch tatsächlich Tickets lösen und zur Insel rübersetzen.
Auf dem Weg zur Insel sind wir an 2 Steinen vorbei gefahren, auf denen diverse Seehunde inkl. Nachwuchs lagen. Sehr niedlich und total entspannt, wie die da lagen.
Auf der Insel mussten wir dann noch separat Eintritt zahlen, was uns aber vorher gesagt wurde und somit schon in den Bargeldvorräten eingeplant war.
Direkt vor dem Eingang hing ein großes Schild, das darauf hinwies, dass die Insel schwere Sturmschäden im Winter abbekommen hat und somit diverse Erholungsmaßnahmen und Wiederaufbau stattfinden. Die gesamte Insel ist in verschiedene Gärten und Themen eingeteilt und durch das grundsätzlich milde Klima wächst eine große Auswahl an Pflanzen dort. Das war schon sehr hübsch angelegt alles und einige Gewächse waren auch beeindruckend.
Auf dem Rückweg ging es erneut bei den Seehunden vorbei, die immer noch malerisch und idyllisch auf ihren Steinen lagen.
Es gab einen kurzen Rundweg entlang einer kleinen Ausbuchtung direkt am Anleger. Das konnten wir uns nicht nehmen lassen und haben von dort auch noch Aussicht und etwas Wald genossen. In Glengarriff gibt es übrigens noch viel von dem ursprünglichen Wald, der einst Irland zum Großteil bedeckte.
Wieder am Dorf angekommen, musste erstmal ein bisschen Mittagessen eingenommen werden, bevor wir den ausgeschilderten Weg entlang der Küste machen. Im Dorf gab es genug Auswahl und somit ging es frisch gestärkt auf den Weg. Diese Tour war erschreckend schnell vorbei. Die Karte hat alles sehr viel größer dargestellt als es eigentlich war. Nun ja, wir haben uns ja für den Rückweg Optionen offen gehalten.
Nun sind wir auf dem Weg nach Kenmare zu dem Bonana Heritage Park abgebogen. Dort gibt es aus verschiedenen Perioden historische Sachen zu sehen. Stein-, Bronze- und Eisenzeitliche Bauten findet man dort. Das war interessant gemacht und hat uns noch einen netten kleinen Weg bereitgestellt. Wie waren just zu dem Zeitpunkt fertig, wo der Park geschlossen wurde. Perfektes Timing also.
In Kenmare haben wir noch unseren Einkauf erledigt uns auch einen Geldautomaten gefunden. Wir möchten ja nicht, dass uns ein geringer Bargeldvorrat eventuell zum Verhängnis wird.
Dienstag, 28. Juli 2015
Muckross Lake und Wasserfälle
Basierend auf der Wettervorhersage konnten wir unseren Plan beibehalten, eine größere Wanderung am Muckross House zu unternehmen. Genannt ist diese Strecke Muckross Lake - A Royal Route. Wie man dem Namen entnehmen kann, geht der Weg um den Muckross Lake herum. Eine sehr schöne Strecke durch viel Wald und Parklandschaft auf gut gemachten Wegen. Mittendrin gab es ein Café, so dass das alles wirklich recht gemütlich war. Inklusive dem kleinen Umweg zu dem Torc Wasserfall sind wir gute 15 Kilometer gegangen. Inklusive Pausen (u.a. im Café) und Fotostopps waren wir 5,5h unterwegs. Der Weg zum Wasserfall war etwas anstrengend, da man ein wenig Steigung zu überwinden hatte, um zum oberen Ende vom Wasserfall zu kommen.
Einkaufen mussten wir wie üblich auch und auf dem Rückweg über den Pass haben wir noch an einer Stelle gehalten, um einige weitere Meter zu einem spektakuläreren Wasserfall zu machen.
Wie es bei relativ warmen Wetter (ca. 15°C im Schatten) und viel Feuchtigkeit (durch den Regen und den See) üblich ist, gibt es auch eine nicht zu vernachlässigende Anzahl Mücken. Gefühlt haben die mich vollständig aufgefressen. Zugegeben, Kosh hat auch einige Stiche abbekommen, aber für den Rest scheine ich mal wieder ein perfekter Mücken Schutz gewesen zu sein. Das Zählen lass ich mal lieber, da die Viecher mich nicht nur an den Armen, sondern auch zwischen Haaren und Bart am Kopf zerstochen haben. Dreckszeug.
Aber der Weg, die Aussicht und die Strecke war schön und da es nur ab und an mal einen Schauer gab, war das insgesamt auch alles sehr gelungen.
Am Abend haben wir ausnahmsweise nicht selbst gekocht, sondern haben im Pub am Hafen gegessen. Dieser Pub war uns von unserem Vermieter empfohlen worden und angeblich hat der Pub auch im letzten Jahr für sein Essen einen Preis gewonnen. Das Essen war wirklich lecker und wir hatten ziemliches Glück, überhaupt einen Platz zu bekommen.
Montag, 27. Juli 2015
Adventure-Tour Beara
Wir sind dazu dem Ring of Beara gefolgt. Diese Straße führt um diese Halbinsel herum und ist auch gleichzeitig der Wild Atlantic Way. Und wild war der Atlantik definitiv.
Für den Weg haben wir uns zwei Rundwanderungen mit ca. 2 Stunden Länge herausgesucht.
Der erste Weg sollte etwas nördlich von Ardgroom starten. Den Startpunkt haben wir auch knapp über Meeresspiegel gefunden und dort auch geparkt. Ein großes Schild hat den Weg gewiesen und beschrieben. Das passte auch mit den Infos, die wir vorab gesammelt hatten. Also sind wir mit wärmenden und wind- und regenabweisenden Schichten losgetigert. Nach einigen 100 Metern an der Straße entlang sollte es eine Abzweigung nach links geben. Die haben wir nicht gefunden. Dafür kam nach einigen weiteren Metern ein Elektrozaun mit Kühen dahinter. Zusätzlich konnten wir an dem Hügel, an dem der Rückweg entlang gehen sollte, Markierungen gesehen. Da habe wir den Beschluss gefasst, von unten neu zu starten und gegen die vorgesehene Wanderrichtung zu wandern.
So ging es also erst zu einer hübschen Höhle, die vom Wasser durchbrochen wurde. Auf unserer Seite kamen nur leichte Wellen an, während vor der Höhle die Wellen ordentlich brachen. Anschließend ging es am Hügel auf der landesinneren Seite entlang. Der Weg war ziemlich matschig und je weiter wir uns dem Halbinselende näherten, umso heftiger erwischte uns auch der Wind. Der Ausblick war zwar hübsch, aber mit achönem Wetter besser gewesen.
Der Rückweg ging dann an der Wasserseite entlang. 2 von uns haben beschlossen, nicht den echten Rückweg zu gehen, sondern lieber den Hinweg zu nehmen, da es ihnen zu gefährlich erschien, bis zu 50 Meter über dem Wasser halbwegs dicht an der Kante zu gehen.
Der Weg war meines Erachtens besser als der Hinweg und durch den auflandenden Wind bestand auch überhaupt keine Gefahr herunterzufallen. Die Fernsicht hätte natürlich gerne vorhanden sein dürfen, aber das recht wilde Wasser mit dem gegenüberliegenden Ufer im Dunst und Regen war sehr stimmungsvoll.
Am Auto haben wir dann auch die beiden anderen wiedergetroffen.
Wer diesen Weg allerdings als leicht und für jede Form von Fitness eingestuft hat, fragen wir uns aber schon. Es wäre auch recht hilfreich gewesen, wenn die Karte und/oder Wegbeschreibung aktuell gehalten würden.
Weiter ging es an einige Aussichtspunkten vorbei zu dem nächsten Ausläufer der Halbinsel - nach Kilcatherine - gefahren. Die Straße wurde zunehmend schlechter, aber wir sind bis zum Ende gefahren. Dort konnte man auch glücklicherweise halten und auch wenden. Das wäre sonst etwas ungünstig geworden. Die Wellen dort waren genial und absolut beeindruckend. Wir stand einige Meter über dem Meer und hatten freie Sicht auf die ankommenden Wellen. Und die kamen zahlreich und hoch und brandeten dann an den Felsen. Etwas störend war die Salz- und Gischtkruste auf der Brille und den Kameralinsen, die sich in gefühlt einer halben Sekunde nach dem Ausstieg aus dem Auto formte.
Der nächste längere Hält war dann in Eyeries. Bevor wir uns auf den Weg zu der kleinen Tour gemacht haben, mussten wir auf dem Ring of Beara allerdings recht abrupt bremsen, da eine Herde Kühe mit ihren Kälbern auf der einspurigen Straße stand. Es war auch kein Viehtrieb, sondern einfach nur bekloppte Viecher, die nicht so recht wussten, wo sie hin wollten. Hupen wollten wir nicht, weil wir Mutterkühe für etwas unberechenbar hielten, wenn sie in Panik geraten sollten. Eigentlich sollten sie hupende Tourismus kennen, wenn sie das häufiger machen, aber wir haben dann doch den sichereren Weg gewählt und haben Sakura die Kühe verscheuchen lassen.
In Eyeries angekommen, haben wir uns ein total niedliches Café gesucht, das in einem leicht umgebauten Wohnhaus war. Wir haben uns Sandwiches, Scones und Getränke bestellt und uns dann in das Wohnzimmer gesetzt, das nur ein paar mehr Sitzgelegenheiten hatte. An der Wand hingen Familienfotos und Abzeichen und so. Total niedlich. Die ältere Dame hat uns sehr großartige Sandwiches gemacht. Richtig liebevoll mit Gemüse drin und so.
Danach waren wir gestärkt genug, fast 2 Stunden an der Küste entlang zu gehen. Dieses mal war es flache Küste mit Steinstränden. Sehr hübsches Kontrastprogramm zu den schrofferen Steinen vorher. Hierbei mussten wir offiziell durch eine Kuhherde wandern. Wir sind davon ausgegangen, dass der Bauer schon keine bösartigen Kühe auf den offiziellen Weg stellt. Ein gewisser Teil von uns wollte möglichst schnell über die Weide gehen. Sobald die großen Kühe von uns weg gingen und nur noch ein paar neugierige Kälber um uns standen, war der vorher skeptische Teil unserer Gruppe von dem schnellen überqueren nicht mehr überzeugt, sondern musste in Ruhe Fotos von den Kälbern machen.
Von der Küste konnte man auch einen schönen Blick auf Eyeries werfen, dessen Häuser alle in unterschiedlichen Farben gestrichen sind. Auch sonst gibt es in dem Dorf einen Kunstweg, der uns nun nicht wirklich interessiert hat, aber eigentlich eine schöne Idee für ein so abgelegenes Dorf ist.
Der Rückweg von Eyeries ging dann über den Healy Pass. Jedenfalls glauben wir das. Wir haben unterschiedliche Quellen, die sich gegenseitig widersprechen. Und nachdem wir schon gemerkt haben, dass die Iren das mit Karten nicht so haben, glauben wir der Aussage mit den besten Indizien.
Der Pass war auch sehr hübsche, wobei auch hier schöneres Wetter natürlich noch toller gewesen wäre.
Sonntag, 26. Juli 2015
Muckross
Der heutige Morgen war recht trüb und wolkenverhangen. Nach einem längeren Frühstück haben wir den Weg in Richtung Killarney angetreten. Das liegt knapp eine Stunde von uns entfernt und ist super touristisch und war auch dementsprechend voll. Dafür konnten wir aber auch am Sonntag in die Touriinfo, während alle näheren Sonntags geschlossen sind.
Auf dem Weg haben wir zunächst die Öffnungszeiten des Supermarkts in unserem nächstgelegenen Ort Kenmare ausgekundschaftet. Die sind am Sonntag nicht so ewig wie wir es sonst bisher erlebt haben.
Dann ging es über den Pass nach Muckross, auf das ich später zurück komme, und Killarney. Auf dem Pass mussten wir natürlich ein paar Stopps einlegen, um die vielversprechenden Ausblicke auf die Landschaft festzuhalten. Leider hat sich das Wetter nicht so richtig gebessert und auch wenn es gerade nicht geregnet hat, so war es doch größtenteils von Wolken geprägt, was die Fernsicht doch auch etwas trübte.
In Killarney haben wir bei der Touriinfo ein paar Informationen zu Wanderungen in der Umgebung eingeholt und sind dann ein kleines Stück zurück nach Muckross gefahren.
In Muckross gibt es mehrere Sehenswürdigkeiten, die alle sehr dicht beieinander liegen.
Angefangen haben wir mit dem Muckross House. Das ist ein alter herrschaftlicher Sitz, der mittlerweile als Museum fungiert. Die 1,25 stündige Führung war sehr interessant und die alte Einrichtung hervorragend konserviert und dargestellt.
Weiter ging es zu der Traditional Farm, die mehr oder minder gegenüber von dem Haus liegt. Das alles ist übrigens in hübschen Gärten eingebettet. Dort gab es Informationen zu dem früheren Leben auf Bauernhöfen und den verschiedenen Bauernhofhäusern. Außerdem gab es viele verschiedene Tiere, die man auch teilweise streicheln durfte. Total niedlich die Viecher.
Natürlich sind auch ein paar Ziegen aus ihrem Gehege ausgebüxt. Die haben wir ein gutes Stück von ihrem Land getroffen, wie sie am Wegesrand rumgrasten. Dann sind sie uns bis zum Ausgang gefolgt, wo sie wieder zu ihrem Gehege getrieben werden sollten. Als wir ne Weile später außerhalb des Geländes auf dem Weg zur Klosterruine waren, haben wir sie an Stellen blöken gehört, wo sie definitiv nicht in ihrem Gehege waren. Entweder war der Trieb nicht so richtig erfolgreich oder die Bücher sind schon wieder stiften gegangen. Richtig intelligent haben sie sich jedenfalls schon auf dem Rundweg der Farm nicht angestellt.
Der weitere Weg ging für uns dann zur Klosterruine. Interessant ist dort, dass ein sehr alter Eibenbaum im Inneren des Kreuzgangs steht. Insofern war dieser Anblick doch noch mal etwas anders als bei den bisherigen Ruinen. Und während man für das Haus und die Farm Eintritt zahlen musste, war die Ruine einfach so auf dem Gelände und dem Park zugänglich.
Da es mittlerweile Bindfäden regnete, haben wir beschlossen, dass wir nicht zum Wasserfall wandern, sondern Einkaufen gehen und dann nach Hause fahren.
Samstag, 25. Juli 2015
Irlandquerung
Eigentlich müsste der Titel eher Irlandlängsung heißen, da wir für den Cottage Wechsel ein mal längs durch Irland fahren mussten.
Dafür sind wir einigermaßen zeitig losgefahren. 5,5h waren laut Navi angesetzt und wir haben uns auch vorgenommen bei der einen oder anderen Sehenswürdigkeit anzuhalten.
Je weiter wir von Sligo wegfuhren, umso weniger braune Schilder mit dem Hinweis auf Sehenswürdigkeiten tauchten auf.
In Claregalway haben wir eine weitere Klosterruine gefunden, wo wir kurz gehalten haben. Durch den Besuch der anderen Ruinen konnte man viel von den Räumen wieder erkennen, die in den vorherigen beschrieben waren.
Dann ging es immer weiter und der nächste Stopp war bei Bunratty Castle. Das ist ein mittelalterliches Quadratschloss mit größerem Gelände rundherum. Da wir aber nicht so richtig viel Zeit hatten, sind wir nicht reingegangen. Dafür hätten wir bestimmt einen halben Tag gebraucht.
In Killarney haben wir eingekauft und sind dann zu unserem Haus gefahren, das sehr genial süd-westlich von Kenmare am Hügel liegt. Die Anfahrt ist ein bisschen steil, aber der Ausblick ist genial. Wir können vom Wohnzimmer direkt einen ordentlichen Teil der Bucht von Kenmare sehen. Nun wäre es noch nett, wenn die Wolken sich verzögen. Der Wetterbericht ist wohl noch nicht vollständig davon über zeigt, aber den bekommen wir auch noch dahin.
Sehr schön ist auch, dass die Deko hier im Cottage sehr passend für uns ist. Wir haben hier Lord of the Rings-Poster, Holzdinosaurier und - insbesondere für Ranwen wichtig - Muscheln.
Freitag, 24. Juli 2015
Mine und See
Das Wetter sah heute morgen wieder eher wechselhaft aus, so dass wir uns für die Arigna Mining Experience entschieden haben. Dabei handelt es sich um eine Mine, die bis 1990 Kohle gefördert hat.
Es gibt dort eine Tour durch die Mine, die von ehemaligen Arbeitern geführt wird. Das war sehr interessant gemacht und man merkte dem Führer auch an, dass er dort mal gearbeitet hat. Dabei angeschlossen ist auch ein kleines Museum, was diverse Exponate und einige Informationstafeln präsentiert. Auch hier lässt sich im Vergleich zu den Minenbesuchen im letzten Jahr wieder feststellen, dass eine entsprechende Präsentation sehr variabel sein kann. Der Besuch hier ist definitiv empfehlenswert.
Weiter ging es dann nach Boyle, wo wir eigentlich in der Nähe einen Portaldolmen sehen wollten. Der ist - auch laut Reiseführer - sehr schwer zu entdecken. Da es an der vermuteten Stelle keine Parkmöglichkeiten gab, haben wir die Suche aufgegeben und haben uns lieber die Abteiruine in Boyle angeschaut. Dieses mal haben wir nicht den Gruppentarif bekommen, sondern wurden als Studenten eingebucht, obwohl wir klar gesagt haben, dass wie keine wären. Aber der Kassierer war eh großartig, da er uns erst noch einen Abriss über die Historie gegeben hat.
Insbesondere einige Steinmetzarbeiten sind erstaunlich gut erhalten. Auch spannend, dass sie in der Zeit des Erbauens den Stil geändert haben und somit eine Seite gothische und die andere Seite romanisch Säulen hatte.
Von Boyle sind wir an das Lough Gill gefahren. Dort gab es mehrere Parkplätze mit verschiedenen kurzen Wanderungen. Angefangen haben wir mit der Tour am Dooney Rock. Das ist ein Kalkstein, der etwas unmotiviert im Wald am See rumliegt und darauf wartet, dass Leute vorbeikommen und ihn sowie die Aussicht anschauen und genießen.
Weiter ging es um den See. Am Parke Castle haben wir noch kurz gehalten. Allerdings wirkte das jetzt nicht so richtig einladend auf uns und somit sind wir weiter gefahren.
Nach ein paar Fotostopps haben wir uns getrennt. Ein Teil ist noch am See geblieben und ist dort gewandert.
Alca, Kari und ich sind währenddessen zum Einkaufen gefahren. Anschließend haben Alca und ich Kari am Cottage abgesetzt und sind noch zu der Mühlenruine gefahren und dort spazieren gegangen. Da gab es auch noch einige sehr hübsche Sichten auf Wasserläufe und Wasserfälle.
Bei unserer Rückkehr haben wir uns langsam an das Sachenpacken und Essenkochen gemacht. Heute war ja der letzte Tag in diesem Cottage. Morgen fahren wir in den tiefen Süden. Das Navi sagt 5,5h Fahrt. Mal schauen, wie lange wir wirklich brauchen.
Donnerstag, 23. Juli 2015
Wasserfälle
Heute haben die Wetterschafe (also die Schafe vor unserem Cottage) von gutem Wetter gesprochen. Zu erkennen ist das daran, dass sie unten vor dem Cottage stehen und teilweise nach oben steigen. Als es nämlich geregnet hat, waren sie nicht vor dem Cottage.
Wir haben uns auf einen längeren Walk am Glencar Waterfall vorbereitet. Den Wasserfall hatten wir ja schon vor 2 Tagen angeschaut und dabei festgestellt, dass es noch einen Weg gibt, der auf den Hügel rauf führt. Angeschrieben stand er mit 7 km. Da es nur einen Weg gab und kein Rundweg angeschrieben stand, sind wir von 7km einfache Strecke ausgegangen. Während unserer Tour haben wir dann gemerkt, dass es doch die Angabe für Hin- und Rückweg war und wir somit völlig über ausgestattet waren, was unsere Ausrüstung anging.
Der Weg ging über rund 2km rund 10% bergauf. Die restlichen 1,5km waren dann nur noch ein paar gemütliche Meter. Für untrainierte Flachlandbewohner ist der erste Teil durchaus anstrengend gewesen. Es gab aber einige sehr hübsche Ausblicke. Jedenfalls zu den Zeiten wo es gerade nicht geregnet hat. Da es aber eh alle paar Minuten dort oben das Wetter gewechselt hat, musste man nur kurz warten.
Auf dem Weg hinab sind wir dann in einen Viehtrieb geraten. 5 von uns haben es noch an die äußeren Rand der Serpentine geschafft, während Ranwen zwar am Wegesrand stand, die Schafe aber gehörigen Respekt vor ihr hatten und deshalb erstmal nicht weiter gehen wollten.
Unten angekommen haben wir uns am Parkplatz ein Softeis gegönnt und Mittagspause gemacht. Da der Weg kürzer als erwartet war, haben wir unsere weiteren Ideen ausgetauscht.
Devils Chimney wurde unser nächstes Ziel. Dort sind nur Alca, Julia und ich hoch gegangen, da der Wasserfall schon von der Straße sichtbar eher auf Sparflamme lief. Der Weg war großartig angelegt und es gab auch da wieder richtig hübsche Ausblicke.
Auf dem Weg zum Cottage sind wir noch an dem Benbulbin Forest Walk vorbeigekommen. Den musste wir unbedingt mitnehmen und hat auch wieder unglaublich kitschige Ausblicke auf die Umgebung bekommen. Wir konnten problemlos zu den Klippen schauen an denen wir ja gerade einen Tag vorher waren.
Nach einem kurzen Stopp im Cottage sind wir noch den Gleniff Horseshoe gefahren. Man kann den auch gehen, aber da das nur auf Asphalt gewesen wäre, haben wir das lieber nur mit dem Auto gemacht. Dabei haben wir noch eine ruinierte Mühle gesehen, an der man noch zu einem kleinen Wasserlauf spazieren konnte. Da es aber zum Abend ging und wir doch etwas hungrig wurden, haben wir dann als nächstes Bundoran angesteuert, wo wir für gewöhnlich einkaufen.
Wir sind während der Fahrt durch einen Scenic Drive leicht abgelenkt worden, wo wir an einem Aussichtspunkt zu dem Eagles Rock vorbei kamen. Das ist ein Felsen, der wie ein Adlerschnabel gebogen ist und von dem Rest des Berges getrennt ist. Von vielen anderen Seiten ist dieser Riss nicht zu erkennen.
Auf dem weiteren Weg über die Scenic Route haben wir dann kurzfristig den Beschluss gefasst, in Bundoran zum Inder zu gehen und dort zu essen. Das Essen im Taj Mahal dort war sehr lecker. Falls da mal jemand in der Gegend ist, kann man das super machen.
Am Abend haben wir noch ein paar Optionen für morgen ausgeschaut und den weiteren Abend ausklingen lassen.
Mittwoch, 22. Juli 2015
Slieve-League-Klippen
Entgegen der üblichen Regenarien am Morgen gab es heute Morgen direkt Sonnenschein. Das hatten wir auch natürlich auch verdient, insbesondere weil wir ein Geburtstagskind dabei hatten.
Auf dem Plan standen die Klippen am Slieve League. Dabei wollten wir sie von oben und unten anschauen. Und da bietet sich laut Lonely Planet eine Bootstour von Teelin an. Um dort aber auch die Buchung vorzunehmen und zu checken, ob die heute überhaupt fahren, sind wir nach Donegal in die Touristeninformation gefahren. Die haben dort für uns angerufen und wir konnten auf die Tour um 12 Uhr. Von Donegal musste man eine Stunde Fährt einplanen und da wir früh unterwegs waren, konnten wir noch eine halbe Stunde lang in Donegal verbringen.
Dort gab es noch eine Klosterruine direkt am Wasser, die seit einigen Jahrhunderten als Friedhof genutzt wird.
Der Weg nach Teelin war recht spektakulär, da man oft einen Blick auf die Küste hatte und die Straßen auch nicht immer die breitesten waren.
Mit der typisch deutschen Verfrühung (gibt es ein Gegenteil von Verspätung?) standen wir an dem recht überschaubaren Pier. Unser Boot kam aber recht bald und wir sollten schon mal einsteigen, während der Skipper noch mit jemandem redete.
Das Boot ist übrigens für 12 Passagiere und 2 Crewmitglieder zugelassen. Dementsprechend klein war es auch. Mitgefahren sind der Skipper und 11 Passagiere. Vor der Abfahrt gab es für 2 Passagiere zwangsweise eine Rettungsweste, da unter 16-jährige dazu verpflichtet sind.
Wir wurden mehrfach darauf hingewiesen, dass das Wasser etwas rauer ist und dass wir an mehreren Stellen gefragt werden, ob es für alle OK ist und dass er zur Not umdreht und diejenigen absetzt, die sich unwohl fühlen. Natürlich auch nur bis zu einer gewissen Stelle, da sich sonst die Rückfahrt nicht lohnt.
Und dann ging es los. Die Fährt war genial. Je näher wir an die Klippen kamen, umso rauer wurde die See. Die Sicht war genial, das Wetter gut und die Wellen wirklich hoch. Das Boot hat der Wellenbewegung recht stark gefolgt und die Wellen kamen durchaus mal auf Rehlingniveau. Sie sind gerade nicht rüber geschwappt, aber das war schon ein Erlebnis. Auch für das Drehen vor den Klippen wurden mehrere Anläufe gebraucht. Allerdings hatten wir zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, dass es wirklich gefährlich wäre.
Diese Fahrt hat vielen Vergnügungsparkfahrten Konkurrenz gemacht. Wirklich großartig. Na gut, eins der Kinder musste sich eine Weile an die Rehling setzen, da es ihm wohl nicht so richtig gut ging. Das war ja aber glücklicherweise nicht unser Problem.
Nach 1,5 Stunden waren wir wieder zurück im Hafen. Falls jemand mal hier in der Nähe ist, fragt definitiv bei dem Skipper an. Zu erreichen ist er unter www.SliabhLeagueBoatTrips.com.
Anschließend sind wir zu dem ersten Parkplatz oben gefahren. Dort kann man gemütlich 45 Minuten zu dem Aussichtspunkt spazieren. Man hätte da auch hinfahren können, aber ein kleiner Fußweg war schon angebracht.
Die Sicht von dort war auch spektakulär, aber da man auf einem Teil der Klippen gewandert ist, konnte man von denen natürlich wenig sehen. Aber die Landschaft ist genial da.
Leider war es nach der Wanderung auch schon entsprechend spät, dass wir uns auf den Heimweg gemacht haben. Dabei haben wir noch an einem Café Halt gemacht um uns für die Rückfahrt zu stärken.
Auf dem Weg sind wir noch an einem kleinen Craft Village vorbeigekommen. Eigentlich wollten wir uns dort noch ein bisschen daa lokale Kunsthandwerk anschauen, aber es war schon geschlossen.
Insgesamt war dieser Tag mit den Klippen und der Bootsfahrt ein absolutes Highlight.
Dienstag, 21. Juli 2015
Gräber, Küste, Wasserfall
Die Titel werden hier irgendwie nicht kreativer. Aber es gibt eine sehr gut kurze Zusammenfassung über das, was wir gemacht haben.
Der Tag begann wie üblich mit jede Menge Regen. Immerhin fiel er dieses mal senkrecht und nicht waagerecht.
Wir haben erstmal ein ausgedehntes Frühstück gehabt und sind, obwohl es nicht richtig aufgehört hat zu regnen, in Richtung Sligo gefahren.
Dort haben wir heute wirklich Carrowmore Megalithic Cemetery angeschaut und sind nicht wie vor 2 Tagen fälschlicherweise nach Carrowkeel gefahren.
Der Kassierer hat uns direkt als Gruppe eingebuchtet, was ein wenig Eintrittsersparnis brachte. Außerdem sind direkt vor uns 2 Reisegruppen angekommen, so dass wir erstmal zu den Gräbern geschickt wurden, die in der Tour der Reisegruppen nicht enthalten waren. Das war schon mal ein netter Einstieg. Der Regen hatte sich auch verzogen und hat zunehmend eine ansprechende Weitsicht preis gegeben.
Wir hatten sehr viel Spaß auf der Anlage. Es sind dort u.a. auch diverse Schwalben rumgeflogen, was in Kombination mit Fotos zu lustigen Gesprächen führte. So kam es, dass Julia eine Schwalbe fotografieren wollte und dabei den Sportmodus ihrer Kamera lobte. Daraufhin wunderten sich andere, warum sie denn den Sportmodus für die Gräber nutzen wolle - so schnell sind die ja nun nicht.
Auch sonst war es informativ und es ist schon spannend, fast 6000 Jahre alte Trümmer anzuschauen.
Ein paar Kilometer weiter und auch in Sichtweite von Carrowmore ist ein Hügel auf dem ein Hügelgrab aufgetürmt ist. Dort kann man ein paar Meter mit dem Auto zu einem Parkplatz hochfahren und darf die restlichen Meter des 328 m hohen Plateaus des Knocknarea hochgehen. Dabei ist der Weg größtenteils einfach direkt hinaufgehend. Also jedenfalls waren in dem Weg keine Serpentinen für den Anstieg eingebaut.
Die Aussicht von dort war absolut großartig und genial. Es war zwar recht zugig, aber das verwundert auch nicht weiter, da der Hügel direkt am Atlantik liegt und nichts im Weg steht, um den Wind aufzuhalten.
Nach dem Abstieg haben wir uns an dem Parkplatz einen Crêpe gegönnt und sind dann auf die andere Seite der Bucht in Richtung Easkey gefahren. Der Ort soll einer der besten Surforte in Europa sein und deshalb haben wir uns dort tolle Wellen erhofft. Der ausgeschilderte Strand für Surfer war dann eher ernüchternd. Die Wellen dort waren nicht sonderlich beeindruckend und die Türen des Toilettenhäuschens war zugemauert.
Auch sonst war der Ort eher deprimierend. Es wirkte zwar nicht richtig ausgestorben, aber es hatte definitiv viel von einer zukünftigen Geisterstadt.
Wir haben dann beschlossen, langsam den Rückweg über die Küstenstrecke anzutreten. Der Weg führte über Aughris Head. Dort soll man häufiger Delfine und Seehunde und diverses Vogelgetier sehen können. So richtig was gesehen haben wir da aber nicht. Gut, vermutlich hat die Ebbe auch nicht unbedingt dabei geholfen, dass die Seehunde und Delfine nicht zu sehen waren. Aber auch dort wirkte einiges recht unbelebt.
Da man hier auch bei geringen Distanzen nicht zu wenig Zeit einplanen sollte, haben wir den nächsten Laden auf dem Rückweg angesteuert, um Zutaten zum Abendessen einzukaufen.
Auf dem weiteren Rückweg haben wir dann noch einen ausgeschilderten Wasserfall angesteuert. Der Glencar Waterfall liegt am gleichnamigen See an dem auch direkt ein Parkplatz bereit steht. Der Wasserfall war richtig hübsch und wir konnten lustig mit verschiedenen Blenden, Belichtung u.ä. rumspielen.
Zusätzlich war eine Wanderung zu einem anderen Wasserfall ausgeschildert, der wir uns in den kommenden Tagen widmen wollen.
Montag, 20. Juli 2015
Auf der Suche nach trockenerem Sonnenschein
Erneut sind wir bei Wind und Regen aufgewacht. Der Regen kam sehr waagerecht und es wurde auch im Laufe des Frühstücks nicht besser. Mit Regen haben wir ja gerechnet, aber möglichst nicht durchgehend.
Wir haben uns dann für eine kleine Nordtour entschieden. Zunächst ging es nach Bundoran. Dort war es recht trocken und somit haben wir nicht nur die Touristeninformation auf der Suche nach Bootstouren, Wanderwegen und Flyern überfallen, sondern sind auch an der Promenade und Küste entlang spaziert. Dabei haben wir dann auch einen Pool direkt am Meer gefunden, wie wir es bisher nur aus Australien kannten. Dabei handelt es sich um Abgrenzungen direkt zum Meer, die allerdings so gebaut sind, dass Meerwasser zufließen kann, man selbst aber nicht wirklich abgetrieben werden kann.
Da die Bootstouren in Bundoran eher begrenzt sind, haben wir den nächsten Ort Donegal angesteuert. Dort gab es in der Touriinfo auch mehr Angebote und eine Tour sollte laut Flyer gegen 13 in einem Ort ca. 30 Minuten entfernt stattfinden. Auf Nachfrage kam dann leider heraus, dass auf dem Meer das Wetter wohl nicht so wirklich viel besser ist. Jedenfalls fiel die Fährt aus. In Donegal wurde aber auch ein Schloss empfohlen zu dem wir dann hingetrabt sind.
Das war von außen jedoch schon recht unspektakulär, so dass wir uns gegen den Eintritt entschieden haben. Nach einem kleinen Abstecher in einen Laden hat es wieder überzeugend angefangen zu regnen. Wir haben dann kurz konferiert und die wilde These aufgestellt, dass das Wetter weiter nördlich bestimmt besser ist.
Also sind wir über Ardara dann die Scenic Route nach Rosbeg gefahren. Dort war das Wetter auch tatsächlich trocken und wir konnten eine Weile am von der Tide freigespültem Gelände spazieren gehen.
Um die Scenic Route zu beenden, sind wir entsprechend weiter in Richtung Portnoo und nicht auf dem direkten Weg zurück gefahren.
Die Entscheidung war auch absolut genial, da wir so richtig genialen Blick auf die Bucht und den Atlantik bekommen haben. In Portnoo mussten wir auch einfach nochmal aussteigen und am Strand entlang gehen. Die Sonne kam mehrfach raus und das Wasser war Ähnlichkeit türkisfarben wie man es aus den Karibikkatalogen kennt.
Nun hatten wir die Hoffnung, dass das Wetter bei uns auf der Halbinsel sich auch gebessert hat. Wir sind also wieder zurück und während der Fahrt hat es zwischendurch doch wieder ordentlich geregnet.
Nach dem Einkauf in Bundoran haben wir beschlossen, dass es noch früh genug ist, mal zu der Halbinsel Mullaghmore zu fahren. Dort sollen wohl gerne mal höhere Wellen vom Atlantik angespült werden. Außerdem gibt es einen Wanderweg um die Halbinsel, der nicht allzu lang ist und noch gut vor die Rückfahrt passte.
Das Wetter hat auf Mullaghmore auch mitgespielt. Je weiter wir der Atlantikküste ausgesetzt waren, umso windiger wurde es. Allerdings musste man sich nicht im 45°-Winkel gegen den Wind lehnen, sondern konnte relativ normal gehen.
Die Wellen waren jetzt nicht wirklich spektakulär, aber der Weg hat sich trotzdem sehr gelohnt. Schade nur, dass der Wanderweg der Straße entsprach und wir somit die ganze Zeit auf Asphalt gehen mussten.
Auf dem Nachhauseweg hatten wir noch einen Punkt, den wir angesteuert haben: Creevykeel Court Cairn. Das ist eine kleine Megalithanlage aus dem 3. Jahrtausend vor Christus. Viel zu sehen ist nicht mehr, aber in voller Pracht war das schon gar nicht so klein.
Für morgen ist noch kein Plan vorhanden, aber ich bin mir sicher, dass wir nach dem Essen noch ein paar Ideen ausbrüten.
Sonntag, 19. Juli 2015
Sligo, Hügelgräber, Küste
Heute ist der erste volle Tag in Irland. Heute Nacht hat es geschüttet ohne Ende. Entsprechend feucht war es heute Morgen auch noch, wobei es nur noch ein bisschen Niesel war. Nun wollten wir uns von dem eher flüssigen Sonnenschein nicht abhalten lassen und hatten den Entschluss gefasst, in eine der größeren Städte zu fahren, um dort in der Touriinfo nach ein paar aktuellen Informationen zu kleineren Wanderungen und interessanten Orten zu schauen.
Also ging es erstmal nach Sligo. Dort sollte laut einigen Reiseführern trotz des heutigen Sonntags die Touriinfo geöffnet sein. Auf dem Weg dorthin hat der Regen aufgehört und wir haben auch direkt einen Parkplatz gefunden. Da wir zur Hauptzeit der Messen (also katholischen Gottesdiensten) unterwegs waren, war es - abgesehen von den Parkplätzen vor Kirchen - recht leer. Gut, wir haben in Sligo auch festgestellt, dass die Geschäfte erst um 12 öffnen, was in Anbetracht der Gottesdienste auch nicht so richtig verwunderlich ist. Vorteil ist aber auch, dass die Parkplatzkosten erst ab 12 Uhr fällig werden.
In der Stadt haben wir die Touriinfo auch schnell gefunden. Leider sagte das Schild dort allerdings, dass am Sonntag gar nicht geöffnet wird. So viel zu dem Thema.
Also sind wir einfach so durch die Stadt gegangen. Das Städtchen ist echt niedlich und an dem vorhandenen Fluss konnte man hübsch entlang flanieren.
Während unseres Weges sind wir auch an der Sligo Abbey vorbeigekommen. Die Sligo Abbey ist eine World Heritage Site, was ja schon zumindest eine gewisse Empfehlung sein kann.
Die Abbey ist eine schicke Ruine mit diversen historischen Informationen. Der Eintritt hat sich auf jeden Fall sehr gelohnt.
Da es auch Hügelgräber in der Umgebung von Sligo gibt, sind wir in Richtung Carrowkeel Megalith Cemetery gefahren. Obwohl es nur 25-30 km entfernt ist, hat das Navi direkt lockere 45 Minuten angezeigt. Der Weg dahin war schon mal interessant. Bis zu den letzten 5 km ging es auch sehr fix. Dann wurde die Straße schmaler. Und schmaler. Dann kam ein Tiergatter. Und die Straße wurde nicht besser. Irgendwann gab es eine Abzweigung, an der ein Schild stand, dass man zwar mit einem Auto weiterfahren dürfte, aber die Straße anspruchsvoller würde. Zusätzlich gab es den Hinweis, dass Busse auf gar keinen Fall da entlang kommen.
Es war eine machbarer Weg. Es wäre auch OK gewesen, den Parkplatz an der Abzweigung zu nutzen und den letzten Kilometer zu Fuß zu gehen, aber am Ende der Straße gab es glücklicherweise auch einen Parkplatz. Wäre bei einer Sackgasse sonst auch blöd gewesen.
Von dort mussten wir einem Trampelpfad zu den Hügelgräbern folgen. Dabei musste man aber etwas explorativ vorgehen, da der Weg nicht ausgeschildert war. Belohnt wurden wir aber mit einem genialen Blick über diverse Hügelgräber, Hügel, Seen und Landschaft. Teilweise konnte man sich auch in die Gräber rein zwängen, was Alca und Ranwen auch direkt gemacht haben.
Dann ging es zurück zum Auto und wir haben nochmal bei der vorhin erwähnten Abzweigung gehalten, um anschließend ein wenig auf dem Historical Trail zu gehen.
Der war nun nicht übermäßig spannend, aber durchaus mit nettem Blick in Landschaft. Mittlerweile wurde es auch schon ziemlich sonnig, worüber wir uns natürlich nicht beschwert haben.
Wir waren bereits 5 Stunden unterwegs und haben beschlossen, dass wir einen kleinen Bissen vertragen könnten. Auf dem Hinweg hatten wir einen Costa gesehen, der sehr leckere belegte Brötchen und Kaffeegetränke bietet. Außerdem wollten wir auch das nächste Ziel festlegen. Dabei haben wir auch festgestellt, dass wir eigentlich gedanklich nach Carrowmore Megalithic Cemetery und nicht nach Carrowkeel Megalithic Cemetery wollten. Das werden wir dann demnächst mal nachholen.
Da wir bisher zu wenig Küste gesehen haben, haben wir den Rosses Point angefahren. Dort gibt es Strand, Klippen und Meer. Dort sind wir dann 1,75 Stunden am Strand und Wasser entlang gegangen. Dort war es dann auch richtig schön sonnig und wir hatten jede Menge Spaß dort. Das Atlantikwasser war auch erstaunlich warm. Einen Eiswagen haben wir auch gefunden, so dass wir natürlich auch ein Softeis testen mussten. Müssen wir bestimmt demnächst nochmal testen, denn von einem mal kann man das ja nicht so richtig beurteilen ;)
Mittlerweile war es auch früher Abend und wir sind auf dem Rückweg noch kurz einkaufen gefahren, um unser Essen zu jagen.
Neben dem obligatorischen gemütlichen Ausklingen lassen des Abends haben wir für morgen vorgesehen, mal nach Bootstouren Ausschau zu halten.
Samstag, 18. Juli 2015
Irlandanreise
Der diesjährige längere Urlaub ist in Irland geplant.
Nachdem die Flüge schon bei der Organisation ein paar Probleme gemacht haben (blöde Zeiten, nicht versprochene zubuchbare Gepäckoptionen,...), haben wir am Vortag des Abflugs bei Web-Check-In festgestellt, dass Aer Lingus in Kombination mit Opodo gerne mal bei Sonderzeichen im Namen Probleme gibt. Um genau zu sein, geht auf dem Weg zwischen Opodo und Aer Lingus ein ß im Namen verloren. Das hatten wir bisher noch nie, egal welche Fluggesellschaft wir hatten. So gab es am Freitag mit dem Support und allem noch einige Probleme und wir waren uns auch nicht sicher, ob das am Flughafen was würde.
Also sind wir recht frühzeitig zum Flughafen gefahren und waren direkt zur Schalteröffnung da. Dort konnten die letzten Zweifel auch ausgeräumt werden und wir durften doch mitfliegen. Auch war am Security-Check im Prinzip nichts los. Der Flug war dann auch nur leicht verspätet. Was uns aber doch sehr überrascht hat, ist wie langsam so ein Boarding stattfinden kann. Die Leute scheinen einfach unendlich langsam gewesen zu sein. Jedenfalls konnten wir keinen Grund dafür erkennen.
Der Flug an sich hat gut funktioniert und in Dublin angekommen sind wir auch schnell durch die Checks gekommen. Am Kofferband haben wir unsere erste Mitreisende getroffen und zu dritt und mit Koffer wurden wir dann von Kosh und Ranwen am Ausgang in Empfang genommen. Da wir noch auf Alca warten mussten, sind wir erstmal noch einen Kaffee trinken gegangen. Mit Alca im Gepäck sind wir dann zur Autovermietung gegangen bzw. haben uns hinbringen lassen.
Die Autos standen zwar noch nicht bereit, aber wir mussten nur ein paar Minuten warten, um unsere 2 Autos in Empfang zu nehmen. Kosh und ich haben uns eine Route überlegt, wobei im Endeffekt unsere Navis sich da nicht zwingend ran gehalten haben. Also meins schon, aber seins irgendwie nicht. Während der Fährt ist mir dann so richtig deutlich geworden, dass die Strecken alle zwar nicht so richtig weit sind, aber dafür trotzdem recht lange dauern.
3 Stunden später sind wir dann am Cottage angekommen. Spannenderweise haben wir Kosh auch ca. 100 m vor dem Cottage wieder getroffen, so dass wir gemeinsam ankamen.
Die Cottagebesitzer haben uns herzlich in Empfang genommen, alles gezeigt haben und schon mal ein Feuer im Kamin vorbereitet hatten. Das war schon mal echt großartig. Insbesondere weil es wirklich nass und kühl draußen war.
Als nächstes stand nur noch der Einkauf und Abendessen auf dem Programm. Anschließend haben wir noch ein wenig vor dem Kamin gesessen und sind dann auch einigermaßen früh ins Bett gegangen. Wir waren anscheinend doch alle recht durch.
Im Laufe des Abends hat der Regen ordentlich zugelegt. Hoffentlich sieht das morgen ein bisschen besser aus. Wir haben ja mit schlechtem Wetter gerechnet, aber ein bisschen besseres Wetter wäre schon nett.
Freitag, 1. August 2014
They call it a mine
Wir haben gestern eine Bootsfahrt reserviert, damit wir, wenn wir schon an der Küste sind, auch mal die Natur und Tiere vom Wasser aus zu sehen. Bei der Reservierung wurde uns direkt gesagt, dass wir am Abend noch mal anrufen mögen, ob die Fahrt auch wirklich stattfindet. Da wir abends keinen erreicht haben, mussten wir also erstmal davon ausgehen, dass das heute stattfindet, auch wenn es ohne Ende regnet. Wir sind dementsprechend früh aufgestanden und haben auch direkt versucht, telefonisch herauszufinden, ob das nun passt. Kurz bevor wir losfahren wollten, haben wir dann doch endlich jemanden erreicht, der uns dann sagte, dass aufgrund des Wetters keine Schifffahrt heute stattfindet.
Damit war das frühe Aufstehen etwas überflüssig. Aber da wir nun eh schon aufbruchbereit waren, konnten wir auch unseren Plan B für schlechtes Wetter ausführen. Der Plan B besagt, dass wir zunächst in die tiefste Schiefermine hier in der Umgebung, die Llechwedd Slate Caverbs, gehen wollen. Diese Idee hatten natürlich mehrere, aber da wir früh dran waren, konnten wir auch noch direkt an der nächsten stattfindenden Führung teilnehmen.
In diese Mine ging es zunächst mit der steilsten Kabelbahn Britanniens auf gut 30 Meter. Dort wurden wir durch diverse Kammern geführt und in jeder Kammer gab es dann hübsche Illuminationen und Audiowiedergaben, mit denen man das Leben eine 12 jährigen in der Mine verfolgt hat. Das war genial gemacht, auch wenn wir für meinen Geschmack etwas zu schnell durchgeschleust wurden. Unterhalb der Level gibt es noch jede Menge weitere Ebenen, die allerdings von Wasser überflutet sind und die auch nicht problemlos leer gepumpt werden können.
Dann ging es wieder auf die Oberfläche zurück und dort wurde uns die Schieferbearbeitung demonstriert. Das war großartig mal zu sehen, wieviel Ausschuss anfällt und wie leicht eine Platte zu Ausschuss werden kann.
Der Regen hatte sich gegen Mittag noch nicht gelegt, aber da wir gerade in der Nähe von Harlech Castle waren, wollten wir es uns zumindest mal von außen anschauen. Auch dies ist eine spannend gelegene Festung, die vor 800 Jahren am Meer lag, aber mittlerweile 1,5km vom Meer entfernt liegt.
Wir haben dort beschlossen, nicht die Burg von innen zu besichtigen, sondern lieber zur Sygon Kupfermine zu fahren. Diese Mine wird erneut anders präsentiert als die anderen Minen. Es ist ein Rundweg, den man ohne Führer zurücklegt, allerdings gibt es 6 Punkte, an denen man einen Audioguide starten kann, wo dann etwas über diese Mine erzählt wurde. Auch das war gut gemacht und man konnte einiges sehen, was in den anderen Minen so nicht vorhanden ist.
Da sich der Urlaub leider massiv gen Ende neigt, haben wir nur noch unser Abendessen geholt und sind zurück zum Cottage gefahren, um dann auch in Ruhe unsere Sachen für morgen für den Rückflug zu packen.
Donnerstag, 31. Juli 2014
Süd-West Nord-Wales
Heute sind wir nach dem Frühstück auf die südwestliche Halbinsel Nord-Wales gefahren.
Dort war unser Plan, in Pwllheli eine nette Bootsfahrt ausfindig zu machen. Es gibt nämlich diverse Tiere und Felsen, die sich von der Wasserseite erheblich besser anschauen lassen als vom Festland. Pwllheli ist nicht wirklich touristisch, aber die meisten Fahrten gehen dort los. Unsere Erwartung, dass am Hafen so ein paar 'Bootstourenschreier' stehen, wurde leider nicht erfüllt. Wir haben aber immerhin einen Flyer gefunden und 2 Telefonnummer für Skipper bekommen. Boot mit Skipper zu mieten, indem man nur kurz mit dem telefoniert, war uns irgendwie ein bisschen suspekt. Dementsprechend sind wir zu dem Touranbieter gefahren, der den Flyer gebaut hat. Laut Flyer gibt es täglich 3 Touren. Als wir ankamen, hieß es, dass die heutige Tour bereits durch wäre, keine weiteren stattfünden und wir für morgen was buchen könnten. Also haben wir uns in ein Buch als Interessenten eintragen lassen. Wir sollten heute Abend ab 19:30 allerdings noch mal anrufen, um uns versichern zu lassen, dass die Tour auch wirklich stattfindet.
Da Pwllheli sonst nichts zu bieten hat und die Sonne gerade sehr feucht von oben fiel, sind wir weiter in Richtung Südwestzipfel gefahren. Es ging über viele kleine Straßen bis zum äußersten Rand. Dort hatten wir keinen Regen mehr, aber die Sicht war trotzdem nicht allzu überragend. Allerdings hat die Sicht ausgereicht um die direkt vorgelagerte Insel Bardsey Island zu sehen. Das ist eine Insel, zu der früher viele Pilgerfahrten unternommen wurden und die recht attraktiv sein soll. Wir hatten bereits anfangs der Woche versucht, eine Bootstour dahin zu bekommen, aber das ließ sich leider nicht bewerkstelligen.
Im Anschluss haben wir einen kleinen Mittags-Snack in einem Café in der Nähe eingenommen, bevor es dann an der Westküste der Halbküste gen Norden ging.
Angesteuert haben wir einen Parkplatz direkt oberhalb von Nant Gwrtheyrn. Die Straße zu dem kleinen Ort direkt an der Steilküste sieht nicht allzu schön zu fahren aus und somit hätten wir hinab gehen müssen. Außerdem kann man von hier auch zu einem Fort aus der Eisenzeit gehen. Wir haben uns dann für das Fort Tre'r Ceiri entschieden. Der Reiseführer sagt etwas von 30-50 Minuten vom Parkplatz zum Fort. Das können wir bestätigen, sofern man nicht versucht, den Rundweg von der falschen Seite zu gehen. Dann hört der gute Weg nämlich einfach irgendwo auf und es gibt nur noch ein paar Schaafspfade oder der Weg über den Gipfel des vorgelagerten Berges. Wir sind, mit Ausnahme unserer Bergziege Alcas, zum Start zurück gegangen und sind den Rundweg andersrum nochmal gegangen und haben Alca auf halben Weg wieder eingesammelt.
Von dort haben wir es dann auch geschafft, das Fort zu erreichen. Natürlich liegt das auch auf einem Hügel, aber nicht ganz so hoch, wie der andere Gipfel. Das Fort ist absolut beeindruckend. Es sind zwar nur noch die unteren Mauern des Walls und der Häuser erhalten, aber das ist schon sehr faszinierend. Während unserer Wanderung war es die ganze Zeit über bewölkt, aber es hat sich gehalten und man konnte die Hügelkuppen sehen. Als wir einen kleinen Moment oben standen, kam die Wolken dann so weit runter, dass wir quasi verschlungen wurden. Diese Wolke hat die Ruine sehr stimmungsvoll und unheimlich erscheinen lassen. Gleichzeitig hatten wir keine Lust dort oben richtig nass zu werden, zumal der Abstieg recht geröllhaltig ist.
Insofern lässt sich sagen, dass das Fort und die Aussicht dort oben absolut traumhaft ist, die Wegmarkierung allerdings etwas zu wünschen übrig lässt.
Jedenfalls waren wir nach 3 Stunden dann auch wieder zurück am Auto. Die Uhrzeit hat uns dazu gebracht direkt zum Inder von vor ein paar Tagen zu gehen.
Von dort haben wir regelmäßig versucht, den Bootsmenschen zu erreichen, was leider nicht funktioniert hat. Nun werden wir morgen in aller Frühe hinfahren und hoffen, dass die Fahrt stattfindet.
Mittwoch, 30. Juli 2014
Herr der Ringe-Wanderung
Der heutige Tag stand erstaunlich stark im Zeichen des Herrn der Ringe. Auch wenn gestern vor 60 Jahren der Herr der Ringe das erste mal publiziert wurde, waren heute ständig irgendwelche Situationen, die daran erinnerten.
Das Wetter sah besser aus als gestern und die Wettervorhersage war so, dass wir heute noch mal unser Glück am Snowdon versuchen sollten. Dabei wurde auch gesagt, dass der Nebel gegen Nachmittag auf 300m runter wabern sollte. Dementsprechend haben wir unsere Tour so geplant, dass wir direkt zu dem Startpunkt unserer präferierten Wanderung gefahren sind. Das Problem daran ist, dass der Startpunkt so liegt, dass man auf einen Parkplatz fahren sollte, der notorisch überfüllt ist.
Als wir hinkamen, war der Parkplatz tatsächlich voll und der Wächter davor meinte, dass wir uns keine Hoffnung machen sollten und wir davor auch nicht warten dürfen. 2 Insassen mussten allerdings dringend zur Toilette, so dass wir doch ein wenig warten mussten. Als der letzte von uns zurück kam, ist spontan jemand weggefahren. Sehr praktisch.
Der Walk geht vom Parkplatz in Richtung Snowdon über Pässe und kurz vor dem Snowdon abwärts zu einige Seen und über einen Miners Track zurück zum Parkplatz. Insgesamt geht es 460m bergauf und ist zwischen 8 und 11 km lang.
Das war recht anstrengend, aber das hat sich absolut gelohnt. Die verschiedenen Gegenden uns Ausblicke waren absolut genial. Das Wetter hat auch gehalten und nach 3:45 h waren wir wieder am Parkplatz. Auf dem Weg sind wir über die Treppe bei Minas Morgul gegangen (jedenfalls war die Steigung der Treppenstufen enorm), wir haben uns dem Caradhras genähert, wobei wir durch die drüber hängenden Wolken auch nicht versuchen wollten, oben entlang zu gehen, haben den Eingang zu den Minen Morias inklusive See gesehen (und Alca hat probiert, den Wächter im Wasser zu wecken) und sind durch die Pforte von Rohan gegangen. Das passte wirklich total zu Herr der Ringe, auch wenn die Entfernungen nun nicht ganz mit denen im Buch übereinstimmen. Die Fernsicht und das Wetter haben auch die ganze Zeit gehalten, so dass die Entscheidung, das heute noch mal zu versuchen, sehr lohnend war.
Wir hatten noch einen Plan-B-Walk, den wir aber direkt verworfen haben. Es war bereits Nachmittag und da wir nicht zu spät zu Hause sein wollten, sind wir noch zur Ruine Dolbardan (oder auch Dol Guldur) gefahren. Dort steht nur noch ein Turm, der aber auch sehr beeindruckend war.
Nun musste noch unser Abendessen eingekauft werden. Da wir einen netten Webergrill hier stehen haben, mussten wir den noch testen.
Wir werden morgen früh wieder schauen, wie das Wetter ist, aber werden vermutlich in Richtung südlichere Halbinsel fahren. Mal schauen, was wir wirklich machen werden.
Dienstag, 29. Juli 2014
Berg - ne doch lieber Burg
Nachdem unsere verschiedenen Wetterapps gestern für heute halbwegs vernünftiges Wetter orakelt haben, wollten wir heute in die Berge um Snowdonia.
Nun hat es während des Frühstücks und bei der Abfahrt leicht genieselt. Die verschiedenen Wetterdienste haben gesagt, dass sich das einigermaßen bald legen würde. Also sind wir in die Berge gefahren.
Dort haben wir uns einen Rundweg heraus gesucht, von dem mehrere Walks möglich sind. In den Bergen selbst konnten wir ab 200 Meter bereits nur recht wenig sehen, da die Wolken doch recht tief hingen. Wir haben die Startpunkte angesteuert, aber mussten jeweils beschließen, dass sich die Wanderungen nicht lohnten. Wir machen hier unsere Wege ja nicht, um einen Weg gegangen zu sein, sondern um etwas zu sehen.
In der Nähe gibt es allerdings verschiedene Minen. Eine Schiefermine hatten wir ja bereits im Lake Distrikt und deshalb haben wir uns für die Kupfermine Great Orme Mine in Llandudno entschieden. Die Mine ist bereits in der Bronzezeit entstanden. Das war sehr beeindruckend, wie die Arbeiter vor 3500 Jahren mit Knochen und Steinen das Kupfer aus dem Gestein geschlagen haben. Dabei haben sie auch nur wirklich enge Kanäle gehabt. Für den gemeinen Touri wurden einige Stollen erweitert, da man sonst gar nicht wirklich durchkommen konnte. Es existieren Stollen von insgesamt mindestens 5 Meilen Länge und in 9 Ebenen. Das war schon sehr faszinierend.
Das Wetter hatte sich so weit gebessert, dass es wenigstens nicht mehr geregnet hat. Allerdings hingen die Wolken immer noch dermaßen tief, dass es sich nicht gelohnt hätte, wieder zu den Startpunkten zu fahren. Allerdings waren wir in der direkten Nähe zu Conwy, wo sich eine Burgbesichtigung geradezu aufdrängt. Diese Burg wurde 1283 angefangen zu bauen und wurde bereits inklusive Stadtmauer 1287 fertiggestellt. Gleichzeitig wurde auch die Stadt mitgebaut. Diese Burg ist bedeutend kleiner als die Festung in Caernarfon, aber ebenfalls sehr beeindruckend. Und auch wenn es in Caernarfon bereits im 11. Jahrhundert Anlagen existierten, wurde die Festung auch erst 1283 aufgemotzt. Edwards I. hat ein größeres Konzept gehabt und weitere Burgen hier aufbauen lassen.
Jedenfalls war das auch wieder sehr genial und die Festung ist in einem anderen Stil gebaut als das Caernarfon Castle.
Wie zu erwarten, hat die Besichtigung der Burg und der Stadt ausreichend viel Zeit in Anspruch genommen, um unseren Rückweg anzutreten. Der Plan war nämlich auch, dass wir nicht erst wieder um 22 Uhr zum Essen kommen.
Nun wird es wahrscheinlich niemanden überraschen, dass auf dem Rückweg die Fernsicht toll war und wir uns vom Wetter etwas veralbert gefühlt haben. Für morgen ist jedenfalls wieder mieseres Wetter angesagt. Wenn das wieder so ist wie gestern oder vorgestern, fahren wir in die Berge, um unseren heutigen Plan erneut zu versuchen. Sollte das Wetter eher so sein wie heute, werden wir ans Meer auf die südlich von uns gelegene Landzunge fahren.
Anglesey - Neolithische Dinge und viel Natur
Heute sind wir auf die Insel Anglesey rübergefahren. Diese liegt direkt im Nordwesten von Wales und ist quasi direkt vor unserer Tür. Auf Anglesey kann man sich neben der obligatorischen Natur auch viele neolithische Dinge anschauen.
Bevor wir damit allerdings begonnen haben, sind wir erstmal in das Dorf Llanfairpwllgwyngyllgogerychwyrndrobwllllantysiliogogogoch gefahren. Ja, das Dorf schreibt sich so. Über setzt ins englische heißt das "[St.] Mary's Church (Llanfair) [in] the hollow (pwll) of the white hazel (gwyn gyll) near (go ger) the rapid whirlpool (y chwyrn drobwll) [and] the church of [St.] Tysilio (llantysilio) with a red cave ([a]g ogo[f] goch)". In deutsch heißt das so viel wie "Marienkirche (Llanfair) in einer Mulde (pwll) weißer Haseln (gwyn gyll) in der Nähe (ger) eines schnellen Wirbels (chwyrn drobwll) und der Thysiliokirche (llantysilio) bei der roten Höhle (ogo goch)".
Die Touri-Info war nicht so erhellend, wie wir uns das gewünscht haben. Deshalb haben wir dann einfach probiert unsere geplanten Ziele ohne detailliertere Karte so zu erreichen.
Unser erstes Ziel war das Hügelgrab Bryn Celli Ddu. Erst war das ein Platz mit einem Steinkreis, wurde dann von einer anderen Religion mit einem Hügelgrab überbaut, später halb zerstört und mittlerweile wieder in kleinerem Umfang aufgebaut. Man kann da auch rein gehen und offensichtlich bringen dort gerne mal Leute auch eine Münze oder Blumen o.ä. vorbei. Als wir gerade von dort wieder zum Parkplatz gehen wollten, tauchte ein walisisches altes Paar auf, von denen uns der Herr nicht nur grüßte, sondern auch gleich auf nette Art zugetextet hat. Der hat uns dabei einen Tipp zu einer Sehenswürdigkeit gelotst, bei der man allerdings ein wenig auf die Tide achten sollte. Die Insel ist nämlich bei Flut nicht zwingend zu erreichen. Dazu aber später mehr, da wir durch das gestrigen Beobachten des Wassers ziemlich genau sagen konnten, dass jetzt gerade Flut herrschte.
Wir sind dann im Uhrzeigersinn weiter um Anglesey gefahren und haben bei dem Hügelgrab Barclodiad y Gawres gehalten. Dort kann man noch sehr imposante verzierte Steine im Grab inneren sehen. Leider haben diverse Leute Graffiti daran geschmiert und dadurch haben die Behörden ein großes Eisengitter davor gepackt.
Zusätzlich lag das auch sehr hübsch an der Küste.
Anglesey hat eine vorgelagerte Insel, auf die wir als nächstes gefahren sind. Auf Holy Island gibt es ebenfalls sehr viel. Angefangen haben wir dann in einem Industriegebiet mit der Hügelgrabruine Trefignath Burial Chambers. Das waren nur noch ein paar Steine, wie man es von einer Ruine erwartet.
Um dann noch ein paar stehende Steine zu sehen, haben wir in Penrhoa Feilw gehalten. Dort stehen noch zwei Hinkelsteine hübsch hingestellt herum. Es ist echt immer wieder spannend sich vorzustellen, wie die Sachen vor einigen tausend Jahren aufgestellt und teilweise übereinander getürmt wurden.
Es gibt zwar noch jede Menge mehr neolithische Überreste, aber wir wollten auch noch etwas Natur sehen. Deshalb haben wir dann an der Küste bei Holyhead Breakwater geparkt und sind eine Weile (ca. 5,4 km; 200 Höhenmeter) an der Küste entlang spazieren gegangen. Sehr hübsche Gegend, an der man auch viele Vögel beobachten kann. Zurück zum Parkplatz ging es im "Landesinneren". Dabei haben wir wieder mal gesehen, wie tolerant die Briten in Bezug auf ihre offiziellen Wege sind. Aber es macht ja auch Spaß, mal durch einen von Ginster und Brombeersträuchern überwachsenen Weg zu gehen ;-) Abenteuer bekommt man dabei.
Nun hatten wie fast die Zeit der Ebbe erreicht und sind dann zum Newborough Forest gefahren. Von dort sind wir dann über eine kleine freigelegte Landzunge auf die Insel Llanddwyn gegangen. Dass diese kleine Landzunge bei Flut gerne mal überflutet ist, kann man sich super vorstellen. Die Insel ist klasse, zumal dort noch diverse Lavafelsen anzutreffen sind. Dass die Gegend und Aussicht auch hier absolut genial ist, muss ich vermutlich nicht betonen.
Mittlerweile war es auch so spät, dass wir noch kurz einkaufen konnten und dann gegen 22 Uhr auch essen konnten.
Das Wetter ist uns weiterhin wohlgesonnen und laut Wettervorhersage soll das auch noch die nächsten Tage so bleiben. Hoffen wir mal, dass das stimmt.
Nun gibt es noch einige Planungen für morgen. Die Tendenz sagt, dass wir ins Gebirge nach Snowdonia fahren, auch wenn wir nicht auf den Snowdon direkt raufgehen werden.
Sonntag, 27. Juli 2014
Burgen, Römer, Strand
Die erste Nacht in unserem Cottage hat so weit gut funktioniert und wir sind im Prinzip zu einer ähnlichen Zeit wie sonst los gekommen.
Wir sind heute nicht allzu weit gefahren, indem es einfach nur nach Caernarfon ging. Das Dörflein hat so einiges zu bieten. Angefangen haben wir mit einem kleinen Besuch in der Touri-Info, um die üblichen Walks und Aktivitäten in der Umgebung zu entdecken. Das war leider etwas ernüchternd, da in der Info nur recht wenig Infos vorhanden waren.
Direkt gegenüber ist eine Burg bzw. Festung aus dem 11. Jahrhundert. Es hat eine sehr bewegte Geschichte hinter sich, die ich euch jetzt allerdings nicht erzähle.
Die Festung wurde nie so fertig, wie sie es ursprünglich sollte, aber man konnte richtig viel entdecken. Wir sind auf jeden zugänglichen Turm, jede Zwischenebene und jeden Wehrgang gelatscht und haben es so weit wie möglich erkundet. Das hat ne ganze Weile gedauert, aber das hat unglaublich viel Spaß gemacht. Für mich fühlte sich das mach einem riesigen Abenteuer-Spielplatz an. Gleichzeitig haben Alca und ich uns dabei auch massiv an diverse Computerspiele, wie Assassins Creed, Skyrim und Witcher erinnert. Die Aussicht war genialst und das Erforschen sowieso. Es gab auch ein Museum, Infos zu dem Prinz von Wales und so.
Zusätzlich ist die Burg so großartig gelegen, dass direkt davor Meer und dahinter Berge sind.
Die Treppen waren übrigens besonders spannend,da sie allesamt sehr schmal und als steile Wendeltreppe gebaut sind. An der Innenseite gab es ein Seil zum festhalten, aber für weitere Geländer gab es einfach keinen Platz.
Im Anschluss sind wir am Hafen entlang und durch die Altstadt gegangen. Dabei haben wir uns nicht nur die Umgebung angeschaut, sondern sind relativ zielgerichtet zu einer alten Römerfestung gewandert. Im Vergleich zu den Festungen am Hadrians Wall war das sehr überschaubar. Im Prinzip kann man die Grundmauern der Gebäude sehen und mehr auch nicht. Gut, dafür mussten wir auch keinen Eintritt zahlen.
Weiter ging es dann noch auf den Aussichtspunkt Twthill. Auch das war sehr hübsch, da man von dort auch sehr schön die Bauweise der Altstadt und der Neustadt sehen konnte.
Von dort sind wir wieder an den Hafen runter und am Kiesstrand entlang spaziert. Die Ebbe war zu dem Zeitpunkt dabei ihren niedrigsten Stand zu erreichen und somit viele Möwen gerade dabei waren, Krebse und Tintenfischchen aus dem Wasser zu fischen.
Zum Abschluss sind wir dann heute zu Inder in der Nähe gegangen, der in unserem Info-Buch im Cottage empfohlen wurde und der auch wirklich lecker war.
Das Wetter war ja eher mies mit viel Regen angekündigt. Es war im Endeffekt jetzt nicht ganz so mies, worüber wir uns definitiv nicht beschweren werden. Als wir im Cottage ankamen, gab es den ersten Schauer seit dem Aufstehen. Durch die Sonne und den Wind war somit perfektes Sonnenbrandwetter. So ein wenig habe ich dementsprechend auch 'keinen' Sonnenbrand bekommen ;-) wir würden uns nicht wehren, wenn das Wetter so bliebe.
Samstag, 26. Juli 2014
Auf nach Nord-Wales
Wie gestern bereits angedeutet, mussten wir heute früher aufstehen, da wir 1. um 10 Uhr aus dem Haus sein mussten und 2. um 10:30 Uhr bei der Honister Slate Mine eine Führung mitmachen wollten.
Also haben wir rechtzeitig mit allem angefangen und sind auch pünktlich bei der Mine angekommen. Dort waren wir die ersten, die sich zur Führung gemeldet haben. Eine Mutter mit 2 Kindern kam dann auch noch dazu und dann ging es los. Die Führung dauerte 1,5 Stunden und war absolut großartig und genial. Der Co-Besitzer hat uns herum geführt und jede Menge spannende Sachen über die Mine erzählt. Auch wie sie vor 15 Jahren von jemandem gekauft wurde, der gar keine Ahnung von Minen hatte und wie er daraus ein funktionierendes Geschäft entwickelt hat. Ursprünglich war der Lake Distrikt eine Bergarbeiter- und Minengegend und somit war das für die Bevölkerung auch eine tolle Sache, dass es endlich wieder eine funktionierende Mine gibt. Zusätzlich werden dort verschiedenste Führungen durch die alten Schieferminen und Bergbesteigungen auf den Berg angeboten. Falls ihr mal in der Gegend sein solltet, kann ich eine Standardtour auch bei schönem Wetter nur wärmstens empfehlen.
Um 12:30 Uhr sind wir dann wieder dort weggekommen und sind in Richtung Wales gefahren. Glücklicherweise sind wir in die Richtung gefahren und nicht vom Süden in Richtung Norden gefahren, da dort ewig lange Staus waren während wir super durch gekommen sind.
Auf unserem Weg zum Cottage sind wir noch kurz einkaufen gegangen und dann zum Cottage gefahren.
Das Cottage ließ sich auch recht problemlos gefunden und direkt für gut befunden. Wir haben 3 Schlafräume, 3 Badezimmer, eine Sauna, Internet, 3 Zimmer mit Kamin und eine großzügige Küche. Die Aussicht ist grandios; wir können sowohl Meer, als auch Berge sehen. Das rockt schon ordentlich.
Wir machen uns dann gleich mal ans Kochen für das Abendessen und werden in dem gemütlichsten Kaminzimmer den Abend genießen.
Das Wetter war übrigens bis zu unserer Ankunft bewölkt. Mittlerweile ist das in Regenschauer übergegangen. Mit dem gelegentlichen Prasseln des Regens ist das schon gemütlich. Für morgen sind auch Regenschauer angekündigt. Das wird uns allerdings auch nicht davon abhalten, die Gegend zu erkunden.
Freitag, 25. Juli 2014
Wir sehen Seen
Und eigentlich sehen wir nicht nur Seen, sondern auch jede Menge Umgebung. So auch heute.
Nach dem Frühstück haben wir uns in Richtung Grasmere und Coniston begeben. Das sind die südlicheren Parts des Lake Distrikts und gelten als die schönsten. Ob das so stimmt, musste natürlich überprüft werden.
Was man von der Gegend heute jedenfalls schon mal sagen konnte, ist dass die Straßen sehr voll mit Leuten waren. Dabei scheinen auch relativ viele Leute ihr Auto nicht sonderlich gut zu kennen. Jedenfalls war es auf einigen engen Straßen doch sehr mühsam mit denen zu klären wer jetzt sinnvoller Weise fahren sollte.
Bei Coniston haben wir uns für einen Weg um die Teiche an den Tarn Hows entschieden. Das waren früher mal so ein paar Moorseen und dann hat wer beschlossen, daraus einen großen See zu buddeln. Das ist total Klasse und ein Naherholungsgebiet, wo auch gut was los war. Rund um den See ist noch jede Menge Moorlandschaft vorhanden. Da der Weg um den See aber etwas kurz gewesen wäre, haben wir uns an einer Stelle für die Verlängerung entschieden. Der Weg führte und durch Farnland und Wald und war auch sehr hübsch. Allerdings gab es an einer Stelle leichte Verwirrung. Die Routenbeschreibung hat uns über die Hauptstraße zurück in den Wald gelotst. Dort war der Weg aber zunehmend schwächer zu erkennen und somit mussten wir uns irgendwann durch Farne, Disteln und Brombeersträucher kämpfen. Dass wir richtig waren, hat uns die regelmäßig auftauchende Markierung verraten. Gewartet wurde dieser Weg aber offensichtlich seit Jahren nicht. Wir haben uns dann in Richtung Parkplatz und Straße durchgekämpft und sind dann die letzten Meter an der Straße gegangen. Kurz vor dem Parkplatz konnten wir den Ausgang des eigentlichen Weges sehen. Dort war der Weg allerdings ähnlich überwuchert, so dass wir mit unserer Entscheidung an der Straße zu gehen, sehr zufrieden waren. So können sich ca. 8,5km doch ganz schön ziehen.
Anschließend sind wir auf einen Parkplatz kurz vor Grasmere gefahren, um noch eine weitere Seeumrundung bei Rydal zu unternehmen. Das waren noch mal gemütliche 6,5km, wo ein mal mehr oder minder die meisten Umgebungsvarianten des Lake Districts abdeckte. Die Aussichten waren erneut absolut großartig und genial.
Nun ging es mit dem Umweg für das Einkaufen zurück ins Cottage, wo wir schon mal den Großteil unserer Klamotten eingepackt haben.
Zusätzlich hatten wir bei unserer Rückkehr wieder warmes Wasser im Cottage. Somit konnten wir endlich wieder warm duschen, was doch sehr angenehm ist.
Morgen um 10 müssen wir aus dem Cottage hier weg sein und nicht vor 15 Uhr im Cottage in Wales aufschlagen. Da wir aber laut Navi nur gute 3,5 h brauchen, haben wir uns für die Besichtigung der Honister Slate Mine entschieden, die dicht bei unserem jetzigen Cottage liegt. Wir sind gespannt, wie die Führung am Ende wird und ob sie wirklich so stattfindet, wie es auf der Webseite steht.
Ob in der nächsten Woche irgendwelche Einträge kommen, kann ich noch nicht sagen, da nicht explizit erwähnt wurde, ob im walisischen Cottage Internet vorhanden ist. Wenn es aber nicht erwähnt wird, gehen wir tendentiell von 'eher nicht' aus.
Donnerstag, 24. Juli 2014
Waldspaziergänge
Während wir dann also frühstückten, rückte der Verwalter hier an und versuchte den Boiler wieder zu reaktivieren. Er konnte immerhin schon mal bestätigen, dass der nicht so richtig funktionierte. Nach einer Weile mit Blick in die Anleitung und einigen weiteren Versuchen, etwas zu erreichen, musste der leider aufgeben und einen "richtigen" Techniker rufen. Gesagt, getan. Wir durften das Gelände verlassen, während der Verwalter auf den echten Techniker wartete.
Wir hatten für heute eh einige kleinere Wanderungen im Whinlatter Wald geplant. Dieser Wald ist direkt auf einem Pass direkt in der Nähe. Dort sind wir dann auch einige hübsche Spaziergänge gegangen. An einigen Stellen versuchen sie derzeit den Nadelwald wieder in Mischwald umzuwandeln, was doch einiges an Aufwand kostet. Aber es gab schon einige tolle Beispiele, wo auch zum Teil sehr spannend gewachsene alte Eichen stehen.
Ansonsten sind das Waldwanderungen gewesen, wie man sie prinzipiell erwartet und auch durchaus zum Teil bei uns kennt. Bei dem Kaiserwetter, was wir hier derzeit haben, absolut schön und geistig recht entspannend. Durch das stetige hoch und runter ist das körperlich für uns Flachlandbewohner nicht sooo entspannend. Alca mit seinem Alpendasein hat da natürlich andere Bergerfahrungen ;)
Nach einigen Wanderungen sind wir als nächstes nach Keswick zum Einkaufen gefahren. Wir brauchten schließlich wieder etwas für heute Abend und morgen früh.
Und weil das Wetter so schön war, sind wir direkt nach Buttermere zu einem kleinen Lädchen mit sehr leckerem Eis gefahren. Dabei haben wir dieses mal den dritten Pass zwischen Keswick und Buttermere ausprobiert.
Gegen 16:30 waren wir dann wieder zurück. Der Techniker wurde gerade fertig und der Verwalter konnte uns erzählen, dass das etwas ernsteres wäre und morgen der Spezialist kommen müsse. Uns wurde aber eine Kompensation in Aussicht gestellt. Wir sind gespannt. Ich habe jedenfalls wieder mal gemerkt, dass fließend kaltes Wasser zwar besser ist als gar kein fließendes Wasser, das kalte Wasser aber doch sehr kalt ist.
Den Nachmittag haben wir dann unterschiedlich um die Ohren geschlagen. Alca ist in Richtung Berg vor dem Cottage hochgetigert, Ranwen und Kosh sind zum Schwimmen in den See gegangen und Julia und ich sind im Cottage geblieben und haben die Beine hochgelegt.
Mittlerweile sind Ranwen und Kosh wieder zurück und mit Alce rechnen wir frühestens in einer dreiviertel Stunde.
Mittwoch, 23. Juli 2014
Römer in Britannien
Vor dem Frühstück fiel mir auf, dass ich gestern Abend von den Mücken beim Grillen völlig zerstochen wurde. Juchu. Hatte ich aber in der Menge schon eine Weile nicht mehr.
Genug der Beschwerde, es gab also Frühstück. Dabei haben wir noch mal die Entscheidung bekräftigt, dass wir uns heute der Kultur widmen wollen.
Die Römer haben ja vor knapp 2000 Jahren versucht die Insel zu unterwerfen. Nach einem Fehlschlag hat es dann etwas später funktioniert und irgendwann kam der Hadrian auf die Idee eine Mauer von Küste zu Küste zu ziehen.
Heutzutage steht von der Mauer nicht mehr allzu viel. Aber es finden sich viele Museen und archäologische Ausgrabungen rundherum. Wir sind also über Carlisle zunächst zu den Housesteads Roman Fort & Museum gefahren.
Wie der Name vermuten lässt, gibt es dort die Reste eines Forts, das direkt an dem Hadrians Wall gelegen ist. Die Gebäude sind gut und interessant beschrieben. Das Museum dazu war auch klasse.
Im Anschluss ging es zu der Ausgrabungsstätte Vindolanda, was etwas abseits von Hadrians Wall liegt. Dort standen über die Jahrzehnte bis zu 9 verschiedene Forts, die zum Großteil über einander liegen. Die Ausgrabung findet seit Jahren dort auch aktiv statt, so dass sich da einiges findet. Zusätzlich gibt es dort auch experimentelle Archäologie. Sie haben z.B. Wehrtürme aus Holz und Stein gebaut, um einfach zu schauen, wie das in dieser Gegend verwittert. Sowas finde ich spannend. Vor dem Fort findet man auch das vorgelagerte Dörfchen. Hier war auch jedes der Häuschen wieder hervorragend beschriftet. Faszinierender Weise gab es hier sogar Übersetzungen in verschiedene Sprachen. Das Highlight war diesbezüglich die Übersetzung ins klassische Latein.
Zusätzlich liegt das Fort und die vorgelagerte Stadt in einem Moorgebiet. Dadurch wurden sehr viele Gegenstände hervorragend konserviert. Das ging so weit, dass Briefe, Lederreste und ähnliches gefunden wurden. Das war unglaublich spannend, die entsprechenden Sachen zu sehen. Dabei haben wir gemerkt, dass die Werkzeuge und Schuhmode sich quasi nicht geändert hat. Es waren tatsächlich einige Damenschuhe ausgestellt, die auch problemlos aus der heutigen Zeit hätten kommen können. Und die Schriftstücke waren auch ein absolutes Highlight. Das Zeug liegt natürlich nicht einfach so rum, wie es die Gebäudereste machen, sondern sind in einem modernen Museum untergebracht.
Mit dem Eintritt zu Vindolanda haben wir uns ein Kombiticket für das Roman Army Museum gekauft. Das ist nicht allzu weit entfernt und war auch absolut spannend aufgezogen. 3D-Film, Leben in der römischen Armee usw. wurde richtig toll erzählt.
Nachdem wir dort durch waren, sind wir noch an eine Stelle des Hadrian Walls gefahren, an dem man einfach so rumturnen kann, was natürlich auch Spaß macht.
Besonders schön war, dass wir erneut schönes Wetter hatten und somit das Wandeln durch die alten Römerstätten noch verbessert hat.
Mittlerweile war es nach 18 Uhr und wir hatten mittlerweile doch recht ordentlich Hunger. Also sind wir nach Carlisle gefahren und wollten den im Lonely Planet empfohlenen Inder austreten. Der existierte natürlich nicht mehr und damit haben wir einfach den Chinesen nebenan ausgetestet, der ein Buffet im Angebot hatte. Ich hatte definitiv schon bessere Essen, aber es war ok.
Danach ging es ab nach Hause und wir waren um kurz nach halb zehn wieder zurück. Dort ist dann erstmal das warme Wasser ausgefallen. Wir sind gespannt, ob das morgen wieder läuft. Ansonsten werden wir die Wartungsleute vom Haus mal anpingen müssen.
P.S. Alca ist immer noch verwirrt, dass die Forts mit "runden Ecken" gebaut wurden und nicht wie fälschlicherweise von Asterix proklamiert im rechten Winkel.
Dienstag, 22. Juli 2014
Seeumrundung
Den morgendlichen Ablauf muss ich, denke ich, nicht weiter beschreiben.
Wir haben uns ja vom Grundsatz her über legt abwechselnd Wanderungen und Fahrten in den Vordergrund zu stellen. Dementsprechend war heute eine Wanderung dran.
Wir wohnen hier direkt in der Nähe der beiden Seen Buttermere, den wir vor 2 Tagen bereits umrundet haben, und dem Crummock Water. Der letztere ist quasi direkt vor der Haustür und es gibt einen Weg, der kürzer als 1km ist, der uns direkt an das Ufer bringt. Diesen Weg haben wir genommen und von dort aus den See umrundet. Dabei war die unterschiedliche Landschaft um den See schon sehr spannend. Es gab Wald, Moor, Farngebiete, Wiese und Gebirgsgegenden. Glücklicherweise war es auch heute trocken, so dass die Moorwiesen recht gut passierbar waren.
An vielen Stellen gab es unglaublich geniale Ausblicke und insbesondere durch die Sonne wirkte vieles absolut kitschig.
Die Route war mit 14,5 km angegeben und unsere Tracker konnten das einigermaßen bestätigen. An Höhe hatten wir maximal 200 m zu erklimmen, was bei 25°C im Schatten ohne schattige Plätze doch recht anstrengend war. Wie immer werde ich die Routen irgendwann später online stellen und nachträglich verlinken.
Nach den 6 Stunden inklusive Pause sind wir erstmal gemütlich unter die Dusche gehüpft und sind dann nach Keswick zum Einkaufen gefahren. Wir brauchten ja schließlich noch Grillgut für heute Abend.
Nun räuchert sich der Grill gerade an und nach einem so genialen Weg und der Anstrengung freuen wir uns schon massiv auf das Ergebnis.
Zur Küste und durch das Center zurück
Heute haben wir erneut bis ca. 08:30 Uhr 'ausgeschlafen'. Frühstück gab es natürlich auch und auf dem Plan stand heute eine Rundtour mit dem Auto.
Also ging es los in Richtung Cockermouth. Von dort sind wir über eine sehr hübsche Route nach Maryport gefahren. Auf dieser Route haben wir dann einen Schafstrieb erlebt. Wir standen gerade, da wir ein anderes Auto vorlassen durften. Just als wir wieder losfahren wollten, kam die Herde aus einer Einfahrt in vollem Tempo auf uns zugerast. Die Hunde haben allerdings die Herde dann doch sehr schnell in die andere Richtung getrieben und wir durften eine Weile hinterher tuckern. Aber das war schon lustig.
In Maryport sind wir dann ausgestiegen und sind am Hafen entlang spaziert. Sehr beeindruckend ist hier der Tidenhub, da der offensichtlich mehrere Meter beträgt. Ansonsten haben die noch was römisches, was wir aber nicht angeschaut haben. Stattdessen sind wir an der Küste in Richtung Workington und Whitehaven weitergefahren.
In Whitehaven sind wir auch mal ausgestiegen und am Hafen entlang gegangen. Dort gab es u.a. Kohleminen, die weit ins Meer hinausragten. Natürlich gab es da auch vor knapp 100 Jahren ein größeres Grubenunglück und insgesamt wurde den Verunglückten und der damaligen Zeit gedacht. Ansonsten wird in dem Ort jede Menge gebaut und da wäre schon noch touristisches Potential vorhanden.
Eigentlich wollten wir dann an der Klippe entlang gehen. An der Klippe direkt existiert keine Straße oder Parkplatz und auch wenn wir an der Straße gesucht haben, die am dichtesten an der Klippe vorbeiführt, haben wir keinen sinnvollen Zugang gefunden. Insofern hätte man vermutlich von Whitehaven nach St. Bees laufen müssen, was uns allerdings für heute zu weit war und das nun mal kein Rundweg war.
Also sind wir weiter nach St. Bees an den Strand gefahren. Da erst langsam auflaufendes Wasser war, haben wir noch einen ausgedehnten Strandspaziergang gemacht und ein Sandwich und Eis gegessen. Das war schon sehr großartig, zumal das Wetter erneut absolut traumhaft war. Anfang bis Mitte der 20°C, Sonnenschein und fast wolkenlos.
Wir sind innerhalb des Großteil des Tages nicht so weit an der Küste entlang gekommen, wie wir das geplant hatten. Trotzdem haben wir an der geplanten Route halbwegs festgehalten und sind wir durch das Zentrum über Ambleside nach Keswick zurück gefahren. Dabei haben wir 2 geniale Pässe überquert. Die Straßen sind einspurig, die Steigung bzw. das Gefälle beträgt bis zu 30%! Also das war schon etwas herausfordernd. Bei dem ersten Pass haben wir oben angehalten, um die Umgebung zu bewundern. Dabei haben wir dann die Überreste eines römischen Forts gefunden. Das war total cool, zumal da halt auch quasi niemand sonst war und wir da auch nichts erwartet haben.
In Keswick kamen wir dann gegen 20:30 Uhr an. Wir wollten zu einem Inder essen gehen, der bei uns im Cottage in der Infomappe empfohlen wurde. Leider hatte der schon dicht gemacht. Also sind wir in ein Inn gegangen, das im Lonely Planet empfohlen wurde. Das Essen war gut, aber wir haben alle festgestellt, dass wir solches Essen nicht allzu oft brauchen.
Da nach dem Essen die Sonne schon einigermaßen weit untergegangen war, haben wir beschlossen, nochmal den Steinkreis anzuschauen. Das war auch absolut klasse. Mit dem Dämmerungslicht und ohne andere Leute war das sehr stimmungsvoll.
Gegen 23:00 Uhr sind wir dann wieder zurück gewesen. Morgen wollen wir dann wieder den Fokus mehr auf Wanderung legen.
Sonntag, 20. Juli 2014
Von Seen und Steinkreisen
Die erste Nacht ist gut überstanden und auch wenn die Schafe viel geblökt haben, haben sie uns nicht angegriffen. Jedenfalls haben wir davon nichts mitbekommen. Die Frage warum sie uns hätten angreifen sollen, stell ich einfach nicht.
Für unser Frühstück hatten wir ja bereits gestern eingekauft, so dass wir heute gemütlich frühstücken konnten.
Der Plan war, in die nächste Touri-Info zu fahren, damit wir uns etwas über hübsche kleine Wanderungen informieren konnten. Der Weg führte zunächst nach Cockermouth. Die Stadt könnte man eventuell kennen, da 2009 eine sehr massive Überschwemmung dort vorhanden war. Sie sind da massiv am Bauen und somit gestaltete sich das Fahren und Finden von einem Parkplatz etwas schwierig. Wir haben im Endeffekt einen Parkplatz gefunden und sind dann ein mal quer durch die Stadt gegangen. Es kam, wie es kommen musste: Die Touri-Info hatte heute geschlossen.
Also sind wir dann nach Keswick gefahren. Das Dorf ist massiv von Touris bevölkert, was aber auch den Vorteil hatte, dass die Info wirklich geöffnet war. Dort haben wir dann eine Broschüre gekauft, die mehrere Wanderungen verschiedener Schwierigkeitsgrade beschreibt. Ein ähnliches Heftchen haben wir auch in Schottland gekauft und das hat uns damals super gedient.
Keswick hat aber nicht nur eine Touri-Info, sondern auch einen Supermarkt und einen Steinkreis. So sind wir dann erstmal zu der Steinkreis-Ruine gefahren. Im Prinzip sind dort nur ein paar flachere Steine kreisförmig angeordnet. Das ist definitiv nicht so beeindruckend wie Stonehenge, aber trotzdem nett anzusehen.
Unser gestriger Einkauf hat in einem ziemlich kleinen Supermarkt stattgefunden und somit haben wir die Gunst der Stunde genutzt und haben in dem vernünftig großen Booths eingekauft.
Bei unserer Rückkehr zum Cottage näherte sich die Zeit so langsam dem Nachmittag. Und da das Wetter schon den ganzen Tag über mit gut 20°C und Sonnenschein großartig war, wollten wir natürlich auch den Rest des schönen Wetters noch ein wenig nutzen. Wir haben uns also einen Walk in der Nähe heraus gesucht, der für gut 2 Stunden geeignet ist.
Dieser Walk startete ca 20 Minuten Autofahrt entfernt. Wir wohnen hier ja in der direkten Nähe von 2 Seen und der gewählte Weg führte um den kleineren Weg herum. Der Weg war Klasse. Das Wetter war weiterhin genial und wir konnten größtenteils direkt am See entlang gehen. Mit Fotos und so waren wir dann 2,5 h unterwegs. Zum Ende hin wurde das auch irgendwie noch mal recht anstrengend, obwohl der Weg nahezu flach war. Wahrscheinlich lag es daran, dass wir seit dem Frühstück nichts mehr gegessen hatten.
Damit stand auch schon der nächste Programmpunkt fest: Abendessen. Also ab ins Cottage und Essen zubereiten.
So wie ich das sehe, werden wir uns heute Abend in Ruhe anschauen, was wir an den nächsten Tagen so alles machen wollen. Vermutlich reicht die Zeit eh nicht für alles. Wir lassen uns also genauso überraschen, wie der geneigte Leser hier. ;-)
Samstag, 19. Juli 2014
Auf zu den Seen
Heute ist der Tag gekommen, an dem wir unseren kleinen Schuhkarton von Hotelzimmer verlassen dürfen. Angefangen mit dem Frühstück, das wir schon von Donnerstag kannten, sind wir dann auch zur ziemlich ähnlichen Zeit wie Donnerstag losgetigert.
Da wir keine Lust auf den Stress mit den vollen und stickigen Bahnen hatten, haben wir vorab ein Busshuttle gebucht. Wir wurden um 9 Uhr vor dem Nachbarhotel abgeholt und mit dem Umweg über diverse andere Hotels zum Flughafen gebracht.
Am Flughafen durften wir dann doch länger als erhofft auf die 3 anderen warten, da beide Flüge verspätet waren. Bei dem Costa (ähnlich wie Starbucks, aber lokal und mit ein paar mehr herzhaften Snacks) konnten wir die Zeit problemlos rumbringen.
Nachdem die 3 auftauchten, ging es erstmal zur Autovermietung, die man mittels eines Busshuttles erreicht. Dort durften wir eine gemütliche Stunde auf unser Auto warten, was dann auch etwas größer war als gebucht. Wir haben einen 7-sitzer gebucht und einen 9-sitzer bekommen. Platz haben wir somit viel. Ob das Auto allerdings für kleine Straßen so richtig geeignet ist, müssen wir mal sehen.
Der Weg zu unserem Cottage war dann angenehm unbeschwert, auch wenn es zwischenzeitlich ordentlich geregnet hat. Auf der Strecke haben wir ein mal Halt bei Costa gemacht und in einem kleinen Supermarkt schon mal die wichtigsten Einkäufe besorgt.
Auf den letzten Kilometern war das Wetter dagegen schön und somit konnten wir einen hübschen Sonnenuntergang in den Hügeln sehen. Wir kamen damit auch noch gerade eben bei nennenswerter Helligkeit an und konnten das Cottage erkunden.
Das Cottage wirkt absolut großartig. Es ist großzügig, gut ausgestattet und die Besitzer haben uns einen kleinen Essenskorb mit etwas Kaffee, Scones, Fudge, Schokolade und clotted Cream hingestellt. Sehr großartig. Schafe rennen hier übrigens auch überall rum. Määäh!
Kümmern wir uns also erstmal um unsere Hauptmahlzeit und schauen dann mal in Ruhe, was wir die nächsten Tage so machen wollen und könnten.
Freitag, 18. Juli 2014
Leeds Castle, Dover, Canterbury Cathedral
Heute hieß es genauso früh aufzustehen, wie wenn wir um 8 Uhr hätten Frühstück haben wollen. Allerdings sind wir nicht zum Frühstück gegangen, sondern direkt zur Victoria Coach Station. Dort haben wir uns ein Sandwich und Kaffee gekauft und anschließend auf das Boarding für unseren Bus gewartet. Als Unternehmen war, wie schon vor einigen Jahren, Evan Evans unterwegs und wie damals auch hat alles super geklappt.
Wir sind von der Coach Station über Greenwich nach Leeds Castle gefahren. Auf dem Weg wurden wir mit vielen Infos bombardiert, wobei klar gesagt werden muss, dass das auch wirklich interessant war.
Im Leeds Castle konnten wir uns dann alles mögliche anschauen und hatten auch genug Zeit für die Gärten. Was insgesamt sehr spannend war, war wie unterschiedlich die Räume in den Jahrhunderten genutzt wurden. Besonders war auch, dass es bis vor 40 Jahren noch wirklich aktiv bewohnt wurde. Mittlerweile wird es 'nur noch' genutzt.
Von dort ging es direkt nach Dover, wo wir einen Fotostopp für die weißen Klippen gemacht haben. Was wir ansonsten von Dover sehen konnten war eher häßlich, was allerdings auch logisch ist, wenn man bedenkt, dass es im 2. Weltkrieg hauptsächlich für das Militär von Nutzen war. Was wir uns gerne noch angeschaut hätten, ist die Festung oberhalb der Klippen. Allerdings meinte unsere Tourguide, dass man da mehr als einen Tag einplanen sollte.
Von Dover ging es nach Canterbury. Dort hatten wir zunächst eine Stunde Pause, da die Abschlussfeiern und -zeremonien der Schüler in der Kathedrale stattfanden und die Öffentlichkeit erst wieder am Nachmittag rein durfte.
Während man in einem empfohlenen Restaurant essen konnte, haben wir es vorgezogen, die Stadt zu erkunden. Heute war Markttag und dementsprechend viel los. Canterbury ist ein niedliches Städtchen mit einigen alten Gebäuden. Gleichzeitig wirkt es nicht eingestaubt, sondern richtig lebendig. Wir haben und ein Panini und ein kaltes Getränk geholt, da wir heute den bisher heißesten Tag des Jahres hatten.
Nach dem Snack haben wir uns wieder mit unserer Gruppe getroffen und haben die Kathedrale besichtigt und auch viel erklärt bekommen. Wir sind ja bekennend nicht-gläubig, aber allein der Bau solcher Gebäude zu der damaligen Zeit ist immer wieder erstaunlich und bemerkenswert. Das war schon alles ziemlich interessant, zumal unsere Reiseleiterin auch einige Legenden erzählte, von denen man natürlich halten kann, was man möchte. Das war auf jeden Fall sehr kurzweilig und beeindruckend.
Wir bekamen am Ende der Führung auch noch eine Weile Zeit, um weitere Teile auf eigene Faust zu erkunden.
Um 16:30 Uhr ging es wieder zurück nach London, wo wir uns dann an der Victoria Station haben rausschmeißen lassen. Wir sind dann erstmal zurück ins Hotel, um uns ein wenig frisch zu machen und anschließend essen zu gehen, zumal es auch bereits 19 Uhr wurde und wir den Tag über nicht allzu viel hatten.
Der Inder, den wir direkt in der Nähe des Hotels gefunden haben, hat sehr leckeres Essen zubereitet, so dass das ein richtig schöner Abschluss von London war.
Mit schönem Wetter ist jetzt vermutlich für uns erstmal vorbei. Nachdem heute Nacht ein kräftiges Gewitter herrschte, wurde es zwar heute wieder richtig schön, aber für morgen ist schlechtes Wetter angekündigt und mittlerweile regnet es auch immer schon wieder so ein bisschen. Abgesehen davon ist weder der Lake District, noch Nord Wales für schönes Wetter bekannt. ;-)
Morgen früh fahren wir auf jeden Fall wieder nach Heathrow, um die anderen 3 in Empfang zu nehmen, das Auto abzuholen und dann in Richtung Lake District zu unserem gemieteten Cottage zu fahren.
Mit Glück haben wir in dem Cottage auch Internet. Da das für uns keine Priorität bei der Auswahl des Cottages hatte, lassen wir uns einfach überraschen. Im schlimmsten Fall bekommt ihr in 2 Wochen direkt 14 Beiträge ;-)
Donnerstag, 17. Juli 2014
London - Ein paar Schritte gehen
Unser erster voller Tag in London begann mit einem Frühstück, dass ok war. Es gab Müsli, verschiedene Cerealien, Toast, eingepackte Minicroissants, Muffins, verschiedene Marmeladen und Obst. Kaffee, Tee und Kakao konnte man auch bekommen und Orangensaft und Wasser stand auch bereit. Üppig haben wir da nun nicht gefrühstückt, aber es war absolut ok. Da es nur von 8 bis 9 Uhr Frühstück gibt, waren wir entsprechend früh fertig.
Da wir schon mehrfach in London waren, aber noch nie den Zoo angeschaut haben, war das einer unserer Programmpunkte. Nun öffnet der Zoo erst um 10 Uhr und somit hatten wir 1,25 Stunden Zeit. Man kann natürlich mit der Bahn fahren. Wir haben einen kleinen Spaziergang vorgezogen. Und so sind wir vom Hotel zur Victoria Station, dem Buckingham Palace, durch den Hyde Park, Marble Arch, Baker Street 221B und dem Regent's Park zum Zoo gegangen. Das waren so ca. 8km und um 10:45 Uhr waren wir dann da.
Natürlich waren Unmengen an Kindergruppen unterwegs, was teilweise doch seeeeehr laut wurde. Aber es ist schön zu sehen, dass der zweitälteste Zoo der Welt sehr viel unternimmt, um die Gehege zu modernisieren. Nach ca 4 Stunden Tiere (u.a. 5 Monate alte Tiger) anschauen wollten wir ein wenig ausruhen. Der Fish&Chips-Stand im Zoo hatte leider geschlossen, so dass wir eine andere Lösung finden mussten. Die bestand dann darin, dass wir die 10 Minuten zur nächsten Bahnstation nach Camden gegangen sind. Dort hatten wir die Hoffnung, dass wir bei Costa Coffee ein Plätzchen finden, um dann einen Iced Coffee o.ä zu trinken und eventuell ein Sandwich zu essen. Leider hatte der dortige keinen Platz, so dass wir Plan B aktivieren mussten. Der Plan war bis Piccadilly Circus zu fahren, dort ein mal zur Touri-Info zu gehen und zu schauen, ob wir dort einen Costa finden.
Dort gab es dann auch einen Costa, der einen Sitzplatz für uns hatte und uns sogar ein Sandwich, Muffins und Mocha Cooler (Iced Coffee mit Kakao) gegeben hat. Das war sehr erfrischend und erholsam. Somit konnten wir dann wieder voller Tatendrang zur Touri-Info in der Nähe vom Trafalgar Square gehen. Dort haben wir uns für morgen eine Tagestour (Leed's Castle, Canterbury Cathedral und Dover) gebucht. Da die um 0835 an der Victoria Coach Station beginnt, werden wir es wohl nicht schaffen, vorher hier zu frühstücken. Naja, dann holen wir uns halt ein Sandwich und Kaffee auf dem Weg. In der Touri-Info haben wir auch noch nachgefragt, ob es Last Minute-Tickets für Les Miserables gäbe. Es gab welche für 86,50£ aufwärts pro Person, was wir dann dankend abgelehnt haben.
Nun war es ja erst 15:45 Uhr und somit hatten wir noch ein wenig Zeit, bevor wir warm essen wollten. Dementsprechend haben wir die Zeit genutzt und sind in Richtung Big Ben zur Themse gegangen. An der Themse ging es dann bis zum Tower, was irgendwie mit fast 7km doch etwas weiter war als wir geschätzt hatten. Da wir aber nicht allzu schlecht zu Fuß sind, ging das durchaus. Am Tower angekommen, machten sich die Füße und der Magen langsam bemerkbar. Dementsprechend haben wir uns über legt, dass wir ja eigentlich bis zur Station Monument/Bank gehen und dann die Central Line bis Oxford Circus nehmen könnten, um dann in Soho etwas zu essen. Von der Station Monument kann man zwar zu Bank gehen, aber da ist unterirdisch doch noch ein nicht zu verachtender Weg, der bei Menschenmassen und total mieser Luft gar nicht mal so angenehm ist. In der Bahn war die Luft dafür noch schlechter, so dass wir bereits Tottenham Court Road ausgestiegen sind. Auch dort war es super voll, aber irgendwie haben wir uns nach Soho durchgeschlagen.
Zu Soho muss man sagen, dass es immer überall heißt, dass das da voll toll wäre und überall tolles Essen und belebt und voll in. Ja. Nun. Es hat uns an eine Mischung aus Sternschanze und Kiez/St. Pauli in Hamburg erinnert. Da wir mit den Bereichen auch so gar nicht warm werden, haben wir uns den Weg zur Station Green Park gesucht (der irgendwie doch etwas länger und voller als erwartet war) und sind dann von dort wieder bis Victoria gefahren.
Hier haben wir gestern schon leckeres Essen gefunden und auch ein paar Läden auf unsere gedankliche ToDo-Liste gesetzt. Heute war ein Italiener unser Ziel. Die Pizza war ausgesprochen lecker und auch sonst war der gut. Günstig ist es hier sowieso nicht so wirklich.
Auf dem Rückweg haben wir noch ein bisschen was für morgen für die Busfahrt geholt.
Nach gut 12 Stunden bei lockeren 27°C im Schatten und quasi konstantem Sonnenschein sind wir dann im Hotel wieder relativ kaputt aufs Bett gefallen. Morgen geht es dann wieder einigermaßen früh hoch und wird bestimmt auch ein ne ganze Weile gehen. Allerdings dürften die Füße sich morgen wieder etwas erholen.
Mittwoch, 16. Juli 2014
London - Die Ankunft
Der Sommerurlaub ist endlich da und somit gibt es auch wieder ein paar Blogeinträge für die Daheim gebliebenen.
Wir haben uns in diesem Jahr wieder für das Vereinigte Königreich entschieden. Dabei werden wir von Samstag an wieder mit der Truppe aus Island zunächst den Lake Distrikt und Nord Wales für jeweils eine Woche unsicher machen. Vorher sind Julia und ich allerdings noch in London.
Und so sind wir heute Mittag in Hamburg bei schönem Wetter los geflogen, um kurze Zeit später in London bei ähnlich schönem Wetter zu landen. Wir waren sogar 15 Minuten zu früh. Die 15 Minuten mussten wir dann beim Aussteigen länger warten, da die Terminalgangway defekt war und wir somit hinten aussteigen durften und mit dem Bus die paar Meter zum Terminal gebracht wurden. An der Grenzkontrolle war dann eine Reisegruppe italienischer Teenager vor uns. Als wir dann endlich zu den Beamten kamen, freute sich die Beamtin, dass die Kinder endlich weg waren. :-D
Zu unserem Hotel in der Nähe der Victoria Station sind wir mit der Bahn gefahren. Mit Taschen und Koffer ist das allerdings nicht ganz ohne, da man beim Um- und Aussteigen diverse Treppen gehen muss und das mit einem Koffer von ca 21 kg durchaus anstrengend ist.
Von der Victoria Station durch die gut gefüllten Straßen ging es auch irgendwie nicht so schnell, wie wir uns das erhofft hatten. Aber wir sind dann irgendwann im Warwick Way im Hotel angekommen. Hier sind rundherum unendlich viele Hotels verschiedenster Kategorien. Alle haben sie gemeinsam, dass sie in den alten schmalen Gebäuden sind und dementsprechend auch die Zimmer sind, sofern das Hotel nicht zufällig mehrere Gebäude umfasst. Wir wohnen jedenfalls
In einem Schuhkarton mit Dusche und Bad. Sobald wir Fotos hochladen, werdet ihr sehen, dass wir nicht übertreiben. Ansonsten wirkt das hier alles absolut ok und wir sind morgen auf das Frühstück gespannt, dass es zwischen 8 und 9 gibt.
Nachdem wir die Koffer aufs Zimmer gebracht haben, haben wir anschließend Essen gejagt. In der Umgebung gibt es recht viele Möglichkeiten. Wir sind zu "dim t" gegangen. Dort gab es verschiedene asiatische Speisen. Das war gut und danach konnten wir noch einen kleinen Abendspaziergang zur Themse machen. Dort sind wir auf der anderen Seite des MI6 in so ein Neubaublock in eine Bar eingekehrt und haben einen Absacker an der Themse genossen.
Im Anschluss sind wir einen etwas anderen Weg wieder zurück zum Hotel gegangen, wo wir recht kaputt wohl demnächst ins Bett fallen.
Die Gegend hier (Belgravia/City oft Westminster) ist schon sehr schick. Ein kleiner Blick in die Wikipedia verrät, dass das eine der wohlhabendsten Wohngegenden Londons ist. Diesen Eindruck haben wir bei unseren kurzen Spaziergängen auch bekommen.
Wir sind dann erstmal auf morgen früh gespannt und ob wir es schaffen, in dem 1,2m-Bett mit einer gemeinsamen Decke Schlaf zu bekommen.