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Samstag, 16. März 2019

Heron Island - Die Abreise

Heute stand leider die Abreise von Heron Island an. Wir sind so aufgestanden, dass wir rechtzeitig unser großes Gepäck vor die Tür gestellt haben. Dabei haben wir einen leichten Regen bemerkt. Anscheinend ist die Insel auch traurig, dass wir sie verlassen. Wir haben uns aber nicht davon beirren lassen und sind erstmal frühstücken gegangen. Dort haben wir dann bis kurz vor Check-Out gesessen, bevor wir noch unser Handgepäck geholt haben. Ein bisschen Wartezeit hatten wir noch, die wir mit dem Blick aufs Meer verbracht haben und dann durften wir auch irgendwann auf das Schiff, dass uns wieder nach Gladstone bringen sollte.
Die Überfahrt war heute etwas schaukeliger, aber noch nicht tragisch. Man hat halt nur ein paar mehr Wellen gemerkt. Damit hatte man zumindest mal den Eindruck von einer Überfahrt auf einem Ozean.

In Gladstone mussten wieder erst alle Passagiere vom Schiff runter, bevor die Container mit dem Gepäck entladen werden konnten. Unser Gepäck lag günstig im Container und so konnten wir einigermaßen zügig wegkommen. Das war auch gut so, da noch ein ziemlicher Weg vor uns lag. Wir mussten nämlich heute noch nach Brisbane fahren. Ohne Pausen sind das knapp unter 6 Stunden und es war bereits mittags. Naja, so sind wir fröhlich dem Google Mops folgend gefahren und haben auch prompt die Safari- und Abenteuerstrecke bekommen. Eigentlich gibt es einen Weg, der nahezu konstant auf der A1 bzw M1 entlang führt. Das ist der Highway/Freeway/Motorway 1 und entsprechend gut ausgebaut. Alle paar Kilometer gibt es mal eine mehr oder minder lange Überholspur und die erlaubten 100 km/h lassen sich ohne Schnarchnasen vor einem auch fahren. Der Mops hatte andere Vorstellungen und hat uns nicht über Maryborough geführt, sondern lieber die Route über Woolooga genommen. Das bedeutete, dass wir eine kleinere Straße hatten. Auf der waren auch durchaus 100 km/h erlaubt, allerdings wurde sie zwischendurch immer mal wieder für einige Kilometer einspurig, wobei sie in beide Richtungen befahrbar war. Für 30 Kilometer gab es dann auch die Safarizone, in der Kühe freilaufend waren. Und es standen natürlich immer mal wieder Kühe an und auf der Straße. Auch hier war die Straße immer mal wieder einspurig mit Gegenverkehr. Nur halt mit Kühen als Zusatz. Ich habe geunkt, dass nun eigentlich nur noch eine Schotterstraße fehlte. Vielleicht hätte ich das nicht machen sollen, aber einige Kilometer später war für einige Kilometer eine Schotterstraße. Immerhin hat es zu dem Zeitpunkt nicht stark geregnet, denn sonst könnten die Straßen dort alle überfluten. Den Regen hatten wir dann gepaart mit Dunkelheit ab etwa 100-150 km vor Brisbane, wobei es kurz vor unserer Ausfahrt richtig geschüttet hat. Wir sind aber heil und gesund in unserem Motel in der Nähe des Flughafens angekommen. Der Regen hatte auch aufgehört und so haben wir uns schnell Essen gesucht. Denn wir haben keine lange Pause irgendwo gemacht, sondern sind lieber schnellstmöglich durchgefahren.
Nach dem Essen sind wir noch kurz am Fluss spazieren gegangen und haben uns dann ins Zimmer begeben, um unsere Sachen wieder flugtauglich zu packen. Morgen steht (mal wieder) ein Flug auf dem Plan. Mehr dazu dann morgen.

Freitag, 15. März 2019

Heron Island - Im Dienste der Wissenschaft

Auch heute Morgen haben uns die Vögel nicht wirklich ausschlafen lassen. Stattdessen haben sie zum Sonnenaufgang richtig aufgedreht. Wir haben uns allerdings geweigert aufzustehen. Und wie das so ist, döst man gerne wieder weg, nur um dann noch müder zu sein. Also sind wir dann doch aufgestanden und haben das Frühstücksbüfett ausgiebig genutzt.

Vor unserem ersten richtigen Programmpunkt hatten wir noch etwas Zeit. Somit haben wir am Research Beach angefangen, ein mal um die Insel zu gehen. Da gerade Ebbe war, sind wir entsprechend weit zur Wasserkante gegangen und haben uns das Treiben von dort angesehen. Dabei gab es kleine Haie, viele kleine Fische, Schnecken und so weiter zu sehen. Tolle Landschaft, die an Paradiesinseln erinnert, haben wir hier eh an jeder Stelle. Irgendwann waren wir auch rum und sind zum Informationszentrum gegangen.


Im Informationszentrum gab es einen Vortrag über Manta-Rochen. Die Tiere haben wir ja schon in Indonesien beim Schnorcheln bewundern können. Die Naturführerin ist auch völlig begeistert von den Tieren und hat entsprechend begeistert erzählt. Im australischen Winter sind die Tiere hier übrigens auch zu sehen. Ansonsten gab es viele Infos und eigentlich die Erkenntnis, dass man nur sehe wenig über sie weiß. Und natürlich gab es die Info, dass für die 'Traditionelle Chinesische Medizin' auch diese Tiere gejagt werden, weil die Planktonfilter gegen irgendeine Krankheit helfen sollen. Was sie nicht tun. Und es werden auch quasi nur diese Filter entfernt und der Rest wieder ins Meer geworfen. Also im Prinzip wie bei Haien, wo die eine Flosse entfernt wird. Und da sie eine recht geringe Reproduktionsrate haben, sind sie auf der roten Liste. Dieser Vortrag war total großartig. Es ist total klasse, was die Frau hier für Informationsspaziergänge und Vorträge hält.

Nun hatten wir ein bisschen Pause, woraufhin wir noch ein bisschen auf das Wasser gestarrt haben.

Im Anschluss ging es mit einem wissenschaftlichen Vortrag weiter. Es gibt hier auf der Insel eine Forschungsstation. Und die kann man mit einer Führung und einer kleinen Gebühr besichtigen. Das war ebenfalls genial. Der Führer hat uns unendlich viel gezeigt und erzählt. Es geht um laufende Projekte, die Geschichte der Station, Schildkröten und sie haben ein Anfassbecken. Das ist ein Wasserbecken, in dem verschiedene Korallen und Tiere sind, die man hier anfassen darf. Dementsprechend ist nichts giftiges oder gefährliches dabei. Allerdings muss man die Tiere hier auch mit Respekt behandeln. Ansonsten könnte es passieren, dass ein Einsiedlerkrebs kneift oder eine kleine Riesenmuschel sich schließt. Die Sache mit dem Einsiedlerkrebs hat unser Führer am Anfang wohl mal selbst ausprobiert, als er den Krebs ungünstig gehalten hat. Man konnte viele Fragen stellen und das Anfassen von Seesternen, harten und weichen Korallen, Seegurken und ähnlichem war klasse. Im offenen Meer würde ich das niemals machen (selbst wenn es hier nicht verboten wäre), aber so hat man auch mal das haptische Erlebnis. Genau diese Führung war ja einer der Gründe, warum wir nochmal hier herkommen wollten. Und es hat sich gelohnt.

Da die Führung etwas länger gedauert hat als ursprünglich geplant mussten wir unsere Schnorchelplanung auch etwas anpassen. Die perfekte Schnorchelzeit ist hier 2 Stunden um die Flut herum. Und als wir von der Tour zurück kamen, war für die gute Zeit noch etwa 1,5 Stunden nach. Das reichte nicht, um ein mal die Insel komplett zu unschnorcheln. Also haben wir uns auf den Research Beach konzentriert. Das war aber auch phänomenal. Das Riff hat neben den Schwarzspitzenriffhaien viele andere Fische geboten, die ich super hübsch fand, aber nur partiell benennen kann. Was aber großartig war, war das Schnorcheln mit 2 grünen Schildkröte. Die eine sah so aus als ruhte sie einfach nur gemütlich vor sich hin, während wir bei der anderen das Gefühl hatten, dass wir Zootiere sind. Die ist neugierig in unsere Richtung geschwommen, hat zwischendurch einen Snack von einer Koralle genommen und hat uns dann weiter beobachtet. Irgendwie hatte das was von einem Popcorn essenden Besucher. Irgendwann hat sie dann aber beschlossen, dass man Luft holen und dann wegschwimmen könnte. Sehr cool auf jeden Fall.
Zum Abschluss wollte ich noch in der Hafeneinfahrt schnorcheln, die direkt neben dem Strand ist. Dort ist es tiefer und dementsprechend sind da auch größere Fische und Haie und Rochen vermehrt vorhanden. Kurz nachdem ich rübergeschwommen bin, hat mich allerdings irgendein Nesselfaden gefunden, woraufhin ich beschlossen habe, es erstmal zu lassen. Prinzipiell gibt es hier nur selten die richtig gefährlichen Quallen, da die Lage für die eher ungeeignet ist. Natürlich gibt es aber sehr selten mal eine der richtig gefährlichen Quallen und dann vereinzelt auch nur schmerzhafte, wie die Portugiesische Galeere. Was es genau war, kann ich nicht sagen, aber da es nicht wirklich schlimm wurde, sondern nur ein bisschen sticht und juckt, war es nicht tragisch. Ich hätte also weiter schnorcheln können. Na gut, lieber auf Nummer sicher gehen. Und da der Sonnenuntergang nur wenige Minuten entfernt war, war es auch nicht allzu schlimm, früher rauszugehen.

Wenn die Bewegung nicht sein soll, muss man sich halt dem Essen widmen und eine der asiatischen Nudelterrinen essen, die wir uns mitgebracht hatten.
Da wir morgen wieder abreisen, haben wir dann noch den finanziellen Teil an der Rezeption erledigt. Und da die Rezeption direkt neben der Bar liegt, die wiederum direkt am Wasser ist, haben wir uns noch für ein leckeres Abschiedsgetränk entschieden. Gut, dass die Bar am Wasser ist, war zu dem Zeitpunkt relativ egal, da es eh komplett dunkel war.
Nun mussten noch die Sachen so weit gepackt werden, dass wir morgen nicht mehr viel einräumen müssen. Bis um 8 Uhr muss das Aufgabegepäck draußen bereit stehen.

Dieser Aufenthalt hat sich definitiv sehr gelohnt und wir sind froh, dass wir uns nochmal dazu durchgerungen haben, ihn zu buchen.

Donnerstag, 14. März 2019

Heron Island - Inselbegebenheiten

Die Sonne geht hier früh auf, die Vögel machen immer Krach und so kam es, dass wir erheblich früher wach waren, als wir es eigentlich wollten. Wenn man nun eh schon nicht mehr schlafen kann, kann man auch aufstehen und zum Frühstück watscheln. Das Büfett war völlig ok und irgendwann haben wir beschlossen, dass wir satt sind.

So sind wir ein mal durch das Resort mäandert, haben geschaut, was es so an Angeboten heute gibt, wann die Tide günstig ist und daraufhin unseren Tag grob geplant. Ursprünglich hatten wir überlegt einen der Tauchausflüge ohne Tauchschein mitzumachen, für die man am Vormittag eine Einführung bekommt und dann am Nachmittag am Riff abtaucht, aber da derzeit gerade ein echter Tauchkurs stattfindet, gibt es den anderen Tauchgang erst wieder am Samstag, wo wir abreisen. Angefangen haben wir also mit einem Rundgang über die Insel. Die Strände sind allesamt unglaublich hübsch. Und von jedem Strand aus ist man direkt im Riff.

Was man bei all diesen toll aussehenden Stränden irgendwo gerne vergisst: Es könnte unglaublich warm sein. Und hier ist es gerade äußerst warm und ziemlich feucht.
Wenn man im Schatten irgendwo sitzt und nichts tut, könnte man Glück haben, dass die geschlossene Schweißschicht am Körper mal kurzzeitig anfängt zu trocknen. Nach unserem Rundweg haben wir genau das versucht und uns einfach für eine Weile in den Schatten gesetzt.
Grundsätzlich gibt es in unserem Raum auch einen Miefquirl, allerdings benötigt dieser Strom. Und Strom war heute Mangelware. Ein Stromgenerator ist nämlich ausgefallen und somit lief alles über das Notstromaggregat, das genug Strom für wichtige Systeme bereitstellt. Miefquirle in den Privaträumen sind nicht wichtig. Aber das Schiff mit dem neuen Stromgenerator war auch schon unterwegs und bis zum Abend sollte es dann auch wieder Strom geben.

Wir haben nach der kleinen Pause jedenfalls unsere Schnorchelsachen geschnappt und sind an einem der Strände schnorcheln gegangen. Auch wenn man hier natürlich auch sehr viel kaputte Korallen sieht, sind hier auch immernoch eine beträchtliche Zahl an heilen Korallen. Und es waren ganz viele unterschiedliche Fische von klein bis recht groß und von mehr oder minder sandfarben bis schillernd bunt dabei. Das war wieder genial. Als wir aus dem Wasser kamen und auf die Uhr schauten, waren wir etwas erstaunt, dass wir bereits 1,5h im Wasser waren. Das kommt davon, wenn das Wasser warm, die Unterwasserwelt spannend und die Uhrzeit nicht präsent ist.

So haben wir uns eine Pause gegönnt und ein bisschen was gegessen und getrunken. Da wir Lust auf Kaffee hatten, waren wir am Überlegen, wie wir das machen. Unser Wasserkocher im Zimmer benötigt Strom, der nicht vorhanden war. Aber es gibt ja eine Bar, die auch als Café fungiert. Also sind wir dorthin und wollten einen geeisten Kaffee. Leider war das nicht möglich, da die Kaffeemaschine auch nicht zu den wichtigen Systemen gehört. Ich glaube, dass die Prioritäten merkwürdig gesetzt sind, denn Kaffee ist doch elementar. Nun gut, es gab also keinen Kaffee. Aber im Wasser neben der Bar gab es Baby-Schwarzspitzenriffhaie. Das war immerhin was.

Wir haben uns dann auch für einen weiteren Schnorchelgang an einem anderen Strand entschieden. Letztes mal hatten wir dort Unmengen an Rochen und vielleicht sind ja dieses mal auch wieder welche da. Es waren kaum welche da. Ob das an der anderen Zeit, Mondphase, Tidenhub oder Unwetter vor ein paar Tagen lag, wissen wir nicht. Aber wir wurden zwischenzeitlich von einem Schwarm Fische umschwärmt. Das ist jedes mal wieder ein tolles Erlebnis.

Bei unserer Rückkehr von dem Schnorchelgang war der Strom wiederhergestellt. Da es kurz vorm Sonnenuntergang war, haben wir uns das Salz abgespült und sind über die halbe Insel gegangen, um nach schlüpfenden Schildkröten Ausschau zu halten. Nach 1,5 Stunden war uns das nicht mehr so wichtig, da unsere Mägen der Meinung waren, dass es nicht reicht, alle 10 Stunden eine Mahlzeit einzunehmen, selbst wenn es dazwischen ein paar Nüsschen und ein Müsliriegel gibt.
Da im Restaurant zum Teil merkwürdige Gerichte gereicht wurden, haben wir uns lieber einem Toastie aus der Bar und unseren Instantnudeln in verschiedenen asiatischen Geschmacksrichtungen gewidmet. Das hatten wir ja bewusst vorab gekauft und das schmeckt auch erstaunlich ok.

Der restliche Abend war nicht mehr allzu lang, da die Wärme, das Schnorcheln und die Seeluft doch etwas müde machen.

Mittwoch, 13. März 2019

Heron Island - Die Anreise

Heute ging es erstmal in etwas über 2 Stunden von Bundaberg nach Gladstone, von wo aus es mit der Fähre nach Heron Island geht. Nachdem uns Heron Island vor etwa einem halben Jahr so gut gefallen hat, haben wir erneut ein paar Tage dort gebucht. Am Fähranleger haben wir eingecheckt, unser großes Gepäck abgegeben und uns mit dem Handgepäck an den Hafen gesetzt. So saßen wir die 1,5 Stunden bis wir auf das Schiff durften.
Die Überfahrt war unglaublich ruhig. Es hat nahezu gar nicht geschwankt oder geschaukelt, was auf dem großen Meer doch nicht so ganz typisch ist.

Wie bereits vor einem halben Jahr, wird man zunächst begrüßt und einem sämtliche Regeln hier erklärt. Wir sind in einem streng geschützten Gebiet, wo wir nicht in die Natur eingreifen dürfen. Das heißt, man darf gar nichts mitnehmen oder umplatzieren. Und da gerade Schildkröten schlüpfen, muss man die auch alleine den Weg zum Meer schaffen lassen. Die einzige Ausnahme ist hier, dass man Fußspuren im Sand glätten und Möwen verscheuchen darf. Auch bei den brütenden Vögeln gilt diese Regel. Wenn ein Jungvogel aus dem Nest fällt und/oder von einer Möwe getötet wird, ist das so.

Nach der Begrüßung konnte jeder zu seinem Raum gehen. Mit Glück stand das Gepäck bereits da. Ohne Glück wurde es später vorbei gebracht. Wir haben übrigens wieder denselben Raum bekommen, den wir auch letztes Mal hatten.

Wir haben uns jedenfalls nicht direkt zum Raum begeben, sondern Schnorchelausrüstung geholt und uns an der Rezeption für die Führung durch die Forschungsstation am Freitag angemeldet. Da gab es letztes mal ja leider keine Führung als wir hier waren und die soll ein absolutes Highlight sein. Wir sind gespannt.

Auf dem Weg zu unserem Zimmer haben wir die Naturführerin vom letzten Mal getroffen, die uns angequatscht hat. Sie hat sich nämlich an uns erinnert. Ob wir nun besonders interessiert odee nervig waren, kam dabei nicht rüber, allerdings wirkte sie eher davon angetan, dass wir erneut da sind. Sie hat uns noch ein paar Tipps zum Thema Schildkrötenschlupf und dem Beobachten der frisch geschlüpften Schildkröten gegeben, bevor wir dann wirklich in unser Hüttchen gegangen sind.

Der Vogellärm und -geruch ist übrigens nicht besser geworden. Na gut, was soll man auch erwarten, wenn 200000 Vögel hier ein halbes Jahr lang brüten. Und mit den Jungtieren kommt natürlich mehr Lärm dazu.


Auf Heron Island wird einem für das Restaurant für den Ankunftstag eine Essenszeit reserviert. Diese muss man nicht nutzen und man kann sie auch verschieben. Grundsätzlich ist das Essen hier im Restaurant relativ hochpreisig. Letztes mal gab es nur merkwürdige Gerichte zu bestellen. Heute gab es ein mediterranes Büfett. Das ist zwar immernoch hochpreisig, war aber unglaublich lecker. Allein die Auswahl an Salaten und Nachtisch war ausgesprochen großartig. Zusätzlich konnte man sich Pasta frisch zubereiten lassen. Dabei hatte man auch richtig Auswahl für die Zutaten und Soßenvarianten. Die Getränke haben übrigens ähnliche Preise wie in anderen Lokalen auf dem Festland auch.

Nach dem Essen haben wir uns auf die Suche nach Schildkröten gemacht, aber haben keine gesehen. Gut, eigentlich werden die wohl hauptsächlich zur Dämmerung aktiv und wir waren gut nach der Dämmerung da. Aber da man hier weit draußen ist, hat man ziemlich wenig Lichtverschmutzung. Und da es nur stellenweise bewölkt war, konnte man hervorragend Sterne beobachten. Die Milchstraße war super zu sehen. Wir haben auch enorm viele Konstellationen gesehen, ohne sie zu erkennen. Dafür fehlt uns einfach Wissen.

Der Vogellärm wird nachts übrigens nicht weniger. Die Vögel, die tagsüber Lärm machen, machen nachts genauso viel Lärm und dazu kommen dann noch die Sturmvögel, die tagsüber auf dem Meer verbringen. Trotz der mangelnden Nachtruhe und dem damit verringerten Schlaf ist das ausgesprochen großartig hier.

Sonntag, 28. Oktober 2018

Heron Island Schnorchelerlebnisse

Nach einem relativ frühen Frühstück hatten wir heute relativ wenig Programm geplant.
Die Flut lag günstig am Vormittag und so haben wir unser Schnorchelequipment geschnappt und sind zur Haibucht gegangen. Gefühlt war es dort noch kälter als gestern am Nordstrand, aber wenn man erstmal drin ist, dann geht es eigentlich. Man hätte sich natürlich auch einen Neoprenanzug mieten können, aber wer rechnet schon damit, dass ein Riff im Pazifik so kalt ist. *hust* Naja, wir sind eine ganze Weile über die Korallen geschnorchelt und haben die Unterwasserwelt bewundert. Nach einer Weile haben wir beschlossen, dass wir noch über den sandigeren Bereich zurück zum etwas südlicheren Strand schnorcheln. Kurz nach diesem Entschluss haben wir einen Federschwanz-Stechrochen auf dem Boden gesehen. Das hat uns total gefreut und während wir weiter schnorchelten, sahen wir plötzlich überall welche. Und wir wollten nicht unbedingt über sie rüber schwimmen, da wir in relativ seichtem Wasser waren und wir sie nicht aus Versehen erschrecken wollten. So haben wir uns irgendwie unseren Weg gebahnt und sind an den bis zu 1,8m großen Exemplaren zum Strand gelangt. Da mussten wir uns erstmal ein bisschen freuen und sind direkt wieder ins Wasser gegangen, um noch etwas weiter zu schwimmen. Nun lagen in unmittelbarer Nähe auch ein Riesengeigenrochen. Also nicht nur einer, sondern mehrere verteilt. Die werden bis zu 2,7 m lang und einige Exemplare dürften diese Größe auch gehabt haben. Ansonsten waren auch noch Adlerrochen, Lila Stechrochen und Sichelflossen-Zitronenhaie. Etwas unheimlich wurde es als sich mehrere Rochen gleichzeitig auf Juli zubewegten (und dann abdrehten). Normalerweise verstecken sich die Rochen einfach nur im Sand und hoffen, dass der Zitronenhai sie nicht sieht. Aber diese gemeinsame Bewegung war dann doch etwas unheimlich. Wir haben dann beschlossen, dass wir auch kalt genug waren und sind über den Research Beach (also den dritten und letzten auf der Insel) zurück zum Resort gegangen. An dem Strand waren noch Unmengen an ganz kleinen Riesengeigenrochen, die sich im flachen Wasser vor dem etwas weiter draußen schwimmenden Schwarzspitzen-Riffhai versteckten.

Wie es nach dem Schwimmen so ist, hatten wir erstmal hunger und waren kaputt, so dass wir uns erstmal ein paar Snacks im Zimmer genehmigten und ein bisschen ausruhten. Am späten Mittag hatten wir dann nämlich die Schnorchel-Bootstour zu einem äußeren Riffpunkt gebucht. Dabei wird immer erst kurzfristig entschieden, wo man eigentlich genau hinfährt. Das Heron Riff bietet aber genug Punkte an die man fahren kann. Wir waren in diesem Fall sehr weit draußen am äußeren Ende. Und es ist ja doch immer erstmal etwas unheimlich, wenn man in Gewässer soll, wo man einfach nur eine dunkle blaue Fläche unter sich sieht und gleichzeitig die Aussage der Crew kommt, dass die Strömung recht stark ist und sie von dem Riff wegtreibt. Aber die Crew war wirklich gut und hat erklärt, dass sie einen am Steuer des Boots haben, eine Person auf dem Boot, die die Übersicht über die gesamte Gruppe behält und einer, der mit ins Wasser kommt und als Begleiter für die Gruppe da ist. Hier konnten wir sehr viel intaktes Korallenriff sehen und viele Fische beobachten. Wir sind zwar grundsätzlich als Gruppe zusammen geblieben, aber natürlich driftet das bei 12-14 Leuten auch etwas auseinander. So haben wir es leider nicht geschafft, rechtzeitig an dem Ort zu sein, wo eine Schildkröte gerade zu sehen war. Dafür habe ich zu einem anderen Zeitpunkt einen Weißspitzen-Riffhai beobachten können. Das war auch total großartig. Nach 45 Minuten im Wasser hat unser Schnorchelguide das Boot gerufen und wir sind wieder zurück gefahren. Was für ein Erlebnis.

Ich bin echt so froh, dass ich vor 1,5 Jahren einen erneuten Versuch mit Kontaktlinsen gestartet habe. Mit meinen Stärken hätte ich mir keine Schnorchel- oder Schwimmbrille anfertigen lassen wollen und so ist das alles so einfach und man kann soooo viel sehen.

Zurück auf Heron Island haben wir uns in der Bar niedergelassen und einen Snack gegessen, Kaffeespezialitäten genossen und haben das Meer beobachtet. Zum Sonnenuntergang sind wir nochmal an den Bootsanleger gegangen, wo wir den Sonnenuntergang angeschaut haben.

Am Abend haben wir schon mal die Zeit genutzt und haben unsere Rechnungen bezahlt, Sachen neu gepackt und alles für die Abfahrt morgen vorbereitet. Glücklicherweise kann man das einzucheckende Gepäck einfach bis um 8 Uhr vor das Zimmer stellen und dann wird es abgeholt und schon mal in Container gepackt, die dann auf das Boot gehoben werden.

Samstag, 27. Oktober 2018

Heron Island Fortbildungsspaziergänge

Wir hatten uns vorgenommen, so lange wie möglich zu schlafen. Um kurz nach 5 ging die Sonne auf und die Vögel wurden entsprechend laut. Beziehungsweise die Geisterrufe hörten auf und der Rest der Vogelwelt wurde lauter. Irgendwann haben wir dann aufgegeben und sind zum Frühstück gegangen. Das war ein tolles Buffet und uns hat nichts gefehlt. Natürlich ist es nicht vergleichbar mit dem Frühstück im Marina Bay Sands, wo alles auf den Punkt korrekt war, aber für so ein Resort, das 80 km vor dem Festland liegt, passte das.

Der nächste Aktionspunkt auf unserem Plan war, erstmal Schnorchelausrüstung auszuleihen. Das ging auch zügig und nachdem wir das Zeug in unser Zimmer gebracht haben, fing auch schon der Vogelspaziergang an. Hier hat uns die Naturexpertin Rachael zu diversen Orten gebracht und uns die hiesigen Vögel gezeigt. Angefangen hat sie mit den Weißkappennoddis, die überall waren. Davon kommen bis zu 120.000 Exemplare jährliche zum Brüten auf die Insel. Die bauen relativ lieblose Nester aus alten heruntergefallenen Blättern, die sie übereinander legen. Nun haben sie sich eine Baumart ausgesucht, die sehr klebrige Früchte generiert und auf den Boden schmeißt. So passiert es immer mal wieder, dass sich ein Noddi darin bei der Blattsuche verfängt und als Nahrung für den neuen Baum endet. Tjoa, so profitieren sowohl Baum als auch Noddis voneinander, da sie beide perfekte Bedingungen zur Vermehrung finden. Die Viecher brüten so unglaublich dicht nebeneinander, dass die wirklich überall zu sehen sind. Und man hat auch eine recht hohe Chance, von deren Hinterlassenschaften getroffen zu werden. Wir hatten bewusst fast immer einen Hut oder ein Cap auf. Weiter ging es dann auch mit dem namensgebenden Vogel der Insel, dem Riffreiher. Nun ist es recht interessant zu wissen, dass es im englischen für Reiher zwei verschiedene Arten, nämlich Heron und Egret gibt. Bei uns wird beides als Reiher übersetzt. Eigentlich gibt es auf Heron Island aber keine Herons, sondern nur Egret, so dass die Insel eigentlich falsch benannt ist. Ansonsten gibt es natürlich auch Silbermöwen und ganz viele Bindenrallen. Die Bindenrallen sind eigentlich total scheue Vögel, haben sich aber auf Heron Island so an den Menschen gewöhnt, dass sie sehr frech geworden sind. Bei diesem Spaziergang wurden wir auch noch über die Geisterrufe aufgeklärt. Es handelt sich hier um Keilschwanz-Sturmtaucher. Die leben eigentlich auf dem Ozean und kommen nur nachts während der Brutsaison an Land. Dort treffen sie sich mit ihrem Partner und graben bis zu 2 Meter lange Höhlen, in denen sie brüten. Nun sind sie eigentlich mehr an die gleißende Sonne angepasst und weniger an die Nacht, so dass die beim Flug zu ihren Höhlen immer recht torkelig unterwegs sind und nur knapp Hindernissen ausweichen. Das ist schon niedlich. Und die singen auf jeden Fall die gesamte Nacht über mit ihrem Partner ein Lied, was entsprechend nach Geisterrufen klingt. Am Morgen verlassen sie dann wieder die Insel. Das hat übrigens früher die Seemänner dazu gebracht, die Insel als spukend anzusehen, da sie in der Nacht die Geräusche gehört haben und tagsüber, als sie nachgeguckt haben, nichts gefunden haben. Beim Brüten erwischt, haben wir auch noch Zügelseeschwalben. Ansonsten saßen natürlich auch noch diverse andere Vögel rum, wie z.B. eine Taubenart, der Graumantel-Brillenvogel und noch viel mehr. Es gibt auch ein brütendes Weißbauchseeadlerpärchen, was wir bei dem Vogelspaziergang leider nicht sehen konnten.

Nun hatten wir vor unserem nächsten Fortbildungsspaziergang etwas Zeit und da die Tide gerade günstig war, sind wir am Nordstrand schnorcheln gegangen. Das Wasser war stellenweise doch erstaunlich frisch. Aber das Schnorcheln hat wieder unglaublich viel Spaß gemacht. Wir haben natürlich sehr viele Fische, Korallen und Seegurken gesehen. Eine Stelle war besonders schön, da sich dort ein Epaulettenhai in einer Höhle versteckt hielt. Den Grund haben wir kurze Zeit später kurz gesehen als ein Schwarzspitzenriffhai vorbei schwomm. Der schien sehr schüchtern zu sein, da der sehr schnell das Weite gesucht hat. Aber trotzdem ein beeindruckendes Tier.

Da wir immer noch ein bisschen Zeit hatten, haben wir erstmal ein wenig ausgeruht, bevor es zu dem Inselspaziergang ging. Dort hat uns Rachael einiges über die Historie erzählt und wie die Insel entstanden ist. Insgesamt ist die Insel etwa 800 Meter lang und 300 Meter breit. Wenn ich das richtig in Erinnerung habe, ist das Riff um die Insel bis zu 11 km lang. Die Flora habe ich größtenteils schon wieder vom Namen her vergessen und dazu gab es auch keine Flyer, von denen ich das jetzt ablesen könnte. Bei dieser Wanderung haben wir aber tatsächlich einen Weißbauchseeadler gesehen, wie er auf dem höchsten Baum saß und über seine Insel wachte.


Quasi direkt im Anschluss an den Inselrundgang ging es zum Riffspaziergang. Die Ebbe war mittlerweile da und so konnte man den Spaziergang super machen. Riffschuhe gab es kostenlos zum Ausleihen und Rachael hat uns zum Riff geführt. Riffspaziergang ist übrigens eine leicht irreführende Formulierung, da man nicht auf dem Riff geht, sondern auf den Sandflächen, die neben und zwischen den Korallen sind. Rachael war besonders aufgeregt, da sie meinte, dass es eine gute Zeit für Epaulettenhaie sein dürfte. Die sind meist bei abendlicher Ebbe gut zu sehen. Die Haie sind übrigens insofern spannend, da sie längere Zeit ohne Wasser auskommen können und wenn es zu brenzlig wird, auf ihren Flossen über Land zum nächsten Pool gehen können. Wir haben auch direkt einen entsprechenden Hai gesehen, was natürlich schon mal ein cooler Start war. Worauf sie besonders hingewiesen hat, ist die Bedeutung der Seegurken für ein Riff und dass man doch bitte unbedingt bei dem Spaziergang darauf achten möge, nicht auf diese zu treten. Seegurken filtern nämlich ganz viel Dreck und Fäkalien der Fische aus dem Wasser und scheiden dafür dann reinen Sand aus. Die Viecher waren auch wirklich überall, was den Spaziergang sehr langsam gemacht hat. Vorab wurden wir übrigens gewarnt, dass es hier verschiedene Kegelschnecken gibt. Die sollte man, wie alles andere an Natur auf der Insel, auf gar keinen Fall anfassen. Sie haben natürlich die giftigste Art auch mit dort und da die Insel so weit ab vom Schuss liegt, kann man davon ausgehen, dass man stirbt, wenn man von der Kegelschnecke erwischt wird. Wenn man sie in Ruhe lässt oder nur neben sie tritt, ist das kein Problem, da sie sich eigentlich wie alle Schnecken verhält und erstmal ins Haus zurückzieht. Hochnehmen oder anfassen wäre dann aber böse. Auf diesem Spaziergang hat sie auch viel über verschiedene Korallenarten und die Fische, Oktopushöhlen, Seesterne und vieles mehr erzählt und gezeigt. Das ist schon nett, wenn man durch so ein Riff durchspazieren kann, vieles sieht und nicht mal eine extra Maske zum Sehen braucht. Als wir am Strand wieder ankamen, war die Sonne gerade untergegangen und wir haben uns erstmal ein bisschen was von unserem mitgebrachten Essen gemacht.


Im Anschluss sind wir noch zur Bar getigert, um dort ein bisschen auf das Meer hinauszuschauen und den Mondaufgang anzugucken. Der hat allerdings durch einige Wolken am Horizont ein wenig auf sich warten lassen. Eigentlich wollten wir nochmal los und schauen, ob wir weitere Schildkröten beim Nisten finden. Im Endeffekt wurde uns das durch den Wind aber doch zu kühl und wir haben beschlossen, lieber ins Bett zu fallen.

Freitag, 26. Oktober 2018

Heron Island Überfahrt

Heute hatten wir erst um 12:30 Uhr einen Termin. Dementsprechend sind wir so lange wir konnten im Motel geblieben, haben dann ausgecheckt und weil wir weiterhin noch 2,5 Stunden zur Verfügung hatten, sind wir zum Tondoon Botanischen Garten gefahren. Der lag nur wenige Kilometer vom Motel entfernt.

Im Botanischen Garten sind viele Regionen Queensland nachgebaut, so dass man in kürzester Zeit die meiste spezielle Nationalparkflora zu sehen bekommt. Auch sind natürlich einige Gerüche durch die Pflanzen vorhanden. Wir hätten einen größeren Rundweg gehen können, aber da der mit 2 Stunden angeschrieben war, wurde uns das zu knapp. Nach einer Stunde hatten wir meisten Teile gesehen und haben dann beschlossen, dass wir auch früher an den Hafen von Gladstone fahren können.

Gesagt, getan und auch wenn es hieß, dass wir erst um 12:30 Uhr für unsere Überfahrt nach Heron Island einchecken können, konnten wir auch schon früher unser Gepäck dort lassen und die Tickets für die Überfahrt bekommen. Zusätzlich hat uns die Dame am Schalter noch einen Park auf der anderen Seite des Hafens empfohlen, um die Zeit bis zum Boarden gegen 13:30 Uhr zu überbrücken.

Also sind wir noch zu dem Park gefahren und sind dort spazieren gegangen. Dort haben sie einen kleinen Rundweg mit Informationen zu den Gladstone Big 6. Hierbei handelt es sich übrigens nicht um 'The Big Mango' oder ähnliches, sondern um die 6 wichtigen Lebewesen im und am Wasser bei Gladstoone: Krustentiere, Seevögel, Fische, Delphine (und Verwandte), Seekühe und Schildkröten.


Wir waren natürlich rechtzeitig wieder zurück und haben dann noch eine Weile das Hafenbecken beobachten können, weil 13:30 Uhr auch mehr als Richtlinie zu sehen war. Um 13:50 Uhr durften wir dann endlich an Board unserer Fähre nach Heron Island gehen. Die Fähre ist ein Katamaran, der sowohl für den Hafen als auch für den Ozean gebaut ist. Jedenfalls sagen sie das am Anfang der Fahrt bei der Sicherheitsunterweisung. Wir haben uns draußen ein Plätzchen gesucht. Die Idee an sich ist nicht schlecht, weil wir auch direkt bei der Ausfahrt aus dem Hafen Delphine beobachten konnten. Allerdings ist doch relativ viel Wasser nach oben gespritzt, so dass unsere Front zwischenzeitlich sehr ordentlich mit einer Salzwassermarinade getränkt wurde. Nach gut 2 Stunden kamen wir dann auch auf Heron Island an.

Auf Heron Island wurden wir, also alle Neuankömmlinge, direkt von einem Mitarbeiter in Empfang genommen und zu einem Meeting-Raum gebracht. Dort hat er uns eine Überblick über das Resort gegeben und Verhaltensweisen eingeprägt. Heron Island besteht im Prinzip komplett aus Naturschutzgebiet. Man darf nichts stören, mitnehmen oder anfassen. Auch eine heruntergefallene Feder muss hier bleiben. Etwas ungewohnt ist, dass das Resort ein schlüsselloses Resort ist. Es sind also immer alle Unterkünfte offen. Wenn man im Raum ist, kann man die Türen zusperren, aber sobald man rausgeht, muss man sie offen lassen. Wertgegenstände kann man an der Rezeption wegschließen lassen.
Neben der Ankunft mittels Boot, kann man auch mit dem Seeflugzeug oder Helikopter anreisen und dann sind gewisse Areale gesperrt. Das war uns aber etwas zu teuer, so dass wir doch lieber die günstigste Variante genommen haben.

Nach dem Vortrag wurden wir dann zu unseren Räumen gebracht. Wir haben die günstigste Raumvariante gewählt und das sind Gebäude mit 2 Wohneinheiten nebeneinander. Jeder hat eine Veranda, einen ausreichend großen Raum mit Bett, Schrank, Sesseln und Wasserkocher sowie einem eigenen Badezimmer. Die höherpreisigen Räume haben die Veranda zum Strand, während wir halt Blick auf Bäume haben. Insgesamt hatte ich durch die Kommentare auf Booking.com u.ä. Portalen erheblich weniger erwartet und war somit freudig überrascht.

Es ist übrigens elementar, sich zumindest vorher ein mal kurz etwas zu der Insel durchzulesen. So ist von Oktober bis April die Brutsaison für diverse Vögel. Dabei sind hier auf der Insel bis zu 200.000 Vögel. Dementsprechend riecht es auch quasi überall mal mehr mal weniger nach Guano. Zusätzlich können die Vögel ziemlich laut sein. Es ist aber schon spannend, auch mal andere Vögel hier aus der Nähe zu erleben. Morgen gibt es einen Vogelspaziergang, bei dem wir etwas über die Vögel hier lernen können.


Um 19:00 Uhr hatten wir eine Reservierung in dem hiesigen Restaurant. Das Restaurant hat in den Bewertungen nicht allzu gut abgeschnitten. Das Essen sollte qualitativ nicht so doll sein, aber dafür unglaublich teuer. Diese Reservierung bekommt übrigens jeder Gast für den ankommenden Tag, damit jeder die Chance hat, Essen zu gehen. Wir sind dann auch entsprechend hingegangen. Die Auswahl war übersichtlich und die Gerichte eher merkwürdig bzw. speziell von ihrer Zusammensetzung. Man muss ein 2- oder 3-Gänge-Menü wählen, wobei man bei dem 2-Gänge-Menü auswählen kann, ob man Hauptgericht und Nachtisch oder Hauptgericht und Vorspeise haben will. Wir haben uns im Endeffekt für Hühnchen mit Rotkohl, Kartoffelgratin und Brokkoli als Hauptgang entschieden. Das klang irgendwie normaler als Lachs mit Minze und Erdbeere. Und zum Nachtisch gab es für uns Schokoladenbrownie. Den Bewertungen bei den verschiedenen Portalen kann ich nicht vollständig zustimmen. Das Essen war ok zubereitet, die Portion ziemlich groß und ich fand es auch geschmacklich nicht allzu schlecht. Na gut, der zimtige Rotkohl ist bei 25°C ein bisschen sehr merkwürdig. Der Nachtisch war glorreich. Leider hat Juli ihren Brownie nur zur Hälfte geschafft, so dass ich dann wohl oder übel den Rest essen musste. Das hat mich natürlich sehr getroffen. Für uns war jedenfalls klar, dass wir keine weitere Reservierung vornehmen werden, da insgesamt das Preis-Leistungs-Verhältnis nicht stimmt.

Bei unserer Ankunft hatten wir uns auch schon über die anstehenden Aktivitäten hier informiert. Schwimmen und Schnorcheln kann man auf eigene Faust vom Strand aus, sofern es mit der Tide passt. Auch kann man natürlich über die komplette Insel gehen und sich alles mögliche anschauen. Zusätzlich gibt es aber hier eine Angestellte, die verschiedene Spaziergänge und Vorträge anbietet. Für heute Abend hatte sie einen Schildkrötenvortrag vorbereitet. Wir waren mit dem Essen auch gerade rechtzeitig fertig, um dort hingehen zu können.
Hier gibt es 2 Schildkrötenarten, die ihre Nester auf Heron Island bauen. Das sind die grüne Meeresschildkröte und die unechte Karettschildkröte. Und auch wenn eigentlich erst im November die Saison beginnt, sind sie in diesem Jahr etwas früher dran. Wir haben gerade Vollmond, die Tide liegt günstig in den Abendstunden, so dass man hier vielleicht zumindest grüne Meeresschildkröten sehen kann. Dazu haben wir dann über das Leben und die Fortpflanzung, sowie dem Nestbau der Tiere einiges gehört und einen ganzen Sack an Verhaltensweisen gesagt bekommen, damit man die Schildkröten nicht stört. Grundsätzlich sollte man immer viel Abstand halten, definitiv niemals Licht machen und sich von hinten an sie ranschleichen.
Da die Saison gerade beginnt, hat die Vortragende angeboten, dass wir auch einen kleinen Schildkrötenspaziergang machen könnten. Fanden wir alle eine super Idee und somit sind wir bei Vollmond an den Strand gegangen. Dort ging es dann etwa auf der Wasserlinie entlang. An einer Stelle konnten wir eine Schildkröte sehen, wie sie gerade prüft, ob der ausgewählte Nistplatz taugen könnte. Im Prinzip gibt es übrigens 5 Phasen des Nestbaus. Zunächst kommt die Schildkröte an den Strand und wandert zur Vegetationslinie und gräbt sich eine Kuhle. Wenn sie das so weit gemacht hat, nutzt sie ihre Hinterflossen als eine Art Spaten un hebt einen Gang von 40-50cm Tiefe aus. Ist der Sand dort feucht genug und ist da keine Wurzel im Weg, legt sie 80-120 tischtennisballgroße Eier hinein. Dann wird das wieder zugeschüttet, alle Spuren verwischt und dann wandert sie wieder zurück ins Wasser. Das alles zusammen kann schon mal lockere 8 Stunden dauern. Wir sind auf jeden Fall noch weiter zur Haibucht gegangen. Dort haben gerade unglaublich viele verschiedene junge Rochen gelegen und geschlafen. Das war absolut großartig, die Viecher da im Wasser zu sehen. Und ein kleines Stück weiter haben wir dann noch eine Schildkrötenspur gefunden. Dort haben wir uns angeschlichen und eine Schildkröte war gerade dabei, die Eikammer auszuheben. Das haben wir bestimme eine gute halbe Stunde beobachtet, bevor wir dann irgendwann beschlossen haben, doch langsam mal in Richtung Bett zu tigern.

Sehr spannend ist übrigens auch, dass ab Sonnenuntergang überall auf der Insel Rufe von Geistern zu hören sind. Jedenfalls klingt es so, wie man sich Gespenstergeräusche vorstellt. Im Endeffekt sind das Vögel, die hier auch brüten. Sie sind aber den ganzen Tag auf dem Ozean unterwegs und treffen sich abends an ihrer Höhle. Dort wird dann die Nacht über gemeinsam gesungen und das klingt entsprechend wie Geister. Total großartig.