Posts mit dem Label Northern Territory werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Northern Territory werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Freitag, 20. Januar 2023

Lichtfeld

Unsere heutige Tour ist etwas früher gestartet als die gestrige. Also hieß es wieder, unglaublich früh mit viel zu wenig Schlaf aufzustehen.
Unser Ziel war das Field of Light. Das ist eine Kunstinstallation von Bruce Munro, den wir vorher zwar auch nicht kannten, aber angeblich bekannt ist. Installiert wurde es 2016 und sollte eigentlich nur wenige Monate da sein. 7 Jahre später ist es immer noch da, weil es sehr erfolgreich bei den Touristen ankommt. Das Field of Light ist inspieriert von dem Blütenfarbspiel der Wüste nach Regen. Die Idee ist, die Farben auch ohne Regen erlebbar zu machen. Und da Licht im Allgemeinen in der Dunkelheit besser funktioniert als wenn die Sonne drauf scheint, muss man entsprechend früh losfahren.

Die Fahrt betrug nur wenige Minuten, in denen Kalle allerdings heute tatsächlich wieder einschlief. Am Ort angekommen, wurden wir zu einer Aussichtsplattform geführt, von der wir später den Sonnenaufgang beobachten sollten. Der erste Blick auf das Field of Light war da natürlich auch möglich. Weiter ging es dann hinunter zum Field of Light. Dieses Field of Light besteht aus 50000 kleinen Lichtern, das mit ein paar Wegen durchzogen ist. Und dementsprechend konnten wir ganz in Ruhe den Pfaden folgen und die leuchtende Wüstenblüte in unserer Geschwindigkeit erleben. Die Lichter sind übrigens voll solarbetrieben.
Wir haben uns schnell von unserer Gruppe getrennt und das Erlebnis war wirklich toll. Einerseits war das Field of Light sehr stimmungsvoll, andererseits war es sehr grandios die beginnende Dämmerung dort zu erleben.

Nachdem wir das Feld abgelaufen hatten, sind wir zur Aussichtsplattform gegangen, um den Sonnenaufgang neben dem Uluru zu beobachten. Hinter uns war auch Kata-Tjuta zu sehen. Dazu gab es ein paar Kekse und Heißgetränke. Es war heute sehr wolkig und ein paar Tropfen haben wir auch abbekommen, aber trotzdem hat sich das richtig gelohnt. Gut, Kalle hat alles im Tragesystem voll verschlafen, was wir eigentlich auch schon für gestern erwartet hatten.



Nachdem die Sonne aufgegangen war, ging es auch wieder zurück ins Resort. Wir hatten unser Frühstück im Hotelrestaurant vorgebucht und das genossen.
Neben der Frühstücksbuchung haben wir auch einen Late Check-Out organisieren können. Das war sinnvoll, da unser eigentlicher Flug gestrichen und wir auf den nächsten Flug einer anderen Airline umgebucht wurden, der planmäßig eine halbe Stunde später angesetzt war. Die Zeit haben wir genutzt, indem Kalle erst noch etwas spielen konnte, bevor er beschlossen hat, noch ein Nickerchen zu machen.

Wir können für uns als Fazit ziehen, dass dieser Besuch im Uluru-Kata-Tjuta-Nationalpark super und unglaublich entspannt war. Die letzten male sind wir angekommen, mussten schnell zur nächsten Tour, mussten früh aufstehen und dann ging es schon wieder zurück. Dieses mal hatten wir ausführlich Zeit, auch einfach die Zeit vor Ort zu genießen. Es ist dort zwar relativ teuer, aber wir würden definitiv wieder die Ruhezeit dort haben wollen. Nachdem wir nun auch die Touren mehrfach gemacht haben, würden wir zwar bestimmte Punkte vielleicht auch mit Touren machen wollen, aber eigentlich würden wir doch gerne auch mehr auf eigene Faust machen wollen.

Der Transfer zum Flughafen, der Check-in und Security-Check klappten einwandfrei. Das Boarding startete dagegen verspätet, da der Flieger nicht rechtzeitig in Sydney starten konnte. Hier sind wir auch nicht rechtzeitig weggekommen, weil eine Gepäckklappe unterm Flieger nicht schließen wollte. Irgendwann kamen wir aber los. Und da wir ja von Qantas auf Jetstar umgebucht wurden und somit quasi ein Downgrade bekommen haben, haben wir uns schon überlegt, dass wir uns beschweren wollen. Bei Qantas wären nämlich Heißgetränke und ein Snack mit drin gewesen, während man bei Jetstar alles zahlen muss. Wir wurden allerdings überrascht, dass wir jeder durch die Umbuchung ein Guthaben von 15 $ hatten und somit etwas wählen konnten. Man muss dazu sagen, dass die Preise schon ok waren und wir haben mit unserer Wahl das nicht ganz ausgeschöpft.

In Sydney sind wir mit etwas Verspätung gelandet, aber immerhin kamen die Koffer einigermaßen zügig. Und so waren wir sogar schneller als unser Shuttle. Allerdings mussten wir da auch nicht allzu lange warten. Wir haben die Zeit genutzt, um mit Wolfgang und Tess zu klären, wo wir uns wann zum Essengehen mit anschließender Gepäckübergabe treffen wollen. Durch die ganzen Verspätungen und die 1,5 h Zeitverschiebung wurde es schon wieder relativ spät, aber wir haben nach unserem Check-In in der Unterkunft bei einem Japaner direkt zur letzten Bestellung etwas bekommen können.

Und für morgen steht erstmal ausschlafen auf dem Plan.

Donnerstag, 19. Januar 2023

Sonnentouren

Für unsere erste Tour wurden wir heute um 5 Uhr am Hotel abgeholt. Der Wecker war für eine Stunde früher gestellt, um den Rucksack vorzubereiten und uns alle fertig zu machen. Wie erwartet, war der Bus pünktlich und dann fuhren wir auch schon zur Uluru Sonnenaufgangsaussichtsplattform. Die Sonne geht quasi im Rücken von einem auf und somit ist das Farbspiel auf dem Uluru und Kata-Tjuta im Hintergrund durch die ersten Sonnenstrahlen zu sehen. Das ist schon ein wirklich schönes Schauspiel.
Im Vergleich zu vor vier Jahren ist auffällig, wie viel leerer es ist. Also unser Bus heute war zwar ziemlich voll, aber es waren eben nicht viele Busse, die da standen. Wir sind gespannt, wie das auf den nächsten Touren hier so sein wird.

Der nächste Halt war dann der Walpa Gorge in Kata-Tjuta. Das ist eine von zwei Stellen, die von Touris betreten werden darf. Alles andere am Kata-Tjuta ist heilig für die Anangu. Der Weg in diese Schlucht und die Schlucht selbst ist einfach toll. Es war zwar warm, aber nicht unangenehm.

Nach einem kurzen Halt an einer Aussichtsplattform, die Juli gestern bereits alleine besichtigt hat, sind wir dann zurück ins Resort. Etwas schade an dieser Tour war, dass größtenteils identische Informationen gebracht wurden, wie gestern Abend auf der Tour. Aber gut, wir haben auch trotzdem was neues gehört und die Touren sind schon wirklich gut.



Im Resort haben wir kurz unsere Sachen ins Zimmer gebracht und uns dann wieder auf den Weg zum Town Square gemacht. Dort gibt es ein Café, in dem es Sandwiches und ähnliches gibt. Es wird von den indigenen Auszubildenden betrieben, um sie auf die Arbeit in Hotels und Restaurants mit westlichen Essensstandards vorzubereiten. Das war lecker und im Anschluss haben wir dann Kalle Planschzeit im Pool gegönnt. Das hat ihm auch sehr gefallen, aber da kam dann doch (endlich) ein Müdigkeitsflash. Zu dem Zeitpunkt hatte er im Vergleich zu sonst ein Schlafdefizit von ca 5 Stunden. Er hätte auf der Tour mehr schlafen können, aber anscheinend war das alles viel zu interessant.

Um 15:15 Uhr ging es dann wieder zur nächsten Tour. Dieses mal waren einige heilige Stätten mit anschließendem Sonnenuntergang am Uluru dran. Prinzipiell kannten wir diese Tour schon vom letzten mal, aber auch dieses mal war es wieder lohnend.

Der erste Stopp war beim Kulturzentrum der Anangu, in dem einige Geschichten mit uns geteilt werden. Dabei muss man bedenken, dass wir nun mal nicht zu deren Kulturkreis gehören und wir somit nur ein paar Geschichten hören, die auch den Kindern erzählt werden. Im Endeffekt sind darin immer diverse Lehren in Bezug auf Moral, gesellschaftliches Zusammenleben, Navigation u.ä. zu ziehen. Das ist durchaus spannend, aber da sich die Geschichten auf direkte Orte beziehen, wäre es noch schön, diese vor Ort erzählt zu bekommen. Auf Nachfrage hieß es, dass dafür der Base Walk um dies Basis des Uluru als Tour genau sowaas beinhaltet. Damit wissen wir schon mal, was wir nächstes mal machen sollten.

Zum Teil wurde unser Wunsch aber erfüllt, da drei Geschichten im Bus während der Fahrt um den Uluru erzählt wurden und dabei auf ein paar Markierungen im Fels hingewiesen wurde. Trotzdem wäre das zu Fuß natürlich noch mal ne andere Nummer. Da man nicht ganz um den Fels herumfahren kann, endet die Fahrt zunächst am Mutitjulu Wasserloch. Dort gibt es mehrere heilige Stätten, die für den Tourismus zugänglich gemacht wurden. Sie geben jedenfalls einen Eindruck, warum und wie die Stätten genutzt wurden.

Letztendlich ging es dann zum Aussichtsareal, von dem der Sonnenuntergang auf den Uluru beobachtet wird. Hier wurde wieder sehr deutlich, dass gerade Nebensaison ist, denn es war so viel weniger los als vor vier Jahren. Wir hatten jede Menge Platz und konnten problemlos überall ein Foto machen, ohne sich durch 2 Reihen an Menschen zu schieben. So haben wir einerseits einen Waran oder ähnliches gefunden, der sich versteckt hatte und andererseits hatten wir auch genug Platz, Kalle ein bisschen Auslauf außerhalb der Trage zu gewähren. Der hat auf dieser Tour auch wieder viel zu wenig geschlafen, aber dafür alles interessiert beobachtet und sich roten Sand in den Mund gesteckt. Hmm, nimmt er damit verbotenerweise etwas aus dem Nationalpark hinaus? Egal, anscheinend war er trotz Müdigkeit nicht unglücklich. Der Sonnenuntergang hat sich für uns auch wieder gelohnt, da es wieder hübsch war und der Fels zwischendurch ein tolles Leuchten gezeigt hat.



Danach ging es zurück ins Resort. Unser ursprünglicher Plan war, dass wir im Restaurant dann essen werden. Aber da Kalle so wenig geschlafen hat, haben wir ein bereits vorher erprobtes Instantnudelgericht im Zimmer gegessen, während Kalle schon mal geschlafen hat. Auch konnten wir unsere Sachen bereits packen, denn auch wenn wir morgen (noch früher als heute) noch eine Tour haben, fliegen wir morgen auch wieder zurück nach Sydney.

Mittwoch, 18. Januar 2023

Auf ins Red Center

Heute Morgen war der Wecker mit 05:45 recht früh gestellt. Wir haben uns also schnell fertig gemacht, haben unsere Sachen genommen und sind dann zum Flughafen gefahren. Der beginnende Berufsverkehr war nicht allzu schlimm und auch die derzeitige Verlegung der Autoabgabestation mit dem benötigten Shuttle zum Terminal war in unserem Plan enthalten.

Am Terminal angekommen, sind wir erstmal zum Avis-Schalter und haben die Bezahlung des neuen Reifens angemerkt. Die Rechnung wurde kurz genommen und entsprechend vermerkt. Ich bin gespannt, wann die Gutschrift dann wirklich da ist. Aber so war das jedenfalls schon mal sehr einfach.

Die Gepäckabgabe beim Qantas-Terminal ist anscheinend nur mit den Automaten möglich und auf Nachfrage, ob wir den Buggy und die Babyschale am Gate abgeben können, hieß es, dass es nicht möglich sei. Also haben wir es als Sperrgepäck abgegeben und einen Zerbrechlichanhänger dran gemacht. Noch bevor wir durch die Security gegangen sind, haben wir dann doch einen besetzten Serviceschalter gefunden. Naja, so hat auch alles funktioniert und kam heil an.

Der Flug war angenehm, zumal nur ziemlich wenig Passagiere dabei waren. Dass Kalle mal wieder alle Flugbegleiter*innen verzaubert hat, muss vermutlich nicht extra erwähnt werden.
Das Outback von oben ist auch immer wieder spannend. Und dieses mal ist es überraschend grün und einige Flüsse scheinen tatsächlich Wasser zu führen. Es hat halt mal etwas mehr geregnet. Sehr cool von der Crew war auch ein frühzeitiger Hinweis, wann man den Uluru auf welcher Seite des Flugzeugs sehen kann mit der expliziten Aussage, dass die Anschnallzeichen noch nicht leuchten und dementsprechend die auf der falschen Seite sitzenden ja mal eben auf die richtige Seite gehen oder aufstehen können.

Am Flughafen ging alles schnell, was auch nicht weiter verwunderlich ist, da der Flughafen winzigst ist. Unser Shuttlebus stand auch bereit und so ging es dann zu unserem Apartment im Desert Gardens Hotel. Und auch wenn unser eigentlich zugewiesenes Apartment noch nicht fertig war, wurde beim Check-in geschaut, ob nicht ein anderer Raum bereits fertig wäre. Das war auch der Fall. Das war schon sehr cool, dass wir früh ins Zimmer konnten.

Hier war jetzt erstmal alles ganz entspannt. Wir haben in Ruhe ausgepackt, Kalle spielen lassen und sind dann gemütlich zum Town Square gegangen, an dem wenige Shops, ein kleiner Supermarkt und 3 Bistros, Cafés und Restaurants sind.

Zurück im Hotel haben wir dann beschlossen, dass wir eigentlich vor unserer Tour warm essen könnten, was wir dann auch direkt gemacht haben. Die Preise sind zwar nicht günstig, aber die Portionen auch ziemlich umfangreich und lecker.

Und dann wurde es langsam Zeit, sich fertig zu machen und auf die erste Tour zu gehen. Dieses mal waren wir innovativ und haben eine neue Tour als Start ausgewählt. Es ging zum Sonnenuntergang nach Kata-Tjuta, was in der hiesigen Sprache so viel wie 'viele Köpfe' heißt. Auf dem Weg wurden natürlich wieder viele Informationen über Kata-Tjuta und die hiesigen Aboriginies gegeben. Vieles davon haben wir bei vorherige Besuchen bereits erfahren, aber natürlich auch wieder vergessen.

Da wir gut in der Zeit waren, sind wir erstmal zu einer Aussichtsplattform gefahren, von wo sowohl der Uluru als auch Kata-Tjuta gut zu sehen sind. Kalle hatte beschlossen, kurz vorher einzuschlafen. Und da der Tag eh schon lang für ihn war, bin ich mit ihm im Bus geblieben. Auch aus dem Bus war ein kleines Regenfeld nett, da dort ein Regenbogen zu sehen war.



Dann ging es weiter und wir haben uns den Sonnenuntergang an Kata-Tjuta angeschaut. Die Sonne geht dabei von der Aussichtsgegend nicht hinter Kata-Tjuta unter, sondern auf der gegenüber liegenden Seite, was damit ein Farbspiel auf den Felsen ermöglicht. Dazu gab es ein paar Snacks, Wein und Softdrinks. Und auch hier war in der Nähe ein Regenschauer unterwegs, auf dem ein Regenbogen zu sehen war. Das war ähnlich toll wie der Sonnenuntergang am Uluru die letzten male, wobei es hier einfach leer war. Es war exakt ein Bus da, nämlich unser und der war nicht mal zur Hälfte gefüllt.

Ne Weile nach Sonnenuntergang wurden wir dann zurück zum Hotel gebracht, wo Kalle endlich richtig schlafen durfte. Also beim Sonnenuntergang hätte er in der Trage auch schon schlafen dürfen, aber er wollte lieber neugierig gucken. Und nun schauen wir mal, wie lange wir noch machen, denn wir müssen morgen schon wieder sehr rechtzeitig aufstehen.

Dienstag, 13. November 2018

West MacDonnell Ranges

Old MacDonnell had a Range, e i e i o
and on his range he had a Gap, e i e i o ...

An dieser Stelle höre ich mit dem Umdichten des Songs mal lieber auf, bevor man mich für völlig verrückt oder dehydriert hält. Wir sind heute nach dem Frühstück in den Westen gefahren, um die West MacDonnell Ranges zu erkunden. Angefangen haben wir nur ein winziges Stück außerhalb von Alice Springs mit dem Grabstein von Reverend John Flynn. Sein Lebenswerk haben wir gestern bereits mit den Royal Flying Doctors besichtigt. Um den großen Stein auf seinem Grab gab es einigen Zwist, da ursprünglich eine der Devils Marbles genommen wurde, die den Aboriginal Frauen dort allerdings äußerst heilig sind. Nach einigem hin- und her, hat man aber einen Austauschstein eines anderen Aboriginal-Stammes gefunden und alles mögliche mit verschiedenen Stämmen ausgehandelt, so dass der originale Stein wieder an die Frauen des Aboriginal Stammes zurückgegeben wurde. Zu guter Letzt hat noch ein Pfaffe ein bisschen Weihwasser raufgeträufelt und somit waren alle beteiligten mit ihren heiligen Steinen glücklich. Die einen hatten den ursprünglichen Stein wieder und haben den mittels Tänze und Rituale wieder in ihrere Stätte integriert, die anderen konnten einen (vermutlich nicht ganz so heiligen) Stein stiften und damit anerkennen, dass Herr Flynn einen Service für alle Menschen im Outback erschaffen hat und die Christen, weil das Grab dann auch geweiht war.

Weiter ging es dann zu dem Simpsons Gap. Dazu hilft es zu wissen, dass es hier mehrere lange Berge, also eigentlich eher lange Grate gibt, die die Landschaft hier einfassen. Zwischendurch gibt es immer mal wieder Einschnitte, die durchaus besonders sind. Auf den Bergkämmen kann man übrigens auch eine der härtesten Mehrtageswanderungen machen, die über 230 km oder so geht und mit sehr wenig Schatten und viel Hitze gesegnet ist. Im Winter ist es zwar nicht soo heiß, aber dafür wird es nachts empfindlich kalt. Das Simpsons Gap ist auf jeden Fall ein Einschnit, an dessen Boden ein kleiner See ist. Wenn es mal stark regnet, bildet sich dort ein Fluss. Und auch wenn es in letzter Zeit hier recht viel geregnet hat und es somit sehr grün ist, ist der Fluss nicht da.


Der nächste Halt war am Standley Chasm. Warum diese Orte mal Chasm, mal Gap und mal Crack heißen, konnte unser Tourguide auch nicht auflösen. Er vermutet, dass es etwas mit der Art und Weise der Entstehung zu tun hat. Das hatten wir auch schon vermutet. Wir sollten das mal nachforschen. Irgendwann. Hier sind wir einen netten kleinen Weg entlang spaziert, bei dem uns unser Tourguide einiges über die Flora erzählt hat. Zusätzlich befand sich auf dem Weg eine kleine Quelle und kurz dahinter war dann die Felskluft, in die wir auch reingehen konnten, da der Fluss gerade nicht fließt. Die Gesteinsformationen hier sind schon echt spannend. Sie sind halt extrem alt und sind irgendwann gekippt, so dass ein Großteil des hiesigen Gesteins tatsächlich senkrechte Schichten hat. Insofern sollte man sich nicht verwirren lassen, wenn auf den Fotos die Gesteinsschichten senkrecht sind.
Nach der Rückkehr von der Kluft haben wir noch einen Kaffee und Kekse in dem dortigen Kiosk bekommen. So ein Morning Tea, wie er so schön heißt, ist schon nett. Auch wenn der Tee ein Kaffee ist.

Nun mussten wir ein ganzes Stück fahren, um die Ochre Pits, also die Ocker Gruben zu sehen. Das ist ein Gebiet, in dem die Aboriginals Ocker als Farbe gewinnen, wobei die Farbe doch recht ordentlich variiert. Es steht übrigens eine empfindliche Strafe darauf, ein Gesteinsbröckchen mitzunehmen oder gar zu schlagen. Da die Farbe auch bei der traditionellen Körperbemalung wichtig ist, haben sie diese auch an Nachbarstämme verkauft. Jedenfalls sind in vielen Gebieten Australiens diese Farbe zum Einsatz gekommen, obwohl es vor Ort keine entsprechende Möglichkeit gab, die Farbe aus der Natur zu bekommen. So sind definitiv Handel zwischen den Stämmen belegt.


Mittlerweile war es Mittagszeit und so ging es dann zu einem leichten Mittagessen, wo man sich Sandwiches schmieren und vertilgen konnte. Das war in Glen Helen. Dort gibt es dieses Café mit Tankstelle, Motel und Campingplatz. Also eigentlich ein typisches Outback Roadhouse. Alkohol konnte man nämlich auch bekommen. Ganz niedlich war dort die Austattung und eine Holzhütte vom Anfang des letzten Jahrhunderts (irgendwo so 1905 oder so), das mit Reet gedeckt war und in dem Fleisch gelagert wurde. Damit dies nicht schlecht wurde, hat man das Reet konstant feucht gehalten, damit die Temperatur im Haus kühl bleibt. Zusätzlich gab es ein stark rauchendes Feuer, damit kein Ungeziefer an das Fleisch ging.

Der nächste Halt war nur von kurzer Dauer, da wir uns den Mount Sonder aus der Entfernung angeschaut haben. Weiter ging es dann ein kleines Stück die Straße herunter nach Ormiston Gorge. Ormiston Gorge ist eine Schlucht, die verschiedene Wanderungen zulässt und auch Wasserloch hat, in dem man schwimmen gehen kann. Wir wären gerne auf den Aussichtspunkt gewandert, aber da wir insgesamt nur 20 Minuten dort Zeit hatten und wir für den Aussichtspunkt ordentlich nach oben hätten gehen müssen, haben wir uns einfach nur das Wasserloch angeschaut. Wir sind bergauf eh schon nicht allzu schnell, aber wenn man dann noch 36°C im Schatten (ohne Schatten) hat, dann ist das zu heftig. Das Wasserloch war auch hübsch. Spannend ist übrigens, dass es viele Wasserlöcher hier im Busch gibt. Man muss halt nur wissen wo. Zusätzlich sollte man wissen, dass die meist sehr kalt sind, was überwiegend der konstanten Verdunstung zu verdanken ist.

Nun haben wir etwa ein Drittel des Rückwegs nach Alice Springs angetreten und sind zum Ellery Creek Big Waterhole gefahren. Wie der Name schon vermuten lässt, gibt es dort ein großes Wasserloch. In dem durften wir schwimmen gehen. Wer nicht schwimmen gehen wollte, konnte auch einfach Orangensaft und ein Stück Kuchen bekommen, was in der Tour ebenfalls inkludiert war. Das Wasserloch hier hat die spannende Eigenschaft, dass es auf den oberen 20-30 cm schön warm ist und alles darunter sehr kalt ist. Es ist auch ziemlich tief, so dass man nicht versuchen sollte, einfach so runterzutauchen.


Nach diesem Programmpunkt war es auch schon wieder an der Zeit zurück nach Alice Springs zu fahren. Während der Fahrt hat unser Tourguide sehr spannende Sachen über die hiesigen Aboriginals erzählt.
Er hat mit einem Freund einen ebenfalls befreundeten Aboriginal die Augen verbunden und in einen Geländewagen gepackt. Mit dem sind sie dann etwa 3 Studen durch die Gegend gefahren, wobei sie versucht haben, möglichst viele Kurven zu fahren, um maximale Verwirrung zu stiften. Nachdem sie dann irgendwo gehalten haben und dem Freund die Augenbinde abgenommen haben, hat sich der Aboriginal einige Zeit langsam im Kreis gedreht und ist Zeile für Zeile seine Lieder durchgegangen. Nach sehr kurzer Zeit hat er die Textstelle gefunden, die auf die Gegend passte und nach weiteren 3 Minuten hat er sie an eine Wasserquelle geführt.
Insgesamt ist es sehr spannend, dass die gemalte Aboriginalkunst eher jung ist. Natürlich gab es immer schon mal an Felswänden die Malereien, die auf die Gegebenheiten der Umgebung hingewiesen haben. Aber ansonsten wurde eigentlich nichts gemalt. Stattdessen wurde alles in Liedern und Tänzen aufgezeichnet. Während normale Geschichten sich wie bei der stillen Post sehr schnell verändern, bleiben Lieder und Tänze konstant, so dass sie auch nach langer Zeit noch korrekt überliefert sind. Darüber hatte ich mir vorher nie so recht Gedanken gemacht, aber finde das sehr nachvollziehbar. Songtexte bleiben bei mir auch sehr leicht hängen, während ich bei Geschichten die Hälfte immer wieder vergesse.
So hat er noch viele weitere spannende Dinge über die Kunst, Initiativriten und ähnliches erzählt. Dabei hat er aber auch massiv drauf hingewiesen, dass das nur für die Aboriginalstämme im Center gilt und es woanders ganz anders sein kann.

Diese Tour hatten wir vor 10 Jahren nicht gemacht, aber sie war echt interessant. Insgesamt hätte ich mir zwar 1-2 Punkte weniger, dafür aber mehr Zeit für kurze Wanderungen gewünscht. Trotzdem lohnt es sich die West MacDonnell Ranges anzuschauen.

Morgen geht es zu unserer nächsten 2-Tages-Tour. Ich kann mir zwar vorstellen, dass es in Yulara Internet gibt, aber sicher bin ich mir nicht. Abgesehen davon haben wir vor, die Sonnenuntergangs- und Sonnenaufgangstour am Uluru mitzumachen, was die Zeit zum Blogschreiben zwischendrin durchaus verringert. Auf der Rückfahrt dürfte ich jedenfalls genug Zeit haben, 2 Beiträge vorzubereiten, um sie dann am Ende nur noch hochzuladen.

Montag, 12. November 2018

A Town like Alice

Heute haben wir wieder in Ruhe ausschlafen und frühstücken können. OK, das Frühstück ist nur bis um 9 Uhr und insofern ist es für viele bestimmt kein wirkliches Ausschlafen. Für uns passte das auf jeden Fall ziemlich gut, zumal Juli und ich eh sehr früh wach waren.

Nach dem Frühstück haben wir Renate und Bernhard zu einem kleinen Spaziergang in die Stadt motiviert. Die Temperatur sagt übrigens derzeit so grob 36°C und 3-4% Luftfeuchtigkeit, womit es viel angenehmer als Darwin ist. Alice ist insgesamt ziemlich klein und so sind wir dann halt einfach nur unsere Straße in Richtung Todd Mall gegangen, in ein Einkaufzentrum gegangen, zum Coles 2 Straßen weiter gelatscht und wieder zurück gewandert. Auf dem Weg waren durchaus ein paar bemerkenswerte Plätze und Gebäude, die auch mit Plaketten versehen waren. Ebenso waren einige heilige Bereiche der Aboriginals augeschildert. Insgesamt ist die Stadt aber immernoch eher unspektakulär. Im Vergleich zu unserer Reise vor 10 Jahren hat sich allerdings durchaus etwas getan. Und wir finden zum Besseren. Insgesamt wirkt es weniger heruntergekommen. Leider war dieses mal in dem Einkaufszentrum keine Weihnachtsdeko, bei der Kängurus den Weihnachtsmannschlitten ziehen. Aber einen Weihnachtsbaum mit einem Känguru daneben gab es immerhin.

Im Hotel haben wir dann noch etwas Zeit gehabt, bevor wir dann mittags von unserem Tourguide abgeholt wurden. Die heutige Tour heißt 'A Town like Alice'. Wir sind zunächst zum Anzac Hill gefahren. Das ist ein Hügel in der Stadt, von dem man nett über Alice und die angrenzenden Ranges gucken kann. Auf dem Hügel ist ein Kriegsdenkmal. Das ist auch insofern passend, als dass ANZAC für Australian New Zealand Army Corps steht. Es gibt hier auch Anzac Bicuits und vieles mehr. Die Aussicht war wirklich toll und da gestern Remembrance Day war, waren auch überall noch gebastelte Mohnblumen zu sehen. Auf dem Hügel hat uns unser Tourguide eine Menge über die Geschichte von Alice Springs erzählt, wo die ersten Gebäude standen und so.

Der nächste Stopp war die Alice Springs School of the Air (ASSOA). Diese Schule basiert auf der Idee von Misses Adelaide Miethke, der aufgefallen ist, dass weit enfernt und auseinander lebende Kinder wenig soziale Kontakte haben und schlecht unterrichtet werden können. Um diese Distanzen zu überbrücken, könnte man doch die Funkstationen nutzen, die bei den Leuten Dank der Royal Flying Doctors eh schon zu Hause stehen und somit per Funk Schulunterricht zu den Kindern zu bringen. Und so wird von der Vorschule bis zum Abschluss der hiesigen Mittelstufe eine Fernschule angeboten, wobei die Schüler zwischen 70 und 1300 km von Alice Springs entfernt wohnen. Dieses Angebot wird nicht nur von den Weißen genutzt, sondern auch von mehreren Aboriginals, sofern es bei ihnen keine Schulen gibt. Es wurde ebenfalls bereits so eingesetzt, dass eine Klasse einer normale Schule Matheunterricht über die Fernschule bekommen hat, weil die Schule keinen Mathelehrer gefunden hat. Mittlerweile, also seit 2005 hat die Schule zwar noch Funklizenzen für 3 Frequenzen, aber es findet alles über Internet statt. Das ist interaktiv und der direkte Austausch ist einfacher. Zusätzlich kann der Unterricht aufgezeichnet und entsprechend heruntergeladen werden, wenn es zeitlich bei den Teilnehmern Probleme gibt. Damit wurde auch die Zeit der Lernüberprüfung massiv herabgesetzt. Mussten die Kinder früher noch bis zu 8 Wochen auf ihre Lösungs- und Prüfungsergebnisse werten, bekommen sie diese nun eher in 2-3 Tagen.
Vieles davon haben wir in einem Film erfahren, wobei auch ein Angestellter im Anschluss noch einiges erzählt und gezeigt hat. So gibt es auch mehrere Beispiele, wo bereits die 3. Generation an der Schule unterrichtet wird. Im Anschluss an den Film haben wir dann noch ein bisschen was von einer Live-Übertragung einer Mathestunde anschauen können. Das war alles äußerst interessant. Ach ja, 3 mal im Jahr kommen die Schüler dann übrigens doch in Alice zusammen, wo es dann entsprechende Gruppenaktivitäten gibt und die Schüler sich auch gegenseitig kennenlernen.


Im Anschluss an die ASSOA sind wir zu der Telegraphenstation und damit dem Ursprung von Alice Springs gefahren. Hier stehen die ältesten Gebäude Zentralaustraliens. Nachdem John McDouall Stuart 1862 es als erstes geschafft hat, von Adelaide bis an die Nordküste einen Weg zu finden und zurückzukehren, wurde in 1870 begonnen, Telegraphenleitungen von Adelaide in den Norden zu verlegen. 1871 wurde diese Station gebaut und bereits 1872 wurde die Leitung von Charles Todd eröffnet. Zu dem Zeitpunkt wurde auch das Unterseekabel von Australien nach Asien (und Europa) fertiggestellt, so dass es nun möglich war, direkt Telegramme von Südaustralien nach London zu verschicken. Durch Goldfunde und andere Begebenheiten hat sich hier im Endeffekt eine Stadt gegründet, wobei diese noch eine ganze Weile unter Stuart Town firmierte. 1933 wurde der Name erst offiziell in Alice Springs geändert. Zwischenzeitilich wurde diese Telegraphenstation auch anderweitig verwendet. So war sie auch die Unterkunft der Mischlings-Aboriginals, die den Müttern weggenommen worden. Das war alles auch sehr spannend aufbereitet.

Weiter ging es nun zu den Royal Flying Doctors. Hier haben wir einen 20-minütigen Film gezeigt bekommen, der die Historie der Flying Doctors zeigt. Der war toll gemacht und hatte auch Videomaterial aus der früheren Zeit, was toll präsentiert wurde. Auch sind die aktuellen Fallzahlen ziemlich beeindruckend, da durchschnittlich alle 2 Minuten jemand behandelt wird. Dazu gehören natürlich auch Patientenverlegungen und ähnliches. Im Anschluss konten wir auch noch in das Museum gehen, wo einige Funktransmitter, alte Briefe und verschiedene Notfallkoffer gezeigt werden. Hier waren wir ja bereits vor 10 Jahren, allerdings haben sie 2012 alles erneuert und umgebaut, so dass für uns der Großteil hier jetzt auch neu war.


Einen weiteren Punkt hatten wir noch auf unserer Liste. In Alice gibt es ein Reptilienzentrum, das von einem in Funk und Fernsehen recht bekannten Typen geleitet wird. Ich kannte Rex zwar bisher nicht, aber der ist wohl bei vielen Dokus mit involviert, wenn es um Schlangen und Reptilien geht. Er ist auch derjenige, der gerufen wird, wenn irgendwelche Schlangen hier mal wieder entfernt werden müssen. Sei es nun aus irgendwelchen Hotelpools oder von Privatgrundstücken. Angefangen hat es mit einigen Informationen über Krokodile. Da wir bereits im Norden waren, kannten wir die Infos. Aber er hat bei dem Krokodil vor Ort spannend vorgeführt, wie schnell die eigentlich sind, welche Gefahr von ihnen ausgeht und wie man sich in deren Nähe zu verhalten hat. Anschließend hat er uns mehrere einheimische Echsen gezeigt, die vor Ort gehalten werden. Eine Art ist insbesondere deshalb dort, weil die Aga-Kröte derzeit dabei ist, sie auszurotten. Die Aga-Kröte ist ja ein eingschleppter giftiger Schädlung und sobald diese Echsen die Kröte fressen wollen, sterben sie an dessem Gift. Und da die Kröte immer weiter auf dem Vormarsch ist, gibt es hier halt einen Teil der Backup-Population. Auch hat er zu vielen weiteren Echsen viel erzählt und wir durften eine (daran gewöhnte) Bartagame halten. Die war total niedlich und fühlte sich total toll an. Anscheinend gefiel es ihr auch auf meiner Hand. Jedenfalls war sie beim Runtersetzen nicht allzu schnell von der Hand weg.
Desweiteren hat er uns dann noch einiges über Schlangen in Australien erzählt und wie man sich in deren Nähe verhalten sollte. Dabei hat er immer wieder darauf hingewiesen, dass diese Tips nur für australische Schlangen gelten, da die zwar mega-giftig, aber eigentlich nicht sonderlich gefährlich sind. So haben die australischen Schlangen sehr kleine Giftzähne, so dass sie einen eigentlich kaum mehr verlezten können, sobald man eine lange Hose trägt. Auch kommen sie nur sehr oberflächlich in die Haut rein, so dass das Gift nur über die Lymphe transportiert wird und man dadurch mit gewissen Druckbandagen die Ausbreitung massiv verringern kann. Ebenso haben die australischen Giftschlangen keine Wärmewahrnehmung. Bleibt man also in deren Nähe stehen, dann halten sie einen für einen Baum. Wenn man nun sehr langsam rückwärts geht, dann ist man uninteressant, da sie nur auf Bewegung geeicht sind. Das war auch sehr spannend. Und zum Abschluss konnten wir noch eine gerade gefangene Python sehen, die aus einer privaten Vogelvoliere gefangen wurde, wo sie 2 Kakadus verspeist hat. Die Schlange hatte noch richtig schön die Futterbeulen, die man nach einer Mahlzeit bei ihr sehen kann.


Damit war der restliche halbe Tag auch rum und es ging zurück ins Hotel. Die Tour hat sich sehr gelohnt, auch wenn wir an den meisten Stopps gefühlt etwa eine viertel Stunde zu wenig hatten. Trotzdem hat diese Tour alle Highlights in Alice Springs abgedeckt und wir konnten doch einiges neues lernen.