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Montag, 12. November 2018

A Town like Alice

Heute haben wir wieder in Ruhe ausschlafen und frühstücken können. OK, das Frühstück ist nur bis um 9 Uhr und insofern ist es für viele bestimmt kein wirkliches Ausschlafen. Für uns passte das auf jeden Fall ziemlich gut, zumal Juli und ich eh sehr früh wach waren.

Nach dem Frühstück haben wir Renate und Bernhard zu einem kleinen Spaziergang in die Stadt motiviert. Die Temperatur sagt übrigens derzeit so grob 36°C und 3-4% Luftfeuchtigkeit, womit es viel angenehmer als Darwin ist. Alice ist insgesamt ziemlich klein und so sind wir dann halt einfach nur unsere Straße in Richtung Todd Mall gegangen, in ein Einkaufzentrum gegangen, zum Coles 2 Straßen weiter gelatscht und wieder zurück gewandert. Auf dem Weg waren durchaus ein paar bemerkenswerte Plätze und Gebäude, die auch mit Plaketten versehen waren. Ebenso waren einige heilige Bereiche der Aboriginals augeschildert. Insgesamt ist die Stadt aber immernoch eher unspektakulär. Im Vergleich zu unserer Reise vor 10 Jahren hat sich allerdings durchaus etwas getan. Und wir finden zum Besseren. Insgesamt wirkt es weniger heruntergekommen. Leider war dieses mal in dem Einkaufszentrum keine Weihnachtsdeko, bei der Kängurus den Weihnachtsmannschlitten ziehen. Aber einen Weihnachtsbaum mit einem Känguru daneben gab es immerhin.

Im Hotel haben wir dann noch etwas Zeit gehabt, bevor wir dann mittags von unserem Tourguide abgeholt wurden. Die heutige Tour heißt 'A Town like Alice'. Wir sind zunächst zum Anzac Hill gefahren. Das ist ein Hügel in der Stadt, von dem man nett über Alice und die angrenzenden Ranges gucken kann. Auf dem Hügel ist ein Kriegsdenkmal. Das ist auch insofern passend, als dass ANZAC für Australian New Zealand Army Corps steht. Es gibt hier auch Anzac Bicuits und vieles mehr. Die Aussicht war wirklich toll und da gestern Remembrance Day war, waren auch überall noch gebastelte Mohnblumen zu sehen. Auf dem Hügel hat uns unser Tourguide eine Menge über die Geschichte von Alice Springs erzählt, wo die ersten Gebäude standen und so.

Der nächste Stopp war die Alice Springs School of the Air (ASSOA). Diese Schule basiert auf der Idee von Misses Adelaide Miethke, der aufgefallen ist, dass weit enfernt und auseinander lebende Kinder wenig soziale Kontakte haben und schlecht unterrichtet werden können. Um diese Distanzen zu überbrücken, könnte man doch die Funkstationen nutzen, die bei den Leuten Dank der Royal Flying Doctors eh schon zu Hause stehen und somit per Funk Schulunterricht zu den Kindern zu bringen. Und so wird von der Vorschule bis zum Abschluss der hiesigen Mittelstufe eine Fernschule angeboten, wobei die Schüler zwischen 70 und 1300 km von Alice Springs entfernt wohnen. Dieses Angebot wird nicht nur von den Weißen genutzt, sondern auch von mehreren Aboriginals, sofern es bei ihnen keine Schulen gibt. Es wurde ebenfalls bereits so eingesetzt, dass eine Klasse einer normale Schule Matheunterricht über die Fernschule bekommen hat, weil die Schule keinen Mathelehrer gefunden hat. Mittlerweile, also seit 2005 hat die Schule zwar noch Funklizenzen für 3 Frequenzen, aber es findet alles über Internet statt. Das ist interaktiv und der direkte Austausch ist einfacher. Zusätzlich kann der Unterricht aufgezeichnet und entsprechend heruntergeladen werden, wenn es zeitlich bei den Teilnehmern Probleme gibt. Damit wurde auch die Zeit der Lernüberprüfung massiv herabgesetzt. Mussten die Kinder früher noch bis zu 8 Wochen auf ihre Lösungs- und Prüfungsergebnisse werten, bekommen sie diese nun eher in 2-3 Tagen.
Vieles davon haben wir in einem Film erfahren, wobei auch ein Angestellter im Anschluss noch einiges erzählt und gezeigt hat. So gibt es auch mehrere Beispiele, wo bereits die 3. Generation an der Schule unterrichtet wird. Im Anschluss an den Film haben wir dann noch ein bisschen was von einer Live-Übertragung einer Mathestunde anschauen können. Das war alles äußerst interessant. Ach ja, 3 mal im Jahr kommen die Schüler dann übrigens doch in Alice zusammen, wo es dann entsprechende Gruppenaktivitäten gibt und die Schüler sich auch gegenseitig kennenlernen.


Im Anschluss an die ASSOA sind wir zu der Telegraphenstation und damit dem Ursprung von Alice Springs gefahren. Hier stehen die ältesten Gebäude Zentralaustraliens. Nachdem John McDouall Stuart 1862 es als erstes geschafft hat, von Adelaide bis an die Nordküste einen Weg zu finden und zurückzukehren, wurde in 1870 begonnen, Telegraphenleitungen von Adelaide in den Norden zu verlegen. 1871 wurde diese Station gebaut und bereits 1872 wurde die Leitung von Charles Todd eröffnet. Zu dem Zeitpunkt wurde auch das Unterseekabel von Australien nach Asien (und Europa) fertiggestellt, so dass es nun möglich war, direkt Telegramme von Südaustralien nach London zu verschicken. Durch Goldfunde und andere Begebenheiten hat sich hier im Endeffekt eine Stadt gegründet, wobei diese noch eine ganze Weile unter Stuart Town firmierte. 1933 wurde der Name erst offiziell in Alice Springs geändert. Zwischenzeitilich wurde diese Telegraphenstation auch anderweitig verwendet. So war sie auch die Unterkunft der Mischlings-Aboriginals, die den Müttern weggenommen worden. Das war alles auch sehr spannend aufbereitet.

Weiter ging es nun zu den Royal Flying Doctors. Hier haben wir einen 20-minütigen Film gezeigt bekommen, der die Historie der Flying Doctors zeigt. Der war toll gemacht und hatte auch Videomaterial aus der früheren Zeit, was toll präsentiert wurde. Auch sind die aktuellen Fallzahlen ziemlich beeindruckend, da durchschnittlich alle 2 Minuten jemand behandelt wird. Dazu gehören natürlich auch Patientenverlegungen und ähnliches. Im Anschluss konten wir auch noch in das Museum gehen, wo einige Funktransmitter, alte Briefe und verschiedene Notfallkoffer gezeigt werden. Hier waren wir ja bereits vor 10 Jahren, allerdings haben sie 2012 alles erneuert und umgebaut, so dass für uns der Großteil hier jetzt auch neu war.


Einen weiteren Punkt hatten wir noch auf unserer Liste. In Alice gibt es ein Reptilienzentrum, das von einem in Funk und Fernsehen recht bekannten Typen geleitet wird. Ich kannte Rex zwar bisher nicht, aber der ist wohl bei vielen Dokus mit involviert, wenn es um Schlangen und Reptilien geht. Er ist auch derjenige, der gerufen wird, wenn irgendwelche Schlangen hier mal wieder entfernt werden müssen. Sei es nun aus irgendwelchen Hotelpools oder von Privatgrundstücken. Angefangen hat es mit einigen Informationen über Krokodile. Da wir bereits im Norden waren, kannten wir die Infos. Aber er hat bei dem Krokodil vor Ort spannend vorgeführt, wie schnell die eigentlich sind, welche Gefahr von ihnen ausgeht und wie man sich in deren Nähe zu verhalten hat. Anschließend hat er uns mehrere einheimische Echsen gezeigt, die vor Ort gehalten werden. Eine Art ist insbesondere deshalb dort, weil die Aga-Kröte derzeit dabei ist, sie auszurotten. Die Aga-Kröte ist ja ein eingschleppter giftiger Schädlung und sobald diese Echsen die Kröte fressen wollen, sterben sie an dessem Gift. Und da die Kröte immer weiter auf dem Vormarsch ist, gibt es hier halt einen Teil der Backup-Population. Auch hat er zu vielen weiteren Echsen viel erzählt und wir durften eine (daran gewöhnte) Bartagame halten. Die war total niedlich und fühlte sich total toll an. Anscheinend gefiel es ihr auch auf meiner Hand. Jedenfalls war sie beim Runtersetzen nicht allzu schnell von der Hand weg.
Desweiteren hat er uns dann noch einiges über Schlangen in Australien erzählt und wie man sich in deren Nähe verhalten sollte. Dabei hat er immer wieder darauf hingewiesen, dass diese Tips nur für australische Schlangen gelten, da die zwar mega-giftig, aber eigentlich nicht sonderlich gefährlich sind. So haben die australischen Schlangen sehr kleine Giftzähne, so dass sie einen eigentlich kaum mehr verlezten können, sobald man eine lange Hose trägt. Auch kommen sie nur sehr oberflächlich in die Haut rein, so dass das Gift nur über die Lymphe transportiert wird und man dadurch mit gewissen Druckbandagen die Ausbreitung massiv verringern kann. Ebenso haben die australischen Giftschlangen keine Wärmewahrnehmung. Bleibt man also in deren Nähe stehen, dann halten sie einen für einen Baum. Wenn man nun sehr langsam rückwärts geht, dann ist man uninteressant, da sie nur auf Bewegung geeicht sind. Das war auch sehr spannend. Und zum Abschluss konnten wir noch eine gerade gefangene Python sehen, die aus einer privaten Vogelvoliere gefangen wurde, wo sie 2 Kakadus verspeist hat. Die Schlange hatte noch richtig schön die Futterbeulen, die man nach einer Mahlzeit bei ihr sehen kann.


Damit war der restliche halbe Tag auch rum und es ging zurück ins Hotel. Die Tour hat sich sehr gelohnt, auch wenn wir an den meisten Stopps gefühlt etwa eine viertel Stunde zu wenig hatten. Trotzdem hat diese Tour alle Highlights in Alice Springs abgedeckt und wir konnten doch einiges neues lernen.

Sonntag, 11. November 2018

Von Darwin nach Alice Springs

Nach dem frühen Aufstehen der letzten Tage, konnten wir heute in Ruhe ausschlafen und frühstücken. Nach dem Frühstück hatten wir auch noch genug Zeit, um unsere Koffer zu packen. Unser Shuttle war auf die Minute genau. Wir waren pünktlich am Flughafen und unser Flug hat auch super funnktioniert. Insofern war der Transfer echt entspannt.


In Alice haben wir wieder festgestellt, wie klein der Flughafen hier eigentlich ist. Selbst Darwin ist groß dagegen und der ist schon winzig. Aber gut, Alice Springs hat halt auch keine 30.000 Einwohner. Der Transport vom Flughafen zu unserem Ibis Styles hat auch einwandfrei funktioniert, wobei auch nur wir in dem Shuttle saßen. Wir haben dann erstmal den Nachmittag genutzt, um 2 Maschinen Wäsche zu waschen (und zu trocken). Während der Zeit konnten wir uns überlegen, was wir hier essen wollen. Das Restaurant im Ibis hat normalerweise geöffnet, aber der Koch fühlte sich uwohl, so dass das heute geschlossen ist. Ansonsten haben gefühlt 90% deer Restaurants hier am Sonntag geschlossen. Dementsprechend haben wir uns einfach Pizza bestellt.

Sehr lustig war auch das Mädel an der Rezeption. Wir haben gefragt, was denn von der Sicherheitswarnung des Auswärtigen Amtes zu halten ist, dass man in Alice nicht im Dunkeln unbedingt rumlaufen sollte. Sie meinte, dass das ganz viele sagen und sie sich fragt, wer sowas sagt. Weiter sagte sie, dass sie da keine Probleme sieht. Der nächste Satz war dann, dass sie hier aufgewachsen ist und von klein auf an beigebracht bekommen hat, nicht im Dunkeln rumzulaufen. Ich weiß nicht, ob ihr der Gegensatz aufgefallen ist, aber ich vermute nicht.

Donnerstag, 20. November 2008

Alice Springs to Coober Pedy

Wir hatten euch ausführlichere Berichte versprochen und hier kommen diese nun so nach und nach. Fangen wir doch mal da an, wo wir zuletzt aufgehört haben, nämlich in Alice Springs.

Zunächst durften wir abends Zeuge eines großartigen Gewitters werden. Wir wollten uns mit unserem Abendessen gerade gemütlich in den Innenhof setzen, als Julia meinte, dass es ein wenig nach Regen aussähe und wir drinnen wohl besser aufgehoben wären. Wir sind also rein und haben unser Essen angefangen. Mitten beim Essen sahen wir mehrere Leute reinkommen, aber da draußen immernoch ne ganze Menge andere Leute standen, wollten die reingekommenen Leute wohl nur Getränkenachschub haben. Nach dem Essen wollten wir erneut probieren uns in den Innenhof an den Pool zu setzen. Das haben wir dann aber doch lieber gelassen und haben die Bank vor unserem Raum genommen, die glücklicherweise überdacht war. Und vor dort aus konnten wir dann ein hübsches Gewitter mit Donner, Blitz und Starkregen genießen. Das Wasser ist dann auch irgendwann aus dem Innenhof zu unserer Bank geflossen, so dass wir immerhin die Zehen ins Wasser halten konnten. ;)

Am nächsten Morgen sollten wir früh abgeholt werden und standen mit einem norwegischen Pärchen draußen vor der Tür und warteten auf den Bus. Nach 15 Minuten wollte ich dann doch mal anrufen gehen, aber das Mädel an der Rezeption meinte, dass das normal sei und die allen Leuten sagen, dass sie um die Uhrzeit da sein werden, aber eben die Hotels nach und nach abklappern. Immerhin kann man so einigermaßen sicher sein, dass alle Leute pünktlich sind *gg*

Wir also in den auf 19 Leute ausgelegten Bus rein und wir haben auch noch eine Zweierbank für uns gefunden. In Australien gibt es mittlerweile auch die Anschnallpflicht, aber die Regelung über vorhandene Gurte in Bussen scheint ähnlich zu sein, wie in Deutschland, so dass die Sitze natürlich keine Gurte hatten. Nachdem er dann auch losgefahren ist, konnte man direkt sagen, dass das äußere des Busses tatsächlich auf ein älteres Modell schließen lässt. Innen klapperte es an allen Ecken und wir waren uns zunächst nicht sicher, ob die Seitenscheibe wirklich so viel klappern muss. Der Bus hat aber gehalten und ich bin mir auch recht sicher, dass er verkehrstauglich ist. Zumal es noch mehr Unternehmen mit diesen Busmodellen gibt und die alle ähnlich wirken. Abgesehen davon ist das Unternehmen bei der wichtigsten Tourismusvereinigung zertifiziert. Wie die prüfen, weiß natürlich auch keiner, aber man muss nun mal auch ein wenig Vertrauen in die Unternehmen haben. *ggg*

Aus der Prospektbeschreibung wußten wir, dass wir in Coober Pedy übernachten (und diese Übernachtung im Preis enthalten ist) und dass wir Essen bekommen werden. Als es also dann irgendwann Mittag wurde und wir einen Rastplatz ansteuerten, hieß es für alle mit anzupacken. Es wurde Salat, Gemüse, Wurst, u.ä. aus der Kühlbox geholt und es gab selbstgemachte Wraps und Sandwiches. Danach musste abgewaschen werden und weiter ging die Reise. An dem Tag mussten wir übrigens nur gute 600 km fahren. Im Umkehrschluss heißt das, dass am nächsten Tag noch 900 zu fahren waren ...
Die 600 km haben zwar eine ganze Weile gedauert und die Fahrt selbst war auch nicht wirklich spannend, aber es war doch interessant zu sehen, wie unterschiedlich sich die Wüste präsentiert. Teilweise wirkte sie fast wie eine Art Wald, an anderen Stellen eher wie die Steppe und an anderen Orten wieder vollkommen karg und leer.
Lustig war die Überschreitung der Grenze vom Northern Territory nach South Australia. Die beiden Staaten liegen direkt übereinander und haben auch die selbe Zeitzone (GMT+9:30), aber das Northern Territory nimmt nicht an der Sommerzeitumstellung teil, so dass wir bei Überschreitung dieser Grenze spontan eine Stunde gesprungen sind. So funktionieren dann wohl Zeitreisen *ggg*

Am späten Nachmittag sind wir in Coober Pedy angekommen. Die Wüste dort ist tatsächlich Wüste. Da möchte man auch eigentlich nicht als Lebewesen sein Dasein fristen. Aber es gibt Leute, die dort Opale suchen (und finden) und natürlich gibt es auch sonst alles, was man in einer Stadt benötigt. Immerhin wohnen dort bis zu 3000 Leute. Da fällt mir spontan ein, dass es übrigens auch Städte mit 10 Einwohnern gibt, wo aber auch alles vorhanden ist, was hier gebraucht wird. Das wäre ein Pub, eine Tanke, die auch Lebensmittel anbietet und ein Motel. Üblicherweise ist das alles in einem Haus untergebracht und steht irgendwo am Highway im Outback. Wieso man da hinzieht, kann ich nun überhaupt nicht nachvollziehen, aber einige Leute scheint es in die Einsamkeit (in karger Landschaft *Vogelzeig*) zu ziehen. Nun aber zurück nach Coober Pedy. Die Temperaturen liegen dort etwas höher als an anderen Orten in Australien und 60°C sind keine Seltenheit. Dementsprechend waren die Leute vor vielen Jahren schon klug genug unter die Erde zu flüchten. Somit sind viele Häuser in die Hügel gefräst und bieten eine konstante Temperatur um die 20°C an. Die Straßen sind allerdings nicht unterirdisch, so dass man von seinen Eltern immer noch für einen vergessenen Becher Sahne zum nächsten Supermarkt in die Hitze geschickt wird.
Wir durften in einem unterirdischen Raum schlafen, der aus einem langen Gang bestand, von dem dann jeweils links und rechts Nischen für die Betten abgingen, die mit einem Vorhang verdeckt werden konnten. In den Nischen standen 2-4 Doppelbetten und insgesamt waren da lockere 50 Betten. Da wir aber nun mal nur 19 Leute waren, konnten wir uns entsprechend breit machen und mehr oder minder jeder seine eigene Nische suchen. Danach durften wir einen Rundgang durch ein Opal-Juwelier machen, was aber erstaunlich spannend war. Dort gab es erst einen Film zu sehen, gefolgt von einem Rundgang durch eine typische Wohnung, wobei diese Wohnung vorher eine Mine war. Alles sehr nett und uns ist spontan eine Sache aufgefallen, die wir bei nahezu allen Schmuckfabriken, die wir im Ausland besichtigen "durften", moniert haben. Es gab nicht nur Goldschmuck mit eingesetzten Opalen, sondern auch Silberschmuck und es gab nicht nur teure Sachen, sondern auch günstige, wie z.B. Ketten für 30 $, was so 15-18 Euro sind. Dementsprechend haben auch mehrere etwas gekauft.

Weiter ging es zum nächsten enthaltenen Essen in einer Pizzeria. Die Pizza war auch tatsächlich im Preis enthalten, nur die Getränke mussten zu (fairen!) Preisen gekauft werden. Es gab 6 Mega-Pizzen, die alle unterschiedlich belegt waren. Das waren:
- Aussie (Schinken, Salami und Ei)
- Vegetarisch
- Hawai
- Schinken, Pilze, Oliven
- Schinken
- Margherita
Diese Pizzen waren absolut lecker und das war der Zeitpunkt, wo sich dann auch die Gruppe wirklich näher zusammengefunden hat. Zwischen der Besichtigung und dem Pizzaessen und während der Pausen war natürlich auch schon immer ein wenig Gesabbel, aber dort ging es halt so richtig los. Auffällig war, dass Julia und ich eher mit zu den älteren Leuten da gehört haben. Es waren immerhin 5 Kerle bei den 19 Leuten vorhanden, so dass die Männer doch recht gut als Hahn im Korb durchgingen. Interessant war auch, welche Nationalitäten alle vertreten waren:
- Australier
- Deutsche
- Engländer
- Franzosen
- Holländer
- Italiener
- Norweger
- Schweizer
Bevor wir ins Bett gegangen sind, hieß noch einen Pub zu besichtigen und dort noch einige Getränke zu vernichten ;)

So, mehr gibt es irgendwann später wieder. Es fehlen ja noch Berichte von dem weiteren Weg nach Adelaide, Adelaide an sich, Kangaroo Island und Barossa Valley. Und morgen mieten wir uns ein Auto, schauen uns Hahndorf und einen Zoo in der Nähe an und fahren dann nach Melbourne über die Great Ocean Road. Da gibt es noch viel zu erzählen. Ich denke mal, dass das in der Zeit kommen wird, wo wir in Melbourne sind. Ebenso werden die nächsten Fotos dann hochgeladen. Nun ist erstmal das Abendprogramm dran ...

Freitag, 14. November 2008

Die Wüste lebt!

G'day!

So, wir sind wieder in Alice Springs und haben die letzten Tage viiiieeeel erlebt!

Fangen wir aber mal am Besten da an, wo wir aufgehört haben. Von Darwin aus sind wir mit Qantas nach Alice Springs geflogen. Bekommen haben wir eine Boeing 717 mit 2-3-Bestuhlung. Was uns hier erneut aufgefallen ist, ist dass die Sitzbreite und der Sitzabstand erheblich größer war als in der Lufthansa-Maschine für den Langstreckenflug. Dadurch, dass wir dieses Mal mit Qantas und nicht mit einer Billig-Fluglinie geflogen sind, gab es an Bord auch was auf die Gabel. Das war dann auch wirklich gut und wirklich viel. Maren, dich hätte das Essen richtig gefreut. ;)
In Alice Springs hieß es dann erstmal warten. Von unserem Backpackers aus gab es einen eigenen Shuttle, der aber noch auf die Leute aus Perth wartete, die ca. 1 Stunde später ankamen als wir. Na gut, haben wir uns also die Zeit auf dem Flughafen vertrieben.
Das Backpackers selbst (Annie's Place) ist absolut großartig! Total nette Leute am Empfang, etwas außerhalb von Alice Springs und somit mit eigener Bar und kleinem Restaurant. Dort gibt es ausgewählte Speisen täglich für 5$, der Rest kostet 12$ und man wird richtig satt davon. Das Bier und den Cider kann man auch hervorragend genießen. :)

Am nächsten Morgen hieß es dann (wieder mal) früh aufstehen, da wir um 6:50 abgeholt wurden, um den Weg nach Yulara (Ayers Rock Resort) zu absolvieren. Die Fahrt hat mit Pausen ca. 6 Stunden gedauert, wobei wir auch ein Kamelfarm besichtigt haben.

Im Ayers Rock Resort selbst gibt es 4 Hotels unterschiedlichen Standards, wobei wir die billigste Kategorie über dem Camping genommen haben und ein Shopping-Center. Das hieß: 20-Bett-Zimmer unisex. Auf der Fahrt hatten wir noch die Hoffnung, dass wir direkt vor Ort auf ein Doppelzimmer erhöhen können, aber leider waren die alle ausgebucht. Leider waren die Zimmer auch noch nicht fertig und wir sollten doch in einer Stunde noch mal wiederkommen. Nach der Stunde waren die dann auch fertig, aber wir haben zu dem Zeitpunkt schon für uns beschlossen, dass wir nicht wieder so sehr sparen werden, sondern immer ein Doppelzimmer im Voraus buchen werden.
Der Tag war aber noch nicht vorbei, sondern um 15:40 ging es schon wieder auf die nächste Tour. Und zwar zunächst zu den Kata Tjuta. Das ist eine Gesteinsformation, wo die Olgas zu sehen sind. Das bedeutet übersetzt "viele Köpfe". Dort kann man auch zwischen den Gesteinen langgehen. Gut zu sehen war dort, wie das Gestein eigentlich ausgewaschen wurde und erodiert ist. Allerding war das auch recht warm. Wir sind hier ja in der Wüste (die nebenbei bemerkt erstaunlich grün ist!) und wirklich viel Schatten gab es bei der Wanderung nicht. Wir haben es aber überlebt und uns auf den für uns spannenderen Teil gemacht: Sonnenuntergang am Uluru (früher Ayers Rock). Dort wird einem richtig etwas geboten. Es gibt einen speziellen Ort, wo alle Touris hingekarrt werden. Dort haben alle Unternehmen einen Stand aufgebaut und es gibt Nüsse, Wein und Soft-Drinks. Dazu haben die auch alle Klapphocker dabei und man kann den Sonnenuntergang auch richtig genießen. Leider war es allerdings bewölkt, was das Farbspiel am Uluru selbst, etwas gemindert hat. Nichtsdestotrotz war das ein Erlebnis. So traumhaft! Einfach unbeschreiblich! Wir haben da so ca 100 Bilder gemacht. Die werden wir aber definitiv nicht alle hochladen. Nur falls jemand uns nach der Rückkehr erzählt, dass er alle Bilder sehen will, soll derjenige nicht sagen, wir hätten ihn nicht gewarnt *gggg*

Zurück im Resort sind wir beim Shopping-Center ausgestiegen, da uns vorher schon das Essen in unserem Outback Pioneer nicht wirklich angesprochen hat. In Yulara fährt ein kostenloser Shuttle-Bus zu den unterschiedlichen Hotels und dem Shopping-Center. Dadurch mussten wir auch keine Angst haben, dass wir einen weiten Weg in der Dunkelheit zurück gehen müssen. Im Shopping-Center hatten eigentlich alle Geschäfte schon geschlossen, aber es gab ein Restaurant, bei dem wir dann unser Geld gelassen haben, was wir sonst in das Zimmer-Upgrade investieren wollten.
Danach sind wir auch relativ schnell ins Bett gegangen, da wir eh noch müde waren und am nächsten Morgen um 4:05 abgeholt werden sollten. Nachts gab es natürlich fast keinen Schlaf, da immer irgendwelche Klappspaten ins Zimmer reingelatscht sind, um etwas zu holen, dabei das Licht eingeschaltet haben und beim Verlassen des Zimmers es nicht ausgemacht haben. Und bei 20 Leuten ist eh immer irgendwie Unruhe vorhanden.

Am nächsten Morgen sind wir dann zum Kings Canyon gefahren. Das ist auch eine Gesteinsformation, bei der man verschiedene Wege laufen kann. Einerseits auf den Klippen, andererseits unten im Canyon-Bett. Auch wenn wir relativ früh morgens da waren, haben wir uns gegen den Klippenweg entschieden. Einerseits wurde explizit gesagt, dass man wirklich fit sein sollte und andererseits sind wir auch quasi nicht wirklich an die brennende Sonne gewöhnt. Der Weg beginnt übrigens mit 500 Stufen. Wie auch immer, der Weg im Canyon war absolut schön und dafür nicht so anstrengend. Dort gab es dann auch stellenweise Schatten. Die Tour führte uns dann letztendlich wieder zurück nach Alice Springs.

Wir sind wieder im Annie's Place abgestiegen und super zufrieden damit. Da es schon Abend war, haben wir uns ein Bier und Cider genehmigt, die Füße in den Pool gehängt und es uns gut gehen lassen.

Sehr spannend war bei den Fahrten durch die Wüste, dass es hier keine Wasserbeschränkungen gibt, wie in quasi allen Küstenstädten. Der liegt daran, dass unter der Wüste ein riesiges Gewässer fließt und somit am trockensten Ort des Kontinents das meiste Wasser vrohanden ist. Klingt komisch und ist es auch. Auch die Flüsse, die 99% der Zeit oberirdisch ausgetrocknet sind, fließen viele Meter unter der Erde fröhlich vor sich hin. Wie sagte der eine Tourmensch so schön: Hier ist alles upside-down. :)

In der Wüste leben übrigens auch viele Tiere, die uns einige scharfe Bremsungen zwischendurch eingebracht haben. Es sind nicht nur die ganzen (giftigen) Schlangen, sondern auch viele Wallabys, Känguruhs, wilde Kamele, wilde Pferde und Kühe. Daran erkennt man schon, dass die Wüste nicht ganz so trocken ist, wie andere Wüsten. Pro Jahr fallen hier durchschnittlich knapp unter 300 mm Regen und nicht allzu tief im Boden gibt es halt auch Feuchtigkeit, die von der Vegetation genutzt wird. Die wilden Kamele sind übrigens überwiegen afghanische Kamele. da sie die robustesten ihrer Art sind und früher zwingend benötigt wurden, um durch die Wüste zu reisen. Als dann die Eisenbahn gebaut war, wurden sie nicht mehr gebraucht und freigelassen. Sie haben (wie so viele andere importierte Tiere) keine Feindem, sind gegenüber Krankheiten extrem robust und somit vermehren sie sich auch gut. Das hat auch Vorteile, da diese wirklich robusten Viecher nun wieder in den Orient exportiert werden können. So gute Tiere gibt es da nämlich im Allgeminen nicht mehr. ;)

Heute war etwas unspektakulärer. Wir haben ausgeschlafen. Na gut ... ausschlafen hieß in diesem Fall bis 8:00. ;) Wir haben dann Alice Springs unsicher gemacht (ja, shoppen! Julia hat auch was neues zum Anziehen gefunden), waren Wassernachschub kaufen und haben dann noch die Royal Flying Doctors besichtigt. Leider haben sie hier nur das Kommunikationszentrum und nicht das Rollfeld direkt, so dass wir dort "nur" eine kleine Tour mitmachen und das Museum besichtigen konnten. Das war hochspannend und vielleicht werden wir doch am Ende unserer Reise nochmal nach Cairns fahren, um dort dann auch mal ein Flugzeug live zu sehen. Mich interessiert doch brennend, was die wirklich alles an medizinischen Geräten einbauen und mitnehmen können. :)
Sonst war es einfach nur entspannend.

Morgen fahren wir dann wieder in aller Frühe über Coober Pedy nach Adelaide. Das wird bestimmt auch spannend, da Coober Pedy (eine Stadt mit vielen Opalminen) überwiegend unterirdisch liegt, um den unwirtlichen äußeren Bedingungen zu entkommen.
Ich denke, dass wir uns aus Adelaide wieder melden werden und somit verabschieden wir uns mit dem Aussie-typischen:

See ya later!