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Freitag, 20. Januar 2023

Lichtfeld

Unsere heutige Tour ist etwas früher gestartet als die gestrige. Also hieß es wieder, unglaublich früh mit viel zu wenig Schlaf aufzustehen.
Unser Ziel war das Field of Light. Das ist eine Kunstinstallation von Bruce Munro, den wir vorher zwar auch nicht kannten, aber angeblich bekannt ist. Installiert wurde es 2016 und sollte eigentlich nur wenige Monate da sein. 7 Jahre später ist es immer noch da, weil es sehr erfolgreich bei den Touristen ankommt. Das Field of Light ist inspieriert von dem Blütenfarbspiel der Wüste nach Regen. Die Idee ist, die Farben auch ohne Regen erlebbar zu machen. Und da Licht im Allgemeinen in der Dunkelheit besser funktioniert als wenn die Sonne drauf scheint, muss man entsprechend früh losfahren.

Die Fahrt betrug nur wenige Minuten, in denen Kalle allerdings heute tatsächlich wieder einschlief. Am Ort angekommen, wurden wir zu einer Aussichtsplattform geführt, von der wir später den Sonnenaufgang beobachten sollten. Der erste Blick auf das Field of Light war da natürlich auch möglich. Weiter ging es dann hinunter zum Field of Light. Dieses Field of Light besteht aus 50000 kleinen Lichtern, das mit ein paar Wegen durchzogen ist. Und dementsprechend konnten wir ganz in Ruhe den Pfaden folgen und die leuchtende Wüstenblüte in unserer Geschwindigkeit erleben. Die Lichter sind übrigens voll solarbetrieben.
Wir haben uns schnell von unserer Gruppe getrennt und das Erlebnis war wirklich toll. Einerseits war das Field of Light sehr stimmungsvoll, andererseits war es sehr grandios die beginnende Dämmerung dort zu erleben.

Nachdem wir das Feld abgelaufen hatten, sind wir zur Aussichtsplattform gegangen, um den Sonnenaufgang neben dem Uluru zu beobachten. Hinter uns war auch Kata-Tjuta zu sehen. Dazu gab es ein paar Kekse und Heißgetränke. Es war heute sehr wolkig und ein paar Tropfen haben wir auch abbekommen, aber trotzdem hat sich das richtig gelohnt. Gut, Kalle hat alles im Tragesystem voll verschlafen, was wir eigentlich auch schon für gestern erwartet hatten.



Nachdem die Sonne aufgegangen war, ging es auch wieder zurück ins Resort. Wir hatten unser Frühstück im Hotelrestaurant vorgebucht und das genossen.
Neben der Frühstücksbuchung haben wir auch einen Late Check-Out organisieren können. Das war sinnvoll, da unser eigentlicher Flug gestrichen und wir auf den nächsten Flug einer anderen Airline umgebucht wurden, der planmäßig eine halbe Stunde später angesetzt war. Die Zeit haben wir genutzt, indem Kalle erst noch etwas spielen konnte, bevor er beschlossen hat, noch ein Nickerchen zu machen.

Wir können für uns als Fazit ziehen, dass dieser Besuch im Uluru-Kata-Tjuta-Nationalpark super und unglaublich entspannt war. Die letzten male sind wir angekommen, mussten schnell zur nächsten Tour, mussten früh aufstehen und dann ging es schon wieder zurück. Dieses mal hatten wir ausführlich Zeit, auch einfach die Zeit vor Ort zu genießen. Es ist dort zwar relativ teuer, aber wir würden definitiv wieder die Ruhezeit dort haben wollen. Nachdem wir nun auch die Touren mehrfach gemacht haben, würden wir zwar bestimmte Punkte vielleicht auch mit Touren machen wollen, aber eigentlich würden wir doch gerne auch mehr auf eigene Faust machen wollen.

Der Transfer zum Flughafen, der Check-in und Security-Check klappten einwandfrei. Das Boarding startete dagegen verspätet, da der Flieger nicht rechtzeitig in Sydney starten konnte. Hier sind wir auch nicht rechtzeitig weggekommen, weil eine Gepäckklappe unterm Flieger nicht schließen wollte. Irgendwann kamen wir aber los. Und da wir ja von Qantas auf Jetstar umgebucht wurden und somit quasi ein Downgrade bekommen haben, haben wir uns schon überlegt, dass wir uns beschweren wollen. Bei Qantas wären nämlich Heißgetränke und ein Snack mit drin gewesen, während man bei Jetstar alles zahlen muss. Wir wurden allerdings überrascht, dass wir jeder durch die Umbuchung ein Guthaben von 15 $ hatten und somit etwas wählen konnten. Man muss dazu sagen, dass die Preise schon ok waren und wir haben mit unserer Wahl das nicht ganz ausgeschöpft.

In Sydney sind wir mit etwas Verspätung gelandet, aber immerhin kamen die Koffer einigermaßen zügig. Und so waren wir sogar schneller als unser Shuttle. Allerdings mussten wir da auch nicht allzu lange warten. Wir haben die Zeit genutzt, um mit Wolfgang und Tess zu klären, wo wir uns wann zum Essengehen mit anschließender Gepäckübergabe treffen wollen. Durch die ganzen Verspätungen und die 1,5 h Zeitverschiebung wurde es schon wieder relativ spät, aber wir haben nach unserem Check-In in der Unterkunft bei einem Japaner direkt zur letzten Bestellung etwas bekommen können.

Und für morgen steht erstmal ausschlafen auf dem Plan.

Donnerstag, 19. Januar 2023

Sonnentouren

Für unsere erste Tour wurden wir heute um 5 Uhr am Hotel abgeholt. Der Wecker war für eine Stunde früher gestellt, um den Rucksack vorzubereiten und uns alle fertig zu machen. Wie erwartet, war der Bus pünktlich und dann fuhren wir auch schon zur Uluru Sonnenaufgangsaussichtsplattform. Die Sonne geht quasi im Rücken von einem auf und somit ist das Farbspiel auf dem Uluru und Kata-Tjuta im Hintergrund durch die ersten Sonnenstrahlen zu sehen. Das ist schon ein wirklich schönes Schauspiel.
Im Vergleich zu vor vier Jahren ist auffällig, wie viel leerer es ist. Also unser Bus heute war zwar ziemlich voll, aber es waren eben nicht viele Busse, die da standen. Wir sind gespannt, wie das auf den nächsten Touren hier so sein wird.

Der nächste Halt war dann der Walpa Gorge in Kata-Tjuta. Das ist eine von zwei Stellen, die von Touris betreten werden darf. Alles andere am Kata-Tjuta ist heilig für die Anangu. Der Weg in diese Schlucht und die Schlucht selbst ist einfach toll. Es war zwar warm, aber nicht unangenehm.

Nach einem kurzen Halt an einer Aussichtsplattform, die Juli gestern bereits alleine besichtigt hat, sind wir dann zurück ins Resort. Etwas schade an dieser Tour war, dass größtenteils identische Informationen gebracht wurden, wie gestern Abend auf der Tour. Aber gut, wir haben auch trotzdem was neues gehört und die Touren sind schon wirklich gut.



Im Resort haben wir kurz unsere Sachen ins Zimmer gebracht und uns dann wieder auf den Weg zum Town Square gemacht. Dort gibt es ein Café, in dem es Sandwiches und ähnliches gibt. Es wird von den indigenen Auszubildenden betrieben, um sie auf die Arbeit in Hotels und Restaurants mit westlichen Essensstandards vorzubereiten. Das war lecker und im Anschluss haben wir dann Kalle Planschzeit im Pool gegönnt. Das hat ihm auch sehr gefallen, aber da kam dann doch (endlich) ein Müdigkeitsflash. Zu dem Zeitpunkt hatte er im Vergleich zu sonst ein Schlafdefizit von ca 5 Stunden. Er hätte auf der Tour mehr schlafen können, aber anscheinend war das alles viel zu interessant.

Um 15:15 Uhr ging es dann wieder zur nächsten Tour. Dieses mal waren einige heilige Stätten mit anschließendem Sonnenuntergang am Uluru dran. Prinzipiell kannten wir diese Tour schon vom letzten mal, aber auch dieses mal war es wieder lohnend.

Der erste Stopp war beim Kulturzentrum der Anangu, in dem einige Geschichten mit uns geteilt werden. Dabei muss man bedenken, dass wir nun mal nicht zu deren Kulturkreis gehören und wir somit nur ein paar Geschichten hören, die auch den Kindern erzählt werden. Im Endeffekt sind darin immer diverse Lehren in Bezug auf Moral, gesellschaftliches Zusammenleben, Navigation u.ä. zu ziehen. Das ist durchaus spannend, aber da sich die Geschichten auf direkte Orte beziehen, wäre es noch schön, diese vor Ort erzählt zu bekommen. Auf Nachfrage hieß es, dass dafür der Base Walk um dies Basis des Uluru als Tour genau sowaas beinhaltet. Damit wissen wir schon mal, was wir nächstes mal machen sollten.

Zum Teil wurde unser Wunsch aber erfüllt, da drei Geschichten im Bus während der Fahrt um den Uluru erzählt wurden und dabei auf ein paar Markierungen im Fels hingewiesen wurde. Trotzdem wäre das zu Fuß natürlich noch mal ne andere Nummer. Da man nicht ganz um den Fels herumfahren kann, endet die Fahrt zunächst am Mutitjulu Wasserloch. Dort gibt es mehrere heilige Stätten, die für den Tourismus zugänglich gemacht wurden. Sie geben jedenfalls einen Eindruck, warum und wie die Stätten genutzt wurden.

Letztendlich ging es dann zum Aussichtsareal, von dem der Sonnenuntergang auf den Uluru beobachtet wird. Hier wurde wieder sehr deutlich, dass gerade Nebensaison ist, denn es war so viel weniger los als vor vier Jahren. Wir hatten jede Menge Platz und konnten problemlos überall ein Foto machen, ohne sich durch 2 Reihen an Menschen zu schieben. So haben wir einerseits einen Waran oder ähnliches gefunden, der sich versteckt hatte und andererseits hatten wir auch genug Platz, Kalle ein bisschen Auslauf außerhalb der Trage zu gewähren. Der hat auf dieser Tour auch wieder viel zu wenig geschlafen, aber dafür alles interessiert beobachtet und sich roten Sand in den Mund gesteckt. Hmm, nimmt er damit verbotenerweise etwas aus dem Nationalpark hinaus? Egal, anscheinend war er trotz Müdigkeit nicht unglücklich. Der Sonnenuntergang hat sich für uns auch wieder gelohnt, da es wieder hübsch war und der Fels zwischendurch ein tolles Leuchten gezeigt hat.



Danach ging es zurück ins Resort. Unser ursprünglicher Plan war, dass wir im Restaurant dann essen werden. Aber da Kalle so wenig geschlafen hat, haben wir ein bereits vorher erprobtes Instantnudelgericht im Zimmer gegessen, während Kalle schon mal geschlafen hat. Auch konnten wir unsere Sachen bereits packen, denn auch wenn wir morgen (noch früher als heute) noch eine Tour haben, fliegen wir morgen auch wieder zurück nach Sydney.

Mittwoch, 18. Januar 2023

Auf ins Red Center

Heute Morgen war der Wecker mit 05:45 recht früh gestellt. Wir haben uns also schnell fertig gemacht, haben unsere Sachen genommen und sind dann zum Flughafen gefahren. Der beginnende Berufsverkehr war nicht allzu schlimm und auch die derzeitige Verlegung der Autoabgabestation mit dem benötigten Shuttle zum Terminal war in unserem Plan enthalten.

Am Terminal angekommen, sind wir erstmal zum Avis-Schalter und haben die Bezahlung des neuen Reifens angemerkt. Die Rechnung wurde kurz genommen und entsprechend vermerkt. Ich bin gespannt, wann die Gutschrift dann wirklich da ist. Aber so war das jedenfalls schon mal sehr einfach.

Die Gepäckabgabe beim Qantas-Terminal ist anscheinend nur mit den Automaten möglich und auf Nachfrage, ob wir den Buggy und die Babyschale am Gate abgeben können, hieß es, dass es nicht möglich sei. Also haben wir es als Sperrgepäck abgegeben und einen Zerbrechlichanhänger dran gemacht. Noch bevor wir durch die Security gegangen sind, haben wir dann doch einen besetzten Serviceschalter gefunden. Naja, so hat auch alles funktioniert und kam heil an.

Der Flug war angenehm, zumal nur ziemlich wenig Passagiere dabei waren. Dass Kalle mal wieder alle Flugbegleiter*innen verzaubert hat, muss vermutlich nicht extra erwähnt werden.
Das Outback von oben ist auch immer wieder spannend. Und dieses mal ist es überraschend grün und einige Flüsse scheinen tatsächlich Wasser zu führen. Es hat halt mal etwas mehr geregnet. Sehr cool von der Crew war auch ein frühzeitiger Hinweis, wann man den Uluru auf welcher Seite des Flugzeugs sehen kann mit der expliziten Aussage, dass die Anschnallzeichen noch nicht leuchten und dementsprechend die auf der falschen Seite sitzenden ja mal eben auf die richtige Seite gehen oder aufstehen können.

Am Flughafen ging alles schnell, was auch nicht weiter verwunderlich ist, da der Flughafen winzigst ist. Unser Shuttlebus stand auch bereit und so ging es dann zu unserem Apartment im Desert Gardens Hotel. Und auch wenn unser eigentlich zugewiesenes Apartment noch nicht fertig war, wurde beim Check-in geschaut, ob nicht ein anderer Raum bereits fertig wäre. Das war auch der Fall. Das war schon sehr cool, dass wir früh ins Zimmer konnten.

Hier war jetzt erstmal alles ganz entspannt. Wir haben in Ruhe ausgepackt, Kalle spielen lassen und sind dann gemütlich zum Town Square gegangen, an dem wenige Shops, ein kleiner Supermarkt und 3 Bistros, Cafés und Restaurants sind.

Zurück im Hotel haben wir dann beschlossen, dass wir eigentlich vor unserer Tour warm essen könnten, was wir dann auch direkt gemacht haben. Die Preise sind zwar nicht günstig, aber die Portionen auch ziemlich umfangreich und lecker.

Und dann wurde es langsam Zeit, sich fertig zu machen und auf die erste Tour zu gehen. Dieses mal waren wir innovativ und haben eine neue Tour als Start ausgewählt. Es ging zum Sonnenuntergang nach Kata-Tjuta, was in der hiesigen Sprache so viel wie 'viele Köpfe' heißt. Auf dem Weg wurden natürlich wieder viele Informationen über Kata-Tjuta und die hiesigen Aboriginies gegeben. Vieles davon haben wir bei vorherige Besuchen bereits erfahren, aber natürlich auch wieder vergessen.

Da wir gut in der Zeit waren, sind wir erstmal zu einer Aussichtsplattform gefahren, von wo sowohl der Uluru als auch Kata-Tjuta gut zu sehen sind. Kalle hatte beschlossen, kurz vorher einzuschlafen. Und da der Tag eh schon lang für ihn war, bin ich mit ihm im Bus geblieben. Auch aus dem Bus war ein kleines Regenfeld nett, da dort ein Regenbogen zu sehen war.



Dann ging es weiter und wir haben uns den Sonnenuntergang an Kata-Tjuta angeschaut. Die Sonne geht dabei von der Aussichtsgegend nicht hinter Kata-Tjuta unter, sondern auf der gegenüber liegenden Seite, was damit ein Farbspiel auf den Felsen ermöglicht. Dazu gab es ein paar Snacks, Wein und Softdrinks. Und auch hier war in der Nähe ein Regenschauer unterwegs, auf dem ein Regenbogen zu sehen war. Das war ähnlich toll wie der Sonnenuntergang am Uluru die letzten male, wobei es hier einfach leer war. Es war exakt ein Bus da, nämlich unser und der war nicht mal zur Hälfte gefüllt.

Ne Weile nach Sonnenuntergang wurden wir dann zurück zum Hotel gebracht, wo Kalle endlich richtig schlafen durfte. Also beim Sonnenuntergang hätte er in der Trage auch schon schlafen dürfen, aber er wollte lieber neugierig gucken. Und nun schauen wir mal, wie lange wir noch machen, denn wir müssen morgen schon wieder sehr rechtzeitig aufstehen.

Donnerstag, 15. November 2018

Sonnenaufgang am Uluru und Kata Tjuta

Wer den Sonnenaufgang sehen will, muss früh aufstehen. Also standen wir entsprechend um 04:30 Uhr zur Abholung bereit. Da bereits vorab angekündigt wurde, dass es ein langer Morgen wird und wir nur ein paar Snacks bekommen werden, so dass wir vielleicht etwas handfesteres mitnehmen wollen, wollten wir gestern eine Frühstücksbox im Hotel bestellen. Für ein bisschen Saft, Müsliriegel und Joghurt wollten die über 30$ haben. Das finde ich eine absolute Frechheit und unverhältnismäßig. Im Supermarkt auf dem Dorfplatz haben wir nichts vernünftiges gefunden und haben es somit drauf ankommen lassen.

Wir sind also direkt zum Sonnenaufgangparkplatz gefahren. Dort gab es Kaffee, Tee, Kakao und Kekse. Damit eingedeckt, sind wir zum Aussichtsareal gegangen. Auch hier gilt, dass man den Uluru anschaut und der Sonnenaufgang hinter einem stattfindet. Dabei ist sehr spannend, dass der Uluru (und Kata Tjuta in der Ferne) ein sehr spannendes glühendes und leuchtendes rot bekommt. Das war ein spannendes Erlebnis, was wir bisher auch noch nicht gesehen haben. Überfüllt war es glücklicherweise auch nicht. Und somit konnten wir den Sonnenaufgang sehr genießen.


Weiter ging es dann nach Kata Tjuta. Übersetzt heißt es 'Köpfe viele'. Im Endeffekt handelt es sich um eine Gesteinsformation, die 36 'Köpfe' bzw. Kuppeln mit diversen Schluchten besitzt. An dieser Stelle sei kurz erwähnt, dass die Anangu tatsächlich die Zählweise 1, 2, 3, viele haben. Die Gesteinsformation ist ein äußerst heiliger Platz für die Männer der Anangu, den die Frauen möglichst nicht mal aus der Ferne angucken. Ebenso gibt es natürlich auch für die Frauen heilige Stätten, wo die Männer nichts zu suchen haben. Da ist eh die traditionelle Lebensweise interessant. Frauen und Männer haben jeweils ihre Aufgaben, aber sie stehen nebeneinander und Frauen unterstehen den Männern nicht (und andersrum). Jeder kümmert sich nur um die Belange des eigenen Geschlechts.

Bei den Aboriginals gibt es immer Schöpferwesen, die eine Aufgabe haben. Oft sind sie durch native Flora oder Fauna repräsentiert und können auch ihre Form wandeln. Bei der Kata Tjuta wird gesagt, dass die vielen Köpfe einigen Schöpferwesen gehören, um das Land und die Pflege zu beobachten, während ihre Körper in der Erde ruhen.

An dieser heiligen Stätte jedenfalls dürfen Touristen in eine Schlucht hineingehen. Diese haben wir vor 10 Jahren bereits gesehen, aber heute war es viel angenehmer. Wir waren vormittags dort und somit hat sich die Schlucht noch nicht wie eim Backofen aufgeheizt gehabt. Letztes mal wurden wir komplett gegart. Heute konnten wir in Ruhe die Schlucht auf uns wirken lassen. Das war beeindruckend und auch hier kann man zumindest ein bisschen erahnen, warum es für andere heilig ist.
Dadurch, dass es für Männer der Anangu heilig ist, gibt es für Touristen keine Geschichten dazu. Für diese muss man initiiert sein.

Wir haben hier aber noch mehr zu den Aboriginals bzw Anangu erfahren. So sind nach westlichen wissenschaftlichen Ergebnissen die Anangu seit mindestens 35000 Jahren hier. Neuste Indizien besagen, dass sie seit 60000 Jahren hier leben. Das hat bisher keine der uns sonst bekannten (Hoch-)Kulturen geschafft. Das bedeutet aber auch, dass die Aboriginals hier eine Menge Veränderungen mitbekommen und sich entsprechend angepasst haben müssen. Unter anderem lag da auch mindestens eine Eiszeit zwischen. So gibt es auch tatsächlich Lieder, die dieses besingen und das Land entsprechend beschreiben. Auch gibt es Geschichten, wie die Eisgeister Eisberge erschaffen haben und diese Eisberge geschmolzen sind. Auch gibt es wohl Hinweise auf Gletscher in den Geschichten und Liedern. Insofern verändern sich auch die Lieder bzw. es entstehen neue Lieder, wenn das Klima und damit die Lebensgrundlage wandelt.

Zusätzlich hat unsere Reiseleiterin darüber berichtet, wie schwer es insbesondere für die Mischlingskinder ist, einen Weg zwischen den Kulturen zu finden oder sich für einen Weg zu entscheiden. Es gibt Landstücke, die explizit für solche Kinder und für 'Rückkehrer', also Aboriginals, die z.B. eine westliche Karriere gemacht haben, gedacht sind, in denen die Traditionen (neu) beigebracht werden.

Zurück zu unserer Reise.
Wir wurden nach der kleinen Wanderung in Kata Tjuta zurück nach Yulara gebracht und hatten nun 2,5h Freizeit. Etwas ärgerlich ist hierbei, dass man um 10 Uhr ausgescheckt haben muss. Dementsprechend mussten wir bereits um 04:30 Uhr ausgescheckt haben und auch wenn man sein Gepäck einschließen lassen kann, steht man nun halt irgendwie rum. Wir haben uns dann in das Academy Café gesetzt und dort mit Essen und Getränken die Zeit vertrieben. Es heißt übrigens Academy Café, weil dieses Café Aboriginals ausbildet, um im Tourismus zu arbeiten und an die Touris und ihre Art und Weise heranzuführen.

Auf dem Rückweg haben wir prinzipiell wieder dieselben Informationen bekommen, die wir bereits auf dem Hinweg bekommen haben. Aber gut, was sollen sie auch anderes über diese Gegend und Betriebe sagen. In den vielen Stunden Fahrt wird aber eigentlich alles über die geologischen Begebenheiten, viel über Flora und Fauna sowie alle Sehenswürdigkeiten in Alice Springs gesagt.

Dieser Trip war auf jeden Fall sehr interessant. Entweder kann ich mich an die vielen Informationen über die Anangu und deren Geschichten nicht mehr erinnern oder sie haben in den letzten 10 Jahren die Informationspolitik richtig ausgebaut und aus allen Touren eher eine Bildungsreise gemacht. Mir gefällt das richtig gut, auch wenn man teilweise ein wenig erschlagen ist, wenn zu viele neue Informationen dazukommen.

Heute Abend haben wir unsere Koffer wieder flugtauglich gepackt und machen uns morgen wieder auf den Weg zu unserer nächsten Station.

Mittwoch, 14. November 2018

Heilige Sehenswürdigkeiten und Sonnenuntergang am Uluru

Der Titel verrät bereits unser heutiges Programm. Allerdings gibt es da natürlich einiges zu erzählen.

Zunächst mussten wir erstmal von Alice Springs nach Yulara fahren. Yulara beinhaltet das Ayers Rock Resort (mit unterschiedlichen Hotels) und befindet sich wirklich in der Nähe des Uluru-Kata Tjuta-Nationalparks. Alice Springs dagegen ist eher nach australischen Maßstäben in der Nähe. Also haben wir uns erstmal 450 km fahren lassen.

Auf dem Weg war natürlich viel Outback zu sehen, wobei es hier derzeit unglaublich grün und bewachsen ist. Das liegt nicht nur an dem Regen, der in den letzten Wochen mal gefallen ist, sondern auch an dem Regen, der Weihnachten 2016 gefallen ist. Dort fiel innerhalb vom kurzer Zeit etwa 1 Meter Regen. Das entspricht der Menge, die sonst durchschnittlich in 3-4 Jahren fällt! Insgesamt gilt das Rote Zentrum hier auch nicht als Wüste, da mehr als 220mm Regen pro Jahr fällt.

Ein Stopp war besonders interessant, da es eine Sanddüne gibt, von der man auf einen Salzsee und auf der anderen Seite auf Mount Conner Aussicht hat. Mount Conner wird auch Fooluru genannt, da er die meisten Leute veräppelt, indem er sie glauben lässt, der Uluru zu sein. Ist er aber nicht, hat aber zumindest von einer Seite optisch eine gewisse Ähnlichkeit. Die der Straße abgewandte Seite dagegen gar nicht. Die vorhandenen Salzseen sind übrigens Relikte aus der Zeit, wo Australien noch einen Inlandsozean besaß.


Insgesamt gibt es unter dem Outback sehr viel Wasser, da das artesische Becken hier liegt. Es gibt dort Flüsse, die in Neu-Guinea beginnen, zwischendurch kurz mal an der Oberfläche sichtbar werden und dann unterhalb weiterlaufen, bevor sie in Westaustralien enden. Das finde ich immer wieder faszinierend.

Um hier herzukommen, mussten wir auch 3 Flüsse queren, wobei die normalerweise trocken sind. Einer hatte heute sogar ein bisschen Wasser in Pfützen drin, so dass wir zu den glücklichen 1% gehören, die einen der 3 Flüsse mal mit Wasser gesehen haben. Zu den Flüssen gehört auch der Finke River, der als der älteste Fluss gilt, der sein Flussbett in den letzten 350 Millionen Jahren nicht geändert hat. Jedenfalls sagen das Gelogoen. Auch fließen diese Flusssysteme nicht zum Ozean, sondern ins Inland.

Da das Resort bereits im April ziemlich ausgebucht war, haben wir uns aufgeteilt. Renate und Bernhard haben das höherklassige, Juli und ich das einfachere genommen. Im Endeffekt gehören die beide zum Accorkonzern, firmieren aber halt nicht unter den üblichen Markennamen. Witzig war, dass wir wieder im gleichen Hotel wie vor 10 Jahren gelandet sind. Dieses mal hatten wir allerdings nicht das 20er Zimmer, sondern immerhin eim Doppelzimmer mit eigenem Bad.
In Yulara gibt es einen kostenlosen Shuttle, der alls Hotels und die Innenstadt, also eigentlich einen Platz mit ein paar Geschäften anfährt. Juli und ich haben uns da hinbringen lassen, um unsere Abendessenoptionen anzuschauen. In unserem Hotel ging es nämlich bei über 30$ pro Gericht los und das fanden wir doch recht frech. Wir haben was gefunden, aber reservieren konnten wir nicht. Dafür wurde uns versichert, dass am Abend genug frei sein wird. Wir waren da zwar skeptisch, weil das Resort ausgebucht sein sollte, aber gut.

Am Nachmittag wurden wir dann wieder eingeladen und sind in den Nationalpark gefahren. Geleitet wird der, wie auch der Kakadu Nationalpark, aus einem Drittel Aboriginalmänner, einem Drittel Aboriginalfrauen und einem Drittel australische Regierungsvertreter. Der erste Halt war am Kulturzentrum der hiesigem Aboriginals, den Anangu.
Da das Kulturzentrum auf heiligem Gelände (und dicht neben dem heiligen Uluru) steht, darf man im Zentrum lesen, hören und lernen, aber keine Fotos aufnehmen. Auch wird dort darauf hingewiesen, dass man bitte nicht auf den Berg steigen möge. Aber das ist eh in einem Jahr im Oktober vorbei und mittlerweile werden verschiedene Wanderung bei extremen Wetterbedingungen (und das fängt bei 35°C im Schatten an) geschlossen. So ist der Aufstieg im Sommer eh nur morgens die ersten paar Stunden geöffnet. Uns fällt übrigens massiv auf, dass hier viel mehr auf die Gefahr des Dehydrierens hingewiesen wird. Das war in Darwin ja auch schon, aber die scheinen hier einige unschöne Erlebnisse mit den Touristen gehabt zu haben, dass sie so viel mehr darauf hinweisen.
Das Zentrum war sehr interessant und informativ. Dort waren viele Hinweise, wie man versucht, den Spagat zwischen den Bedürfnissen der Aboriginals und der Touristen zu erreichen. Insbesondere war immer wieder geschrieben, dass man das nur durch Zusammenarbeit, gegenseitigen Respekt, Verständnis und Vertrauen erreichen kann.

Als nächstes sind wir fast komplett um den Uluru herumgefahren. Dabei hat uns unser Tourguide 2 Geschichten der Anangu erzählt, wovon man Teile mit etwas Phantasie im Uluru erkennen kann. An einer Stelle wurden wir gebeten, keine Fotos aufzunehmen, da dies den Anangu wichtig ist.

Als wir zum Großteil den Uluru umrundet hatten, haben wir gehalten und sind zum Mutitjulu Wasserloch gegangen. Auf dem Weg haben wir noch Höhlen angeschaut und der Tourguide hat sehr viel über die Lebensweise der Aboriginals erzählt. Zum Beispiel wurden Tiere am Wasserloch gejagt, indem man sehr lange komplett still ist, die Tiere ankommen und trinken lässt. Sobald die Tiere das Wasserloch verlassen, hat man das letzte Tier mit einem Speer beworfen und verletzt. Dabei sind die Speere derart gebaut, dass die Spitze prinzipiell festgeklebt ist. Sobald dieser Klebstoff feucht wird, löst er sich und der Speer fällt aus dem Tier heraus. Somit kann man den Speer wiederverwenden und anschließend der Blutspur des Tieres folgen. Die Speerspitze ist mit einem Gift bestrichen, das sesativ wirkt und damit das Tier langsam werden lässt. Dann kann es getötet und zubereitet werden. Das Sedativ, das noch im Körper ist, wird durch Erwärmung neutralisiert und so kann man nach dem Kochen das Tier essen.


Unser Tourguide hat noch eine weitere Geschichte der Anangu erzählt und auch hier auf die entsprechenden Überbleibsel und Abdrücke im Uluru hingewiesen. Alle Geschichten, die wir erfahren, sind auf einem Kinderniveau, da wir keine Verbindung zu dem Land haben. In allen Geschichten lernt man natürlich etwas, wobei es hier wirklich um Basiselemente geht.

Nach diesem Programmpunkt stand nun der letzte Programmpunkt an: Der Sonnenuntergang am Uluru. Dafür mussten wir erstmal wieder andersrum um den Uluru fahren. Damit war es auch egal, ob man links oder rechts im Bus saß, da man auf jeden Fall einmal direkt neben dem Uluru entlang gefahren ist und Fotos machen konnte.
Es gibt einen Parkplatz für die Busse und eine größere Fläche, auf der man steht und den Sonnenuntergang am Uluru anschauen kann. Die Touranbieter haben hier für ihre Gäste Tische aufgestellt und mam bekommt Softdrinks, Wein, Sekt und ein bisschen was zum Knabbern.
Sonnenuntergang bedeutet hier übrigens, dass man nicht den Sonnenuntergang an sich anschaut, sondern den Uluru im Blick behält und beobachtet wie sich die Farben ändern.
Dieses mal hatten wir mehr Glück als vor 10 Jahren, wobei auch wieder einige Wolken vorhanden waren. Es war auf jeden Fall wieder ein tolles Erlebnis und dieser Berg wirkt besonders. Entgegen unserer Annahme war es nicht signifikant voller als vor 10 Jahren, was wir definitiv nicht schlecht finden.


Nachdem wir im Resort abgesetzt wurden, haben wir uns dem Abendessen gewidmet. Und wie die Servicekraft am Mittag sagte, war definitiv genug Platz vorhanden. Wenn man bedenkt, dass das Resort fast ausgebucht war, ist das schon erstaunlich.

Freitag, 14. November 2008

Die Wüste lebt!

G'day!

So, wir sind wieder in Alice Springs und haben die letzten Tage viiiieeeel erlebt!

Fangen wir aber mal am Besten da an, wo wir aufgehört haben. Von Darwin aus sind wir mit Qantas nach Alice Springs geflogen. Bekommen haben wir eine Boeing 717 mit 2-3-Bestuhlung. Was uns hier erneut aufgefallen ist, ist dass die Sitzbreite und der Sitzabstand erheblich größer war als in der Lufthansa-Maschine für den Langstreckenflug. Dadurch, dass wir dieses Mal mit Qantas und nicht mit einer Billig-Fluglinie geflogen sind, gab es an Bord auch was auf die Gabel. Das war dann auch wirklich gut und wirklich viel. Maren, dich hätte das Essen richtig gefreut. ;)
In Alice Springs hieß es dann erstmal warten. Von unserem Backpackers aus gab es einen eigenen Shuttle, der aber noch auf die Leute aus Perth wartete, die ca. 1 Stunde später ankamen als wir. Na gut, haben wir uns also die Zeit auf dem Flughafen vertrieben.
Das Backpackers selbst (Annie's Place) ist absolut großartig! Total nette Leute am Empfang, etwas außerhalb von Alice Springs und somit mit eigener Bar und kleinem Restaurant. Dort gibt es ausgewählte Speisen täglich für 5$, der Rest kostet 12$ und man wird richtig satt davon. Das Bier und den Cider kann man auch hervorragend genießen. :)

Am nächsten Morgen hieß es dann (wieder mal) früh aufstehen, da wir um 6:50 abgeholt wurden, um den Weg nach Yulara (Ayers Rock Resort) zu absolvieren. Die Fahrt hat mit Pausen ca. 6 Stunden gedauert, wobei wir auch ein Kamelfarm besichtigt haben.

Im Ayers Rock Resort selbst gibt es 4 Hotels unterschiedlichen Standards, wobei wir die billigste Kategorie über dem Camping genommen haben und ein Shopping-Center. Das hieß: 20-Bett-Zimmer unisex. Auf der Fahrt hatten wir noch die Hoffnung, dass wir direkt vor Ort auf ein Doppelzimmer erhöhen können, aber leider waren die alle ausgebucht. Leider waren die Zimmer auch noch nicht fertig und wir sollten doch in einer Stunde noch mal wiederkommen. Nach der Stunde waren die dann auch fertig, aber wir haben zu dem Zeitpunkt schon für uns beschlossen, dass wir nicht wieder so sehr sparen werden, sondern immer ein Doppelzimmer im Voraus buchen werden.
Der Tag war aber noch nicht vorbei, sondern um 15:40 ging es schon wieder auf die nächste Tour. Und zwar zunächst zu den Kata Tjuta. Das ist eine Gesteinsformation, wo die Olgas zu sehen sind. Das bedeutet übersetzt "viele Köpfe". Dort kann man auch zwischen den Gesteinen langgehen. Gut zu sehen war dort, wie das Gestein eigentlich ausgewaschen wurde und erodiert ist. Allerding war das auch recht warm. Wir sind hier ja in der Wüste (die nebenbei bemerkt erstaunlich grün ist!) und wirklich viel Schatten gab es bei der Wanderung nicht. Wir haben es aber überlebt und uns auf den für uns spannenderen Teil gemacht: Sonnenuntergang am Uluru (früher Ayers Rock). Dort wird einem richtig etwas geboten. Es gibt einen speziellen Ort, wo alle Touris hingekarrt werden. Dort haben alle Unternehmen einen Stand aufgebaut und es gibt Nüsse, Wein und Soft-Drinks. Dazu haben die auch alle Klapphocker dabei und man kann den Sonnenuntergang auch richtig genießen. Leider war es allerdings bewölkt, was das Farbspiel am Uluru selbst, etwas gemindert hat. Nichtsdestotrotz war das ein Erlebnis. So traumhaft! Einfach unbeschreiblich! Wir haben da so ca 100 Bilder gemacht. Die werden wir aber definitiv nicht alle hochladen. Nur falls jemand uns nach der Rückkehr erzählt, dass er alle Bilder sehen will, soll derjenige nicht sagen, wir hätten ihn nicht gewarnt *gggg*

Zurück im Resort sind wir beim Shopping-Center ausgestiegen, da uns vorher schon das Essen in unserem Outback Pioneer nicht wirklich angesprochen hat. In Yulara fährt ein kostenloser Shuttle-Bus zu den unterschiedlichen Hotels und dem Shopping-Center. Dadurch mussten wir auch keine Angst haben, dass wir einen weiten Weg in der Dunkelheit zurück gehen müssen. Im Shopping-Center hatten eigentlich alle Geschäfte schon geschlossen, aber es gab ein Restaurant, bei dem wir dann unser Geld gelassen haben, was wir sonst in das Zimmer-Upgrade investieren wollten.
Danach sind wir auch relativ schnell ins Bett gegangen, da wir eh noch müde waren und am nächsten Morgen um 4:05 abgeholt werden sollten. Nachts gab es natürlich fast keinen Schlaf, da immer irgendwelche Klappspaten ins Zimmer reingelatscht sind, um etwas zu holen, dabei das Licht eingeschaltet haben und beim Verlassen des Zimmers es nicht ausgemacht haben. Und bei 20 Leuten ist eh immer irgendwie Unruhe vorhanden.

Am nächsten Morgen sind wir dann zum Kings Canyon gefahren. Das ist auch eine Gesteinsformation, bei der man verschiedene Wege laufen kann. Einerseits auf den Klippen, andererseits unten im Canyon-Bett. Auch wenn wir relativ früh morgens da waren, haben wir uns gegen den Klippenweg entschieden. Einerseits wurde explizit gesagt, dass man wirklich fit sein sollte und andererseits sind wir auch quasi nicht wirklich an die brennende Sonne gewöhnt. Der Weg beginnt übrigens mit 500 Stufen. Wie auch immer, der Weg im Canyon war absolut schön und dafür nicht so anstrengend. Dort gab es dann auch stellenweise Schatten. Die Tour führte uns dann letztendlich wieder zurück nach Alice Springs.

Wir sind wieder im Annie's Place abgestiegen und super zufrieden damit. Da es schon Abend war, haben wir uns ein Bier und Cider genehmigt, die Füße in den Pool gehängt und es uns gut gehen lassen.

Sehr spannend war bei den Fahrten durch die Wüste, dass es hier keine Wasserbeschränkungen gibt, wie in quasi allen Küstenstädten. Der liegt daran, dass unter der Wüste ein riesiges Gewässer fließt und somit am trockensten Ort des Kontinents das meiste Wasser vrohanden ist. Klingt komisch und ist es auch. Auch die Flüsse, die 99% der Zeit oberirdisch ausgetrocknet sind, fließen viele Meter unter der Erde fröhlich vor sich hin. Wie sagte der eine Tourmensch so schön: Hier ist alles upside-down. :)

In der Wüste leben übrigens auch viele Tiere, die uns einige scharfe Bremsungen zwischendurch eingebracht haben. Es sind nicht nur die ganzen (giftigen) Schlangen, sondern auch viele Wallabys, Känguruhs, wilde Kamele, wilde Pferde und Kühe. Daran erkennt man schon, dass die Wüste nicht ganz so trocken ist, wie andere Wüsten. Pro Jahr fallen hier durchschnittlich knapp unter 300 mm Regen und nicht allzu tief im Boden gibt es halt auch Feuchtigkeit, die von der Vegetation genutzt wird. Die wilden Kamele sind übrigens überwiegen afghanische Kamele. da sie die robustesten ihrer Art sind und früher zwingend benötigt wurden, um durch die Wüste zu reisen. Als dann die Eisenbahn gebaut war, wurden sie nicht mehr gebraucht und freigelassen. Sie haben (wie so viele andere importierte Tiere) keine Feindem, sind gegenüber Krankheiten extrem robust und somit vermehren sie sich auch gut. Das hat auch Vorteile, da diese wirklich robusten Viecher nun wieder in den Orient exportiert werden können. So gute Tiere gibt es da nämlich im Allgeminen nicht mehr. ;)

Heute war etwas unspektakulärer. Wir haben ausgeschlafen. Na gut ... ausschlafen hieß in diesem Fall bis 8:00. ;) Wir haben dann Alice Springs unsicher gemacht (ja, shoppen! Julia hat auch was neues zum Anziehen gefunden), waren Wassernachschub kaufen und haben dann noch die Royal Flying Doctors besichtigt. Leider haben sie hier nur das Kommunikationszentrum und nicht das Rollfeld direkt, so dass wir dort "nur" eine kleine Tour mitmachen und das Museum besichtigen konnten. Das war hochspannend und vielleicht werden wir doch am Ende unserer Reise nochmal nach Cairns fahren, um dort dann auch mal ein Flugzeug live zu sehen. Mich interessiert doch brennend, was die wirklich alles an medizinischen Geräten einbauen und mitnehmen können. :)
Sonst war es einfach nur entspannend.

Morgen fahren wir dann wieder in aller Frühe über Coober Pedy nach Adelaide. Das wird bestimmt auch spannend, da Coober Pedy (eine Stadt mit vielen Opalminen) überwiegend unterirdisch liegt, um den unwirtlichen äußeren Bedingungen zu entkommen.
Ich denke, dass wir uns aus Adelaide wieder melden werden und somit verabschieden wir uns mit dem Aussie-typischen:

See ya later!