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Dienstag, 20. November 2018

Ab in den Knast

Heute stand der erste von 3 Abschnitten unserer Tour nach Melbourne an. Da wir die Strecke selbst fahren, mussten wir heute Morgen erstmal das Auto aus einigen Kilometern Entfernung holen. Das funktionierte einwandfrei und mit unserem Auto ging es dann zurück zur Unterkunft, wo wir erstmal gefrühstückt haben. Danach ging es ans Tetris spielen. Im Endeffekt hat alles ins Auto gepasst, wobei wir nicht viel Spielraum haben. Na gut, 4 Erwachsene mit 2 Koffern, 2 großen Rucksäcken, 4 Tagesrucksäcken, einer Kühltasche und 3 Handtaschen sind ja auch nicht gerade wenig. Der Toyota Corolla hat es auf jeden Fall geschluckt und wir passten auch noch alle rein.

So sind wir dann nach Hahndorf gefahren. Hahndorf ist 'The german village'. Wirklich deutsch ist hier wenig, aber es gibt durchaus kitschiges Zeug aus Bayern, dem Schwarzwald und dem Erzgebirge. Dieses Dörfchen heißt deshalb deutsch, da es von deutschen Aussiedlern gegründet wurde. Der Kapitän hieß Hahn, war dänisch und nach ihm wurde das Dorf benannt. Wenn man sich anschaut, wo die deutschen Aussiedler herkamen, stellt man übrigens fest, dass es quasi aus Ostdeutschland und zum großen Teil aus Polen ist. Im Prinzip halt preußisch. Dass sich diese Ex-Preußen trauen, bayrischen Kitsch zu verkaufen, ist natürlich schon so ein Ding. ;)


Nachdem wir eine Stunde im Nieselregen durch das Dorf gelatscht waren, haben wir die Fahrt nach Mount Gambier angetreten. Auf dem Weg haben wir einen hübschen pinken See gefunden und viel hübsche Landschaft entdeckt. Stellenweise hätte es allerdings auch Schleswig-Holstein sein können, wenn wir nicht auf der falschen Seite gefahren wären.


In Mount Gambier haben wir uns eine lustige Unterkunft gebucht. Und zwar geht es in den alten Knast. Tatsächlich waren hier bis 1995 überwiegend Kleinkriminelle untergebracht. Es gab einen Männer- und einen Frauentrakt. Bis 2000 stand es leer und anschließend wurde es von Obdachlosen und Junkies als Unterkunft verwendet. 2010 hat der heutige Besitzer das Gefängnis übernommen und daraus eine Unterkunft gemacht. So schläft man also in Ex-Zellen. Wir haben die Familiensuite, die ursprünglich mal 4 Zellen umfasste. Das ist alles total nett hergerichtet, eine Küche eingebaut und Toilette umd Badezimmer haben wir auch ein eigenes. Das ist bei den meisten anderen Zimmern nicht der Fall. Sehr lustig ist, dass es halt eher für Jugendherbergsnutzer passt, so dass wir ein Etagenbett und ein Doppelbett haben.

Freitag, 28. November 2008

Monarto Safari, Blauer See

Samstag sind wir dann endgültig aus Adelaide weggefahren. Zunächst sind wir nach Monarto in den dortigen Safari-Park gefahren. Dort gab es dann Busse, mit denen man durch die verschiedenen Gehege gefahren ist. Das war sehr interessant, da es schon spaßig ist, wenn die beiden Junglöwen direkt am "Straßen"rand liegen und gemütlich vor den Bus latschen. Die Gehege sind auf rund 1000 Hektar verteilt und somit haben die verschiedenen Tiere auch viel Platz. Besonders witzig war die Bisonherde. Ein Bison war nämlich gerade in Spiellaune und wälzte sich auf der Erde, tänzelte durch die Gegend und ärgerte einige andere Bisons. Und mit tänzelte, meine ich tänzeln. Das Vieh sah aus wie ein Balletttänzer. Wenn man ein Bison so springen sieht, dann hat man Problem, diese Tiere jemals wirklich wieder ernst zu nehmen. *ggg*

Von dort aus sind wir zum Mount Gambier gefahren. Dieser Berg ist ein erloschener Vulkan, in dem ein See entstanden ist. Der See heißt Blue Lake und der Name ist, wie immer, wirklich bezeichnend. Der See ist einfach nur blau. Total hübsch. Man kann da auch ausgedehnte Spaziergänge machen und Höhlen besichtigen. Leider war das Wetter auch dort nur semi-toll und somit haben wir uns auf einige wenige Fotos beschränkt. Es war einfach zu kalt, um länger da rumzulaufen. In dem Ort am See haben wir dann auch übernachtet. Und weil es schon etwas später war und wir am nächsten Tag ja noch nach Melbourne kommen wollten, mussten wir leider die Höhlenbesichtigungen und Spaziergänge streichen.

Hahndorf

Wir haben am Montag bei unserem ersten Adelaide-Rundgang bei ein paar Autovermietungen mal die Preise angefragt, da wir uns ja ein Auto mieten wollten. Die günstigsten, die wir gefunden haben, waren Hertz. Ich bin da ein wenig vom Glauben abgefallen, da Hertz für mich immer eine eher hochpreisige Gesellschaft ist. Die Fahrt, die uns vorschwebte, war ja auch eine One-Way-Tour, so dass wir in Adelaide das Auto übernehmen und in Melbourne wieder abgeben. Diese Strecken kosten ja auch gerne mal etwas mehr, weil die Gesellschaften irgendwie die Autos wieder an den anderen Standort zurück bringen müssen. Thrifty (eine große Gesellschaft hier) wollte irgendwas um die 300 $ haben, wobei da die Rückführungsgebühr enthalten war. Hertz dagegen nahm 45$ pro Tag. Die haben auch keine Rückführungsgebühr erhoben und somit sind wir am Freitag Morgen zu denen hingetigert und wollten das Auto mieten. Wir haben vorher nicht reserviert, da wir ja ständig unterwegs waren und am Montag wollten wir das noch nicht reservieren, da wir einfach nicht sicher waren, ob wir bei dem Plan bleiben.
Nun gut, also standen wir am Freitag Morgen bei denen im Laden, sagten dass wir gerne ein Auto mieten würden und erhielten einfach nur die Aussage: "Es gibt kein Auto mehr". Mist! Wir sind also wieder aus dem Laden raus und haben überlegt, was wir denn machen könnten. Nach einer kurzen Zeit ist uns aufgefallen, dass wir nicht mal das Datum genannt haben, zu wann wir ein Auto mieten wollen. Außerdem ist es merkwürdig, da eine weitere Hertz-Station ein paar km weiter am Flughafen ist. Und wir konnten uns nicht vorstellen, dass die Autos dort wirklich alle weg sind.

Gar nicht blöd, sind wir dann zum nächsten Internet-Cafe gegangen und haben einfach mal geschaut, was denn das Internet dazu sagt. Man kann darüber ja problemlos Autos reservieren und wenn das nicht möglich ist, gibt es ja eine entsprechende Meldung. Bei unserer Reservierung kam kein Hinweis, dass bei der Station kein Auto mehr zur Verfügung stünde. Somit haben wir dann die Reservierung für mittags getätigt, ausgedruckt und sind zur Mittagszeit wieder hin. Wir haben dann auch gar nicht erwähnt, dass wir schon mal da waren, sondern haben uns so verhalten, als hätten wir die Reservierung wie immer getätigt und wollten nun das Auto abholen. Mittlerweile gab es wohl einen Personalwechsel. Auf jeden Fall war die entsprechende Dame dann sehr nett, hat vom Flughafen ein Auto anrollen lassen und schon war alles in trockenen Tüchern. Sie hat uns nebenbei erzählt, dass an dem Tag irre viel dort los sei und sie nicht wisse warum, aber es ja kein Problem sei, das Auto vom Flughafen anzufordern.

Bevor wir das Auto übernommen haben, haben wir noch die Versicherungssachen dort geklärt. Diese 45$ pro Tag beinhalten nämlich eine Selbstbeteiligung von 2700$. Da wir wissen, wie leicht ein Steinschlag, Wildunfall oder ein Loch in die Reifen kommt, haben wir gleichzeitig die 0$-Selbstbeteiligung dazu gebucht. In dieser waren dann auch Windschutzscheibe, Reifen u.ä. enthalten. Kostenpunkt: 35$ pro Tag. Man hätte auch für geringere Tagessätze eine Herabstufung der Selbstbeteiligung erhalten können. Dort sind dann im Allgemeinen aber nicht die Windschutzscheibe und Reifen enthalten. Insofern haben wir dann 80$ pro Tag gezahlt, keine Kilometerbegrenzung gehabt und keine Selbstbeteiligung im Schadensfall.

Da es ja mittlerweile schon Mittag war, haben wir unseren ursprünglichen Plan, am Freitag loszufahren und Sonntag in Melbourne anzukommen, aufgegeben und verändert. Wir wollten eigentlich über Hahndorf nach Monarto in den Safari-Park fahren, dann weiter zum Mount Gambier, gefolgt von der Great Ocean Road nach Melbourne. Aufgrund der fortgeschrittenen Zeit sind wir dann nur nach Hahndorf gefahren. Das war quasi die kleine Vorübung des Autofahrens für mich.

Wir waren also gegen 15:00 Uhr oder so in Hahndorf. Das Dorf liegt knapp 30 km süd-östlich von Adelaide und ist die älteste deutsche Siedlung auf diesem Kontinent und soll sehr deutsch sein. Als Deutscher muss man sich sowas natürlich anschauen. Benannt ist es nach dem Kapitän des Schiffs, der Hahn hieß. Wir müssen aber zugeben, dass uns das Dorf selbst aber nicht wirklich deutsch vor kam. Eher in dem Sinne, wie sich halt Ausländer deutsch vorstellen. Klar, die Häuser sind aus Stein und nicht Holz gebaut (was hier nicht zwingend typisch ist!), aber von der Bauweise war es sonst nicht wirklich deutsch, sondern sah mehr nach Haus auf dem Land aus. Die Verzierungen erinnerten uns aber auch eher an die victorianische Zeit.
Unsere Hoffnung war natürlich, endlich mal einen vernünftigen Bäcker zu finden, der auch deutschere Backwaren hat. Leider haben wir den auch da nicht gefunden. Aber die Schoko-Torte war trotzdem lecker. *ggg* Die Restaurants hatten viele Sachen mit Sauerkraut, was für mich aber halt eher bayrisch als deutsch ist. Labskaus gab es dagegen nirgends *breitgrinsend*
Wie es sich für ein deutsches Dorf aber gehört, war das Wetter sehr deutsch und es fing an ordentlich zu regnen. Daraufhin haben wir dann auch den Rückzug angetreten und sind zurück gefahren.

Eine Sache ist übrigens wirklich interessant. In sehr vielen Restaurants findet man nicht nur Burger und Steak, sondern sehr oft auch Schnitzel. Das hätte ich wirklich nicht gedacht, aber anscheinend haben sie dieses Gericht auch assimiliert.

Barossa Valley

Kaum von der Känguruh-Insel wieder zurück in Adelaide, ging es auch schon wieder auf die nächste Tour. Diese Tour haben wir auch direkt nach unserer Ankunft bei Groovy Grape Getaways gebucht. (Da fällt mir ein, dass wir zu der Gruppe bei der Kangaroo Island noch gar nicht viel geschrieben haben ... kommt noch)
Barossa Valley liegt bei Adelaide und ist eine sehr bekannte Weingegend. Und im Prinzip bestand die Tour aus 4 Weinverkostungen, Mittagessen und Gegend sehen. Das war übrigens die Tour, mit der Groove Grape vor ein paar Jahren begonnen hat.

Die Gruppe war nett und zwei Holländerinnen von der ersten Tour waren auch wieder mit dabei. Ich hab mir jetzt nicht alle Nationalitäten genau gemerkt, aber es waren u.a. Aussies, Dänen, Deutsche, Holländer und Schweizer dabei.

Bevor wir mit der Verkostung begonnen haben, haben wir erstmal an der ältesten Holzspielzeugfabrik gehalten. Ob das Alter jetzt auf die Region um Adelaide oder komplett Australien bezieht, weiß ich nicht mehr. Wir haben da auch eigentlich nur gehalten, weil da ein Cafe dabei war und wir dort erstmal etwas essen konnten. Julia und ich haben uns ein Schinken-Käse-Croissant und ein Schinken-Ei-Brötchen gekauft. Man muss ja auch ein bisschen Grundlage haben. *ggg*

Alle waren schon auf die Verkostung gespannt, aber vorher stand noch ein weiterer Programmpunkt auf dem Plan: die Whispering Wall. Diese Mauer war wirklich erstaunlich. Eigentlich ist es ein Staudamm. Dieser ist, wie eigentlich immer, gebogen gebaut. Dabei haben die Erbauer es geschafft, exakt den Winkel zu treffen, dass man direkt am Anfang und Ende des Staudamms stehen kann und normal miteinander sprechen kann. Das war wirklich lustig, da ein Teil ans Ende gegangen und der Rest am Anfang stehengeblieben ist. Am Ende angekommen musste man nicht brüllen und nicht mal laut reden. Die auf der anderen Seite waren klar und deutlich zu verstehen. Sehr schön eine ensprechenden Schallübertragung so mitzuerleben. Man sollte allerdings vorsichtig sein, wenn man da lästert und derjenige, über den man lästert, auf der anderen Seite steht ;)

Die erste Weinverkostung fing so zwischen 10 und 11 an. Dabei wurden alle Weine durchgekostet. Es wurde auch immer darauf hingewiesen, dass man, sofern man einen Wein nicht mag, den doch bitte weggießen solle, da ja noch so viele andere Weine (auch bei anderen Winzern) auf dem Programm stehen. Wir haben uns brav durch alles durchgetrunken und waren von keinem Wein so wirklich begeistert. Insofern wird Jacob Creek, sollten sie nach Deutschland exportieren, nicht von uns gekauft werden. Die sitzen übrigens in einem schicken, modernen Gebäude, das irgendwelche Preise gewonnen hat. Für meinen Geschmack war es nur modern und nicht gemütlich. Aber der Audi R8 sah interessant aus. Audi hatte da wohl am Tag vorher eine Ausstellung und da sie noch mit dem Abbau beschäftigt waren, stand der Wagen da noch rum. *ggg*

Die zweite Verkostung war super. Die fand in einem gemütlichen, kleinen Raum statt. Diejenigen, die die Verkostung durchführten, waren auch einfach großartig. Die beiden Mädels waren so in etwa unser Alter, vielleicht knapp drüber. Die eine von denen hatte in der Nacht nicht viel Schlaf bekommen, weil sie beim Pink-Konzert war. *g* Abgesehen von der Stimmung, die da einfach stimmte, waren die Weine aber auch absolut großartig. Die beiden Mädels haben bei ihren Lieblingsweinen natürlich auch mit gekostet ... naja, eigentlich haben sie ein Glas genommen, dieses dann vollgefüllt und den Wein getrunken. Die Weine waren aber wirklich alle bis auf die letzten beiden wirklich lecker. Die letzten beiden waren sehr süß. Der allerletzte war sogar mir ZU süß. Von der Tendenz her kam der an süßen Met ran. Durchprobiert haben wir aber auch alle. Vine Crest würden wir in Deutschland sofort kaufen. Leider exportieren sie nicht dahin, weil sie viel zu klein sind dafür. Und sie würden es zwar nach Deutschland auf Bestellung hinschicken, aber das kostet irgendwas um die 200 $ und das war uns dann doch etwas zu teuer. Also haben wir einfach nur so 2 Flaschen gekauft. Ursprünglich war die Idee, dass wir die ordentlich polstern und mit nach Hause bringen. Allerdings könnt ihr das vergessen, da uns noch eingefallen ist, dass wir ja noch nach Neuseeland fahren und man dort ja gar keine Lebensmittel importieren darf. Also müssen wir die wohl oder übel vorher selbst vernichten. *breitgrins*

Die dritte Verkostung war dann etwas interessanter, da diese in dem ursprünglichen Gebäude stattgefunden hat und dort auch direkt die Produktion des Weins stattfindet. Somit haben wir erst eine Führung bekommen, wo die verschiedenen Prozesse der Weinkelterei erklärt und die entsprechenden Tanks und Maschinen gezeigt wurden. Danach gab es die Verkostung. Sehr schön war dort auch, dass der Mundschenk gleichzeitig etwas zu der Verkostung erzählt hat. Also wie man eigentlich sowas macht, nach welchen Kriterien man die Weine beurteilt u.ä.. So grob weiß man das zwar, aber das war trotzdem nochmal interessant. Ich muss zugeben, dass ich mich an die Weine gerade nicht wirklich erinnere, weil die Führung viel interessanter als die Weine am Ende waren. Aber ich meine, dass da weiße Weine dabei waren, die ich mochte.

Nach den 3 Verkostungen war es auch Zeit für das Mittagessen. Unsere Busfahrerin hat ein leckeres BBQ vorbereitet und es gab Känguruh, Hühnchenspieße und Frikadelle, bei der ich nicht mehr weiß, aus was die war. Ich glaube, dass hatte unser Guide uns auch nicht erzählt. Auf jeden Fall war das lecker.

Weiter ging es zur 4. Verkostung. Im Gegensatz zu den vorherigen war dieses keine strukturierte Verkostung, wo ein Wein nach dem nächsten ausgeschenkt wird. Stattdessen durfte man von der Karte wählen und dann testen. Dort gab es einen leckeren Weißwein, der schön leicht und günstig war. Wir haben den trotzdem nicht gekauft.

Wir haben dann noch in .. ääähhh ... Tanunda, glaube ich, halt gemacht. Dort gab es dann noch ein Eis, sofern man sich eins kaufen wollte und man konnte das Dorf kurz anschauen. Wir hatten nur das Eis, haben mit den anderen geschnackt und das war es dann auch.

Als wir dann wieder zurück waren, haben wir uns noch mit den beiden Norwegern und 3 anderen von der Kangaroo Island-Tour getroffen und sind im Pub etwas trinken gegangen. Es ist echt erstaunlich, wie viel man anscheinend doch verträgt, auch wenn man eine längere Zeit nicht wirklich etwas getrunken hat.

Ich kann übrigens das Dark Ale empfehlen. Leider gibt es das nicht überall. Julia schwört da eher auf Cider. *g*

Montag, 24. November 2008

Kangaroo Island - Tag 2

Der 2. Tag führte uns von einem Frühstück mit Pancakes zu einer Koala Sanctuary. Das dortige Gebiet ist geschützt, so dass die Koalas da gemütlich vor sich hinleben können. Wir sind alle zunächst davon ausgegangen, dass es nicht allzu viele Koalas gibt. Da lagen wir aber alle falsch. Viele Tiere auf Kangaroo Island werden sterilisiert, weil sie sich wie wild vermehren. Leider kann man die auch nicht einfach so umsiedeln und somit wurde dieser Schritt notwendig. Es war durchaus interessant die Tiere dort zu sehen, aber da wir schon die Koala-Mutter mit ihrem Kind direkt an unserer Übernachtungsmöglichkeit hatten, war das natürlich etwas weniger spektakulär.

Weiter ging es zum Wandern in der Schlangen Lagune. Klingt gefährlich und ganz ohne war es auch nicht. Wieder hieß es, dass die dort vorhandenen Schlangen (4.- und 9.-giftigste Schlange der Welt) uns wahrscheinlich nicht treffen werden, da wir wieder alle lange Hosen trugen. Für den Fall der Fälle hatten wir aber auch wieder das entsprechende Erste-Hilfe-Kit mit.
Die Wandergeschwindigkeit war stramm, aber für meinen Geschmack ok. Wir haben dann nach einem Drittel am Fluß gestoppt und dort Schnabeltiere beobachten können. Ok, so viel konnte man nicht sehen, aber immerhin deren Schnabel zum Atmen haben wir sehen können.
Weiter ging es dann am Hügelhang entlang und durch eine kleine Höhle durch zum Ozean. Der Weg durch die Höhle war übrigens der spannendere Weg. Es gab auch noch den einfachen Weg. Um durch die Höhle durchzukommen, musste man eine spezielle Technik anwenden, sich falten und durchkriechen. Das war aber absolut großartig und sah traumhaft aus. Nach ein paar Minuten Freizeit am Strand, sind wir dann wieder zurückgegangen und haben uns dem Essen gewidmet. Auf dem Rückweg hat uns Dan auch noch erzählt, warum die Snake Lagoon entsprechend heißt. Dies liegt nicht an den vielen Schlangen, die da wohnen, sondern weil sich der Fluß dort wie eine Schlange windet.

An der Küste entlang der Kangaroo Island können übrigens jederzeit Kaventsmänner (Riesenwellen, Freak Waves) auftauchen. Am nächsten Ort wurden wir auch davor gewarnt und es gab eine Zone, die man nicht betreten durfte. Der Ort an sich war wieder sehr beschreibend benannt: Remarkable Rocks. Für diejenigen die nicht so fit in Englisch sind: Bemerkenswerte Steine. Und das ist eine typisch englische Untertreibung. Die waren nicht nur bemerkenswert, sondern wirklich erstaunlich. Die Steine sind der Erosion ausgesetzt und zerfallen auch weiterhin.
Wenn es um die Benennung von Orten geht, sind die Aussies sehr einfallsreich. Wenn die Berge blau aussehen, werden sie die blauen Berge genannt, wenn es viele Känguruhs auf der Insel gibt, dann ist es die Kangaroo Island, der Fluß windet sich wie eine Schlange, also ist es die Snake Lagoon. Und so gibt es wirklich viele Beispiele.

Nach den Remarkable Rocks ging es weiter zum Admirals Arch. Das war auch wieder absolut fantastisch. Wiedermal ist es direkt an der Küste gelegen und der Erosion ausgesetzt. Dort hat sich ein Torbogen gebildet, durch den man den Ozean betrachten konnte. Dort ist auch eine Seelöwen-Kolonie und es ist einfach erstaunlich, wie die Tiere mit den Wellen auf die Steine kommen und nicht einfach durch die Kraft der Wellen auf den Steinen zerdrückt werden.

Danach mussten wir leider wieder in Richtung Fähre fahren und dort dann wieder auf das Festland übersetzen und nach Adelaide fahren.
Dieser Tour war, wie schon so viele andere, wirklich lohnenswert. Das sollte man einfach mal gemacht haben, wenn man in/bei Adelaide war.

So weit dann erstmal die Berichte bis zum 19.11. ...

P.S. Vergesst nicht zu schauen, ob ihr die vorherigen Einträge schon kennt, da wir im Moment gerne mal mehrere Beiträge relativ kurz hintereinander schreiben. Fotos kommen später ... irgendwann. ;)

Kangaraoo Island - Tag 1

So, nachdem wir uns über das Wetter beschwert haben, geht es nun mit einem Eintrag weiter.

Am 18. wurden wir morgens wieder abgeholt und sind in Richtung Kangaroo Island gefahren. Großartig war, dass ein norwegisches Pärchen, das schon im Annie's Place in Alice Springs, auf der Fahrt von Alice Springs nach Adelaide und in Adelaide im Annie's Place war, auch hier mitgemacht hat. Somit kannten wir die schon und man hatte direkt jemanden zum Schnacken. Auf der Fahrt sind wir über die Berge bei der Fleurieu Peninsula zum Fähranleger gefahren. Dort hieß es dann Gepäck einsammeln und auf die Fähre. Das Wetter war (wieder einmal) recht bewölkt und windig. Die Fahrt dauert etwa 45 Minuten und das Wasser sah nicht so wirklich ruhig aus. Somit hat sich Julia massiv auf die Überfahrt mit der Fähre gefreut, aber wirklich schlecht ging es ihr dann doch nicht. Ich hab in der Zeit übrigens leckere Schokokekse gemampft. *ggg*

Auf der anderen Seite angekommen, sind wir in den dortigen Bus gestiegen und haben dort einige Aussichtspunkts angesteuert, unter anderem den Prospect Hill. Dort durften wir gefühlte hunderte von Stufen hinaufsteigen. Die genaue Zahl weiß ich nicht, da meine Mutter, die immer Stufen zählt, wenn sie sie hinaufsteigt, nicht dabei war ;) Dort hatten wir eine wirklich tolle Sicht. Schade, dass das Wetter da nicht besser war. Das hätte bestimmt noch toller gewirkt.
Danach sind wir in eine Eukalyptus-Destillerie gegangen. Das hat übrigens nichts mit Alkohol hier zu tun, Sven und Christian. :p Wir sind ja nicht in Schottland. ;) Dort wurde uns erzählt, wie das Eukalyptus-Öl extrahiert wird und was man damit so macht. Natürlich hatten wir auch die unglaubliche Gelegenheit verschiedene Produkte zu kaufen. Wir haben von dieser Möglichkeit einfach mal keinen Gebrauch gemacht. *ggg*

Nun stand mal wieder ein Essen auf dem Programm. Dort haben wir die Leute getroffen, die die 3-Tages-Tour machen. Das war dann erstmal ein wenig merkwürdig, da wir von der ersten Fahrt das so kannten, dass alle halt mithelfen und dabei fröhlich gesabbelt wird. Dort herrschte einfach nur Stille. Naja, wir sind dazugekommen und haben dann für die anderen mitgeredet. Das Essen war wieder, wie die anderen Male auch schon, lecker.

Unsere Tourführerin hat uns beim Essen dann verlassen, da wir ja nun bei dem anderen mitgefahren sind. Der (Dan) war super. Er wußte wirklich viel und hat das Wissen auch gerne weitergegeben. Eigentlich ist er Lehrer, aber nebenbei arbeitet er als Tourführer. Da er dabei schon sehr viel gemacht hat und auch privat gerne etwas unternimmt, bietet es sich auch an, das nebenberuflich zu machen. Ein paar Eindrücke könnt ihr auf seiner Homepage bekommen.

Nach dem Essen sind wir zu einer Seelöwen-Kolonie gefahren. Dort sind wir dann mit einem Ranger durch die Kolonie gelatscht. Dabei wurde penibel darauf geachtet, dass die Tiere nicht gestört werden. Es musste immer ein Mindestabstand eingehalten werden und wir mussten als Gruppe zusammenbleiben. Das lag u.a. mit daran, dass die Paarungszeit beginnt und die Bullen etwas aggressiver sind. Und wenn man als Gruppe da ist, dann greifen sie nicht an, was man nicht zwingend sagen kann, wenn man alleine da rumsteht. Es wurde natürlich auch sehr viel über die Tiere erzählt, was an dieser Kolonie so besonders ist usw. Ein paar Meter weiter konnte man dann auch noch ein Walskelett begutachten, das vor geraumer Zeit an den Strand gespült wurde.

Auf Arbeit folgt Vergnügen und wir sind in die Little Sahara gefahren, um dort mit Sandboards Dünen runterzujagen. Das war eine spaßige Angelegenheit, auch wenn das Wetter nicht optimal dafür war. Wirklich toll ist es, wenn es richtig heiß ist und man somit richtig Geschwindigkeit bekommt. Wir hatten mehr so norddeutsches Wetter, so dass nicht wirklich heißer Sand und dafür umso mehr Wind vorhanden war. Auch wenn das sehr lustig ist, muss man doch abwägen, ob 2 Sekunden Spaß einen 2-minütigen steilen Aufstieg auf die Düne rechtfertigt. ;) Ausprobiert haben wir das aber natürlich!

Vollkommen versandet sind wir dann ins Camp gefahren. Glücklicherweise mussten wir nicht in Zelten erfrieren, sondern hatten eine Hütte, in der wir alle geschlafen haben. Dort gab es dann auch eine Dusche und Toilette, Küche und genug Betten.
Wir sind dann erstmal ein wenig spazieren gegangen, während Dan ein Barbecue vorbereitet hat. Sein Versprechen lautete, dass er das beste BBQ machen würde... Bei unserem Rundgang haben wir dann direkt eine Koalamutter mit einem kleinen Koala in der Tasche gefunden. Sooooo süß! Da haben auch alle tausende Fotos von gemacht. Man weiß ja nicht, wann man wieder wilde Koalas trifft. ;) Getroffen haben wir auch noch diverse Känguruhs, die fröhlich über die Ebenen gehoppst sind.
Das BBQ war wirklich lecker. Es gab Känguruh-Burger, -Wurst und -Steak. Ich mochte das alles, während Julia die Würste nicht wirklich geschmeckt haben. Das war aber auf jeden Fall auch wieder super.

Als es vollkommen dunkel war, sind wir auf eine kleine Nachtwanderung gefahren. Dort haben wir dann Pinguine (die kleinsten der Welt) beobachtet, Fledermäuse und Millionen von Wallabys gesehen. Und Millionen ist hier gar nicht so sehr übertrieben. Die Wiesen waren voll davon. Das wirkte fast wie eine Plage. Auf dem Rückweg haben wir dann auf der Straße auch noch eine Giftschlange (die 9.-giftigste der Welt, ein Biss kann 200 Erwachsene töten!) gefunden. Wir haben sie paparazzimäßig umzingelt und fotografiert. Die Schlange war not amused davon und ist dann irgendwann ein wenig zum Angriff übergegangen. Daraufhin haben wir dann auch den Rückzug angetreten. Wir hätten aber ein Antidot gegen ihr Gift dabei gehabt ;) Abgesehen davon wäre der Biss wahrscheinlich gar nicht durch unsere Hosenbeine und Haut durchgekommen. Zumindest hat uns das unser Guide gesagt. *ggg*

Nach der Rückkehr haben wir noch ein schönes Lagerfeuer angezündet. Es haben zwar nicht alle mit drum herum gesessen, aber wir waren standhaft. War auch sehr interessant, da Dan viel zu erzählen hatte. Unter anderem hat er uns Tipps für Melbourne und Cairns gegeben. Auch zu Ned Kelly (australischer Volksheld) hat er viel erläutert.
So neigte sich dann der erste Tourtag auf der Känguruh-Insel dem Ende.

Freitag, 21. November 2008

Rundgang durch Adelaide

So, 3 Einträge innerhalb kürzester Zeit. Schon praktisch, wenn man mal ein bisschen mehr Zeit und kostenloses Internet hat ;)

Man mag es kaum glauben, aber am 17.11. haben wir uns tatsächlich einen Tag Ruhe gegönnt. Na gut ... wirkliche Ruhe war das auch nicht, aber immerhin haben wir keine geführte Tour gemacht. *grins*

Wir haben tatsächlich mal wieder einfach ausgeschlafen. Wie wir alle wissen, ist ausschlafen bei uns eh nicht so lang und wenn man die vorherigen Tage/Wochen auch früh aufgestanden ist, dann fällt ausschlafen eh nicht so lang aus. Wie auch immer, wir haben uns einfach mal Gedanken gemacht, wie wir die nächsten Tage in Adelaide verbringen wollen und wie wir nach Melbourne fahren. Das Ergebnis war, dass wir direkt zur Rezeption gelatscht sind, um die nächsten Touren zu buchen. Da Groovy Grape Getaways hier unterschiedliche Touren anbietet und wir mit der Fahrt von Alice Springs nach Adelaide wirklich begeistert waren, lag es Nahe, entsprechende Angebote zu nutzen. Glücklicherweise haben wir für Kangaroo Island auch noch die letzten beiden freihen Plätze für den 18 und 19.11. bekommen. Für den 20. haben wir dann eine Fahrt nach Barossa Valley gebucht.

Da wir gerade wirklich schönes, warmes Wetter hatten (so um die 25° im Schatten), haben wir dann den im Lonely Planet (DAS Standardwerk für Reisen!) vorgeschlagenen Rundgang gemacht. Um zu dem Startpunkt zu kommen, mussten wir zwar erstmal durch die gesamte Innenstadt, aber somit konnten wir das auch direkt miterledigen.
Die City war auch recht interessant und hier gab es tatsächlich mal eine Fußgängerzone. Das ist uns ansonsten hier bisher nicht wirklich oft untergekommen. Links und Rechts waren überall Geschäfte und alles ist weihnachtlich geschmückt. Wir stellen allerdings immer wieder fest, dass hier in gut einem Monat nicht Weihnachten sein kann, da es ja warm ist und somit die ganzen Eigenschaften, die man mit Weihnachten verbindet, nicht erfüllt sind. Zu dem Thema Weihnachten und Dekorationen gibt es im Dezember aber noch ein paar Worte.
Da wir aber nicht zum Einkaufen hier sind (und wir eh keinen Platz mehr im Gepäck haben), sind wir direkt weitergegangen. Der Rundweg führte dann an vielen wirklich hübschen Häusern vorbei. Da bekommt ihr demnächst auch mal ein paar Fotos zu sehen. Wie allerdings schon angekündigt, wird es nur einige geben, damit ihr einen Basiseindruck bekommt. Weiter ging der Weg dann am Fluß entlang, am Zoo vorbei, durch den botanischen Garten und wieder zurück zu der Straße mit den schönen Häusern. Insgesamt waren das rund 4,5 km.

Jeder der uns kennt, weiß aber auch, dass wir nur selten an Zoos einfach so vorbei gehen. Insofern haben wir einen "kleinen" Umweg in Kauf genommen und haben den Zoo angeschaut. Der war wirklich sehenswert, auch wenn im Moment gerade extrem viel umgebaut wird und Ende 2009 die Sachen dann fertig sind. So wird ein Gehege für große Pandas gebaut, ein Menschenaffengelände umgestaltet, ein Convention-Center gebaut usw. usf. Trotz dieser Umbauten ist der Zoo sehr schön angelegt. Er ist nicht allzu groß, aber die Gehege sind nett angelegt. Es gibt größtenteils eine Sortierung nach Gebieten, wie z.B. Tropen. Da sind dann die malayischen Bären, malayische Tapire, Brüllaffen, usw untergebracht. Natürlich gab es auch eine Australien-Ecke. Viele der Tiere hat man natürlich auch schon in anderen Zoos gesehen, aber schön war das trotzdem, zumal eben die Gehege auch recht tierangepasst aussahen.

Da wir erst gegen Mittag wirklich mit der Tour begonnen haben, sind wir abends dann noch schnell in der Haupteinkaufsstraße essen gegangen. Danach mussten wir unsere Taschen ja schon wieder so packen, dass wir nur unsere kleinen Rucksäcke mit auf die Camping-Tour mitnehmen und den Rest im Backpackers lassen können. Die Prozedur kannten wir ja glücklicherweise schon von Alice Springs und hier konnte man für die Nacht, wo man nicht da ist, die Sachen auch wieder abgeben.

Coober Pedy nach Adelaide

Da wir unser Auto heute erst um 14:00 abholen können, gibt es nun noch einen kurzen Beitrag für die restliche Strecke von Coober Pedy nach Adelaide.

Wir mussten, wie immer, früh aufstehen. Es gab allerdings Frühstück (Toast mit Marmelade oder Cornflakes) und Kaffee. Und dann ging es auf die Straße. Wir sind EWIG durch die verschiedenen Wüsten gefahren. Sandige Wüste, steinige Wüste, steppenartige Wüste, wieder sandige Wüste, usw. Wir haben selten gestoppt und die Sitze im Bus waren gar nicht mal so bequem. Ich war dazu noch so intelligent, meinen MP3-Player zu Hause zu lassen. Dann fiel mir ein, dass ich ja mein Handy dabei habe. Leider spielt der Windows Mediay Player nicht die Dateien ab, die ich auf der Karte dabei hatte und der Conduits Player war nur eine Testversion, die abgelaufen war. Somit durften wir uns langweilen und immer wieder probieren zu schlafen. Ging natürlich nicht wirklich gut.
Als wir dann endlich in Port Augusta ankamen, gabs was zwischen die Kiemen. Das Essen bei den Groovy Grape-Leuten ist wirklich super. Kein Wunder, dass alle Australien-Touris zunehmen :D

Irgendwann abends sind wir dann auch endlich in Adelaide angekommen und konnten unser Zimmer beziehen. Das war wieder sehr schön. Annie's Place hier ist auch super. Nicht ganz so toll wie in Alice Springs, aber trotzdem genial.
Wir sind aber nicht direkt ins Bett gefallen, sondern haben noch die Stadt ein wenig erkundet. Da gerade die Dämmerung einsetzte, waren auch einige Ecken wirklich hübsch. Schon bei der Fahrt zu den Hostels ist uns aufgefallen, dass hier extrem viele hübsche Gebäude rumstehen. Wir werden allerdings nicht alle Bilder dieser Gebäude hochladen. Aber ein paar bekommt ihr in den nächsten Tagen schon mal zu sehen.
Etwas unschön war dann noch die Begnung mit einem betrunkenen Ureinwohner. Der ließ sich aber friedlich abwimmeln und somit ging das dann noch.

Wir ihr merkt, war der Tag nicht spektakulär, aber immerhin wisst ihr nun, dass wir wirklich in Adelaide angekommen sind ;)

Ein paar Fotos sind auch schon wieder unter der bekannten Adresse zu finden.