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Mittwoch, 30. Januar 2019

Von Löchern in Felsen und einem mächtigen Baum

Heute mussten wir in Paihia mal wieder mit Wecker aufstehen. Wir haben uns nämlich gestern bei dem Streifzug durch den Ort für eine kleine Bootsfahrt entschieden. Dafür mussten wir um 08:45 Uhr am Pier bereit stehen und natürlich wollten wir auch auf unser Frühstück und das Frühstücksei dazu nicht verzichten. So standen wir also entsprechend rechtzeitig am Pier, wo ein bisschen Chaos war. Es gibt nämlich mehrere nahezu zeitgleiche Abfahrten des Anbieters, die allerdings unterschiedliche Sachen machen. Und 2 getrennte Schlangen zu bilden wäre zu einfach. Also geht lieber immer jemand rum und sagt vorab, wer auf Pier 7 und wer auf Pier 8 muss. Das hat dann auch doch ziemlich gut funktioniert und so kamen wir auf unser Boot. Wir finden es übrigens spannend, dass Paihia von Kreuzfahrtschiffen angelaufen wird. Allerdings müssen die Leute immer unabhängig von der Schiffsgröße ausgebootet werden. Gestern lag ein relativ kleines im Hafen, heute war die Ovations of the Sea mit über 4000 Gästen dort. Dass die das dort logistisch mit den ganzen Touren hinbekommen, finde ich durchaus bemerkenswert. Schließlich muss man auch erstmal genug Busse und Fahrer zusammengetrommelt bekommen.

Unsere Fahrt ging dann durch die Bay of Islands an mehreren Inseln vorbei, wobei unser Skipper jede Menge Audiokommentare zu unterschiedlichsten Themen gegeben hat. Er war auch gut verständlich und so eine Bootsfahrt mögen wir ja eigentlich immer. Das erste Ziel unserer Fahrt liegt fast 30 km nördöstlich vor Paihia. Dort gibt es die Insel Mutokokako bzw. Hole in the Rock, also das Loch im Felsen. Dabei handelt es sich um eine Felsinsel, die durch die Plattentektonik über die Zeit hochgedrückt wurde. Das Wasser hat an diesem Fels genagt und so eine 18 Meter hohe Passage reingefräst. Übermäßig breit ist dieses Loch nicht, aber wir konnten mit dem Schiff durchfahren. Wieder zurück auf der Ausgangsseite kann man neben dem Loch das nächste Werk des Wassers betrachten. Noch ist es eine Höhle, aber auch die dürfte irgendwann ein Loch im Fels werden.
Weiter ging es nun auf der anderen Seite der vorher gesehenen Inseln nach Urupukapuka in die Otehei Bucht. Hier hat das Boot für eine Stunde festgemacht und man hatte verschiedene Möglichkeiten, wie man seine Zeit auf der Insel verbringen konnte. Wir haben nicht das Café oder den Strand gewählt, sondern sind lieber einem der Wanderwege gefolgt. Dieser hat uns wunderschöne Sichten auf verschiedene Buchten der Insel und Nachbarinseln gegeben. Diese und die Nachbarinseln werden derzeit übrigens von Ratten, Mäusen, Hermelinen und ähnlichen Landräubern gesäubert, eingeschlepptes Unkraut wird entfernt und einheimische Pflanzen gepflanzt. Die Entdecker von damals beschrieben diese Inseln nämlich mit dem ohrenbetäubenden Gesang der Vögel. Und dieses soll wieder hergestellt werden. Die ersten Vögel wurden bereits dort ausgewildert. Natürlich fehlen noch viele Spezies und auch einheimische Flora fehlt noch an vielen Stellen. Aber die ersten Schritte scheinen schon ganz gut zu funktionieren.
Nach der Stunde haben wir abgelegt und sind nach Russell gefahren. Dieser Ort liegt auf der gegenüberliegenden Halbinsel von Paihia etwa 4 km über das Wasser entfernt. Mit dem Auto braucht man jedoch 1,5 Stunden um dort hinzukommen. Insofern gibt es hier auch Fährservice. Man hätte hier aussteigen und dann eine Fähre wieder zurücknehmen können. Da wir allerdings noch weiter wollten, sind wir zurück nach Paihia gefahren.
Während der Bootsfahrt haben wir nicht nur die obligatorischen Möwen gesehen, sondern auch Tölpel, Sturmvögel, Pinguine und Delfine. Das war schon toll, die zu sehen.

Wir hatten übrigens Glück mit dem Wetter. Es war eigentlich Niesel vorhergesagt, aber im Endeffekt war es nur bewölkt. Warm ist er hier derzeit sowieso mit 27-31°C tagsüber im Schatten. Aber wir müssen ja auch langsam für Australien trainieren, auch wenn wir immernoch hoffen, dass die Hitzewelle dort abgeflaut ist, wenn wir ankommen.

Nach der Bootsfahrt haben wir unser Auto geholt und haben uns auf den Weg in den Waipoua Forest gemacht. Dort steht der größte Kauribaum, der den Namen Tane Mahuta bekommen hat und somit nach der Maori-Gottheit der Wälder und Vögel benannt ist. Am Anfang unserer Reise hier waren wir ja mit Julias Eltern bereits hier und haben uns quasi vorgestellt. Nun haben wir uns also wieder abgemeldet und angekündigt, dass wir in ein paar Tagen sein Reich verlassen. Dieser Baum ist immer wieder faszinierend zu sehen.


Wir waren am Überlegen, ob wir noch einen anderen Spaziergang in diesem Wald machen, haben uns im Endeffekt wegen der bereits fortgeschrittenen Zeit aber dagegen entschieden und sind stattdessen zu unserer Unterkunft nach Dargaville am Fluss Wairoa gefahren. Hier haben wir eingecheckt, einen wirklich guten Thai gefunden und sind noch einkaufen gefahren, bevor es dann ins Motel zurück ging. Richtig viel spazieren kann man hier nicht so wirklich, auch wenn es einen kleinen Weg am Fluss entlang gibt.

Dienstag, 29. Januar 2019

Hangi in Waitangi

Obwohl wir heute morgen in Kaitaia gefühlt total getrödelt haben, sind wir irgendwie früher als sonst losgekommen. Da wir heute allerdings nur eine recht kurze Strecke zurücklegen mussten, war das eigentlich gar nicht mal so praktisch. Egal, man findet hier ja eigentlich immer überall was zu tun.

So sind wir also auf dem State Highway 10 an der Küste entlang in Richtung Süden gefahren. Naja, eigentlich erst in Richtung Osten und dann ein bisschen in Richtung Süden. Wir hatten uns eine Stelle herausgesucht, wo man einen kleinen Spaziergang machen können sollte. Leider war das so blöd ausgeschildert, dass wir fröhlich vorbei gebrettert sind. Direkt einfach so halten und drehen wollte ich dann auch nicht, da die Polizei gerade hinter uns fuhr. Na gut, also haben wir eine andere Idee gehabt. Die hätte einen Aufstieg von 200 Metern bedeutet, was aber völlig ok ist und auch sonst war der Weg als einfach eingestuft. Glücklicherweise kann Julia lesen und so hat sie die Wegbeschreibung durchgelesen. Zum Ende hin hätte man sich an Ketten hochziehen müssen. Das hätte ich zwar grundsätzlich sehr geil gefunden, aber da wir bereits um 09:30 Uhr 27°C hatten, haben wir das doch verworfen. Am Ende haben wir uns dann für den Ort Kerikeri entschieden.

In Kerikeri haben wir uns den Verteidigungshügel und die angrenzende Maorisiedlung angeschaut. Man sieht eigentlich nur noch ein paar Schilder und eine große Fläche, aber da an mehreren Stellen Müllgruben gefunden wurden, kann man ziemlich genau sagen, was da oben mal war. Zusätzlich haben wir über die Maoristämme und deren Kriege etwas erfahren. Auch hat sich hier ziemlich viel andere Geschichte abgespielt, die ich allerdings nicht zitieren werde. Kerikeri hat zusätzlich das älteste Steingebäude Neuseelands. Wir sind an dem Gebäude vorbeigegangen, um dann auf der anderen Seite des Flusses noch ein bisschen am Fluss zu spazieren. Dieser Weg führte in einen Kauriwald, wobei hier jetzt keine alten Riesen stehen. Der Weg war nett und führte uns zu einem Wasserfall. Man hätte auch noch ein paar Kilometer weiter zu einem weiteren Wasserfall gehen können, aber wir haben beschlossen, dass wir lieber weiterfahren. Schließlich war mittlerweile die Mittagszeit erreicht.


Von Kerikeri ging es dann zu den Waitangi Treaty Grounds. Hier haben wir das Hangi für heute Abend bezahlt und unseren Shuttleservice zu einer anderen Stelle bestellt. So mussten wir nur 50 Meter statt 1 km heute Abend gehen. Wenn man ein Hangi bucht, ist der Eintritt ebenfalls bezahlt. So sind wir nochmal über das Gelände gegangen, wobei wir auf die geführte Tour sowie die Verstellung verzichtet haben.


Der nächste Stop war dann unser Motel in Paihia. Dort haben wir eingecheckt und erstmal ein paar Minuten nichts getan, bevor wir einen Spaziergang durch Paihia gemacht haben. Dabei sind wir über einen Kunsthandwerkermarkt gestolpert, bei dem es einige sehr geniale Stücke gab. Insbesondere einige Bilder mit Maori- und Neuseelandmotiven, die durch Sand und Edelsteine von bestimmten Orten verziert waren, waren äußerst genial. Allerdings kann man die nicht ordentlich mitnehmen und der Versand kostet ordentlich. Ansonsten war es auch zum Teil interessant die verschiedenen Ideen zu sehen. Dieser Ort hat uns ja schon beim Besuch mit Julias Eltern gefallen und wir mögen ihn weiterhin.

Um 17:30 Uhr wurden wir von dem Shuttle für das Hangi, also das traditionell zubereitete Essen mit der kulturellen Show und dem Konzert, abgeholt. Hier waren wir etwa 40 Leute und somit im Vergleich zu den anderen Hangi angenehm klein. Erst wurde uns gezeigt, wie das Essen zubereitet wird, wobei hier die moderne Variante mit Metallkörben existiert und nicht mehr irgendwelche Flaxbehälter benutzt werden müssen. Danach ging es durch den Busch, wo 3 vorher gewählte Stammesführer sich den Kriegern stellen und deren Friedensangeboten zustimmen mussten. Das war insofern toll gemacht als dass man an einigen Stellen im Busch nicht genau wußte, wo die eigentlich stehen und von wo der Krieger jetzt wirklich scheinangreifen wird. Im Prinzip musste man sich nur vorstellen, dass man als Fremder gerade mit seinem Schiff gelandet ist und sich nun seinen Weg durch den Wald bahnt. Am Versammlungshaus wurden wir entsprechend herein gebeten und dort gab es eine kulturelle Aufführung und Konzert. Das war im Vergleich zu den anderen Shows unserer Meinung nach die beste Aufführung. Sie unterscheidet sich auch signifikant von der Show tagsüber, bei der halt Waffen und Pois und alles mögliche andere vorgestellt und erklärt werden. Dies ist natürlich bei den anderen Hangi-Anbietern in der Abendshow mit drin. Hier haben sie nun noch weitere Sachen gemacht und stimmlich sind die einfach klasse. Die anderen in Rotorua waren zwar auchc gut, aber das hier ist ne Nummer besser. Im Anschluss an die Show gab es dann das eigentlich Hangi. Das Essen hat eine vernünftige Auswahl an Sachen gehabt und hat super geschmeckt. Selbst das Schaf hat nicht nach Schafsstall geschmeckt. Also so gar nicht. Mit den Leuten am Tisch ließ sich auch problemlos Konversation betreiben und die Zeit gingg erstaunlich schnell rum. Um 21 Uhr haben wir uns dann vom Shuttle wieder zurückbringen lassen.

Montag, 28. Januar 2019

Cape Reinga

Heute sind wir wie üblich nach unserem Frühstück losgekommen und erstmal weiter in Richtung Norden gefahren. Es ging durch Farmland, Industriewald, nativem Küstenwald und an hübscher Küste vorbei. Nach 3,5 Stunden war die Fahrt dann vorbei und wir sind am Cape Reinga, dem nördlichsten Teil Neuseelands angekommen. Hier gibt es einen Parkplatz für die potentiell vielen Besucher und von dort gibt es neben vielen Wanderungen entlang der Küsten einen kurzen Weg zum Leuchtturm. Diesen Weg macht praktisch jeder hier. Bei diesem Weg und am Leuchtturm hat man einen absolut glorreichen Blick auf das Aufeinandertreffen der tasmanischen See mit dem pazifischen Ozean. Strömungen kämpfen hier gegeneinander, Sand wird in wilden Gebilden und Strudeln umhergewirbelt und dieser Ort ist einfach fantastisch. Wir haben hier eine ganze Weile gestanden und waren einfach nur vom Wasser gebannt. Wenn man das so sieht, lässt sich erahnen, warum dieser Ort für Maori besonders heilig ist und warum in der Kultur angenommen wird, dass dort die Seelen der Verstorbenen ihre Heimreise antreten. Nach fast einer Stunde haben wir uns doch losreißen können.


Unser nächster Halt war 1,5 Stunden südlich von Cape Reinga in dem Dorf Kaitaia. Hier haben wir ein Motel gebucht und unser Zimmer bezogen. Das Dorf ist nicht allzu groß, hat aber einige Motels, Hotels und Backpacker und bietet ein paar Restaurants und Take-Aways. Wir haben aber beschlossen, dass wir lieber selbst kochen. Also sind wir trotzdem erst durch das Dorf, dann zum Supermarkt und wieder zum Motel getigert, bevor wir uns unser Essen gekocht und den mittlerweile angebrochenen Abend verbracht haben.

Sonntag, 27. Januar 2019

Auf ins Nordland

Wir haben heute unsere absolut großartige Unterkunft in Owhango leider verlassen müssen, da wir noch weitere Pläne hier haben. Dementsprechend haben wir wieder alles eingepackt und aufgeräumt und sind in Richtung Norden gefahren. Das haben wir im Prinzip den gesamten Tag über gemacht bis wir in Whangarei angekommen sind. Glücklicherweise waren die Straßen einigermaßen leer und so waren wir nach knapp 6 Stunden dort. Das heißt, dass wir in unser Motel einchecken und uns ein bisschen in der Stadt umgucken konnten.

Wir hatten Whangarei aus dem letzten Urlaub eher wenig ansprechend in Erinnerung. Das hat sich durchaus geändert. Dieser Ort hat eine schöne Promenade am Fluss Hatea. Zusätzlich hat die Innenstadt eine ansprechende Gasse, die Quality Street und auch sonst sind einige Gebäude dort nett hergerichtet. Wir haben auch festgestellt, dass man hier in der Nähe eigentlich einiges machen könnte. Dafür haben wir diese mal leider keine Zeit, aber für das nächste mal kann man sich das durchaus merken.


Im Prinzip haben wir dann auch nur noch zu Abend gegessen und haben den Abend ansonsten lesend im Motel verbracht. Morgen geht es dann weiter an das nördliche Ende Neuseelands

Freitag, 30. November 2018

Dieser Wald ist alt

Heute haben wir unsere Tour durch das Nordland Newseelands weitergeführt, indem wir von Paihia an der Ostküst an die Westküste gefahren sind, um unseren nächsten Stopp im Waipoua Kauri Wald zu machen. Kauribäume sind eine sehr alte Baumart, die bereits in dem Jurassic-Zeitalter existierte, also irgendwo bis zu 200 Millionen Jahre alt. Nun existieren nur noch etwa 1% der ursprünglichen Kauriwälder in Neuseeland und diese werden massiv geschützt. Ein paar besondere Exemplare haben die Maoristämme allerdings zugänglich gemacht.

Wir sind also erstmal die 2 Stunden zu dem ersten Kauribaum im Waipoua Wald gefahren. Direkt davor gibt es einen kleinen Parkplatz und eine Station zum Schuhereinigen. Das ist insofern wichtig, da es eine Krankheit gibt, die bereits mehrere Kauris dahingerafft hat. Übertragen wird sie über Sporen und Dreck an den Schuhen. Dementsprechend muss man erstmal seine Schuhe ordentlich reinigen, bevor man überhaupt auf die Promenade darf. Hier geht man dann ein paar Meter durch den Wald und steht dann vor Tane Mahuta, dem Lord of the Forest. Hier von einem Baum zu sprechen, wird diesem Lebewesen einfach nicht gerecht. Es ist der größte Kauribaum und auch wenn das Alter unbekannt ist, geht man davon aus, dass er etwa 2000 Jahre alt ist. Dass die Maori diesen Baum nach einem ihrer Götter benannt haben, ist da wirklich nicht verwunderlich. Meines Erachtens lässt sich mit Worten nicht beschreiben, wie es ist, diesen Baum vor sich zu sehen.

Einen Kilometer weiter gibt es einen weiteren besonderen Kauribaum. Der steht allerdings nicht direkt an der Straße. Man muss dafür etwa 25 Minuten Gehweg pro Richtung einplanen. Das haben wir entsprechend gemacht. Zwischendurch gab es noch eine Abzweigung zu den 4 Schwestern. An dem Punkt stehen 4 Kauribäume direkt nebeneinander im Rechteck. Normalerweise stehen die Kauris etwas weiter verteilt und insofern ist es etwas besonderes. Das eigentlich Ziel war dann aber Te Matua Ngahere, der Vater des Waldes. Er ist der zweitgrößte lebende Kauribaum nach Tane Mahuta. Er ist allerdings breiter als Tane Mahuta. Auch dieser Baum ist faszinierend und wenn man sich einige abgebrochene Äste anschaut, dann stellen die im Normalfall ganze Bäume dar. Diese Bäume sind einfach unglaublich fazinierend. Und man fühlt sich echt klein und bedeutungslos daneben.

Es wird übrigens versucht, wieder den Kauriwald etwas aufzuforsten. Allerdings ist das nicht gerade einfach, da die Bäume sehr empfindlich sind. Dementsprechend muss erst die Umgebung mit einheimischen Gewächsen stimmen, bevor man einen Setzling pflanzen kann und der dann auch eine Chance hat zu überleben.

Im Anschluss haben wir in Dargaville eine Mittagspause eingelegt, bevor wir den restlichen Weg nach Warkworth gefahren sind. Warkworth liegt recht praktisch auf dem Weg zu unserem morgigen Ziel. Wir haben hier auch bereits vor fast 10 Jahren Halt gemacht, wobei wir zufälliger Weise wieder im gleichen Hotel sind. Selbst unser Frühstückscafé von letztem Mal scheint noch da zu sein. Der Ort ist zwar etwas gewachsen, aber insgesamt immer noch ziemlich klein.

Donnerstag, 29. November 2018

Waitangi

Heute Morgen sind wir wieder einigermaßen früh aufgestanden, um nach dem Frühstück unser Auto abzuholen.
Juli und ich sind die 1,5km mal eben zur Station gegangen und die Abholung lief extrem gut. Wir haben ja bei einer lokalen Autovermietung unsee Auto gebucht und da weiß man ja nie so genau, ob das passt. Grundsätzlich hatten wir vor 10 Jahren ebenfalls bei Jucy gebucht, aber damals mussten wir erschreckend lange auf unser Auto warten. Jucy hat ziemlich viele alte Autos und so richtig neu wirkt unser Nissan auch nicht mehr. Aber er hat TÜV, fährt und war nur halb so teuer wie eine vergleichbare Autogröße bei Europcar.

Wir sind dann zum Hotel gefahren, haben unser Gepäck im Kofferraum verstaut und sind dann in Richtung Norden aufgebrochen. Die Straßen sind hier immer noch in einem rumpeligen Zustand, aber es wird trotzdem viel gebaut. Allerdings ist der neue Belag weiterhin rumpelig und laut. Wie heißt es im IT-Bereich so schön: "It's not a bug, it's a feature".
Wir haben eine Scenic Route zwischendurch mitgenommen und über die gesamte Strecke nach Paihia haben wir stets und ständig feststellen können, wie hübsch Neuseeland ist. Also wir wussten es schon vorher, aber Renate und Bernhard konnten wir das jetzt auch schon zeigen.
Etwas ärgerlich war, dass die Klimaanlage im Auto ausgefallen ist. Ich vermute, dass sie leer ist. Diese Vermutung hilft mir aber auch nicht wirklich. Da es heute relativ warm war, hat es auf jeden Fall gestört.

In Paihia haben wir unser Quartier für heute Nacht bezogen. Das ist ein wirklich nettes Motel mit direktem Zugang zum Pool. Ein paar Meter weiter kann man auch zum Strand gehen. Und der Raum macht auch einiges her. Trotzdem haben wir uns nicht lange hier aufgehalten, da wir noch einigermaßen Zeit für unseren weiteren Programmpunkt haben wollten. Direkt neben Paihia liegt nämlich der Waitangi Treaty Ground.

Hier wurden die Verträge mit den Maori-Stämmen und den Briten verhandelt und unterzeichnet. Für die Maori ist dies auch der Ort, an dem sämtliche Stämme als ein Volk geeint wurden. Der Eintritt ist relativ teuer, aber dafür bekommt man neben dem Zeremonienhaus der Maori, den zeremoniellen Kriegskanus und dem Haus, in dem die Verhandlungen stattgefunden haben auch noch ein Museum, eine Führung und einen Maori-Auftritt zu sehen. Aber der Reihe nach.
Bei unserem Eintritt hat man uns gesagt, dass um 15 Uhr die Maori-Show anliegt und um 16 Uhr dann die Führung über das Gelände. Wir hatten aber noch 30 Minuten Zeit und so sind wir dann erstmal auf eigene Faust über das Gelände gegaangen und haben uns die Kanus angeschaut und sämtliche Infoschilder gelesen. Diese sind zwar nur für zeremonielle Zwecke, aber sie sind schon beeindruckend. Weiter ging es zu dem Haus, in dem die Verträge ausgehandelt wurden. Hier sind die Räume genial medial aufgebaut, so dass man einerseits einen Eindruck der Einrichtung und Verwendung der damaligen Zeit bekam, andererseits aber auch viele Informationen direkt sichtbar waren oder über Touchscreens angefordert werden konnten. Eigentlich diente es als Residenz des damaligen Verhandlers, über den man auch einiges erfahren konnte.

Nun ging es zu dem geschnitzten Meetinghaus. Hier hat die Vorstellung der Maorikultur für Touris stattgefunden. Das war klasse gemacht, da im Prinzip die Gruppe kurzerhand zu einem Stamm erklärt wurde. So bekam man also den Eindruck als stünde man als fremder Stamm vor einem anderen Stamm. So wurden zunächst die Begrüßungsrituale durchgeführt, wobei erstmal die Krieger ausloteten, ob man in friedlicher Absicht gekommen ist. Unser spontan gewählter Stammeshäuptling (irgendwer hat ihn nach vorne geschubst) hat das vom besuchten Stamm hingelegte Zeichen des Friedens aufgenommen, woraufhin wir eingeladen wurden, das Haus zu betreten. Allerdings mussten alle ihre Schuhe ausziehen. Der Platz vor dem Haus gilt durch verschiedene Auseinandersetzungen grundsätzlich als schmutzig (durch Blut u.ä.) und davon darf man natürlich nichts mit in den friedlichen Bereich des Hauses nehmen.
Im Haus haben wir dann alle Platz genommen und bekamen eine wirklich toll gemachten Eindruck in einen Teil der Maorikultur. So wurden verschiedene Tänze, Spiele und Gesänge aufgeführt. Zusätzlich wurde immer erklärt, was gleich gezeigt wird und was das bedeutet. Das war wirklich beeindruckend gemacht.
Nach dem Abschluss konnten wir uns noch weiter in den Haus aufhalten und die Schnitzereien anschauen, Die dortigen Schnitzereien repräsentieren die wichtigsten Stämme der Maori und somit fasst dieses Haus die Stämme zusammen. Zusätzlich ist es so aufgebaut, dass der Blick in die Zukunft gewandt ist, indem der Eingang keine Ostausrichtung hat, wie die meisten Stammeshäuser, sondern eine Südausrichtung. Die Ostausrichtung ist eigentlich dafür da, die Herkunft von den östlichen Inseln zu zeigen. Hier zeigt der Eingang nach Süden, um sämtliche Stämme der Inseln mit einzubeziehen. Vermutlich könnte man über jede Schnitzerei unglaublich viel erzählen. Auf jeden Fall war auch das sehr interessant. Nach der Show konnte man sich auch noch mit den Maori fotografieren lassen oder ihnen Fragen stellen.

Als nächstes war die Führung über das Grundstück dran. Da hat ein Maori etwa 45 Minuten lang die Geschichte erzählt. Da ich tatsächlich erschreckend wenig von der Geschichte wußte, fand ich das extrem interessant. Ich habe zwar schon einige Dokumentationen über Neuseeland gesehen und vor 10 Jahren haben wir uns ja auch schon einige Sachen angeschaut, aber irgendwie ist die Geschichte da an einigen Stellen sehr kurz geraten. Hier konnten wir jedenfalls einiges an Wissen aufgabeln. Nach der Führung konnten wir auch noch ins Museum und dort das eben gehörte nochmal vertiefen.
Das war richtig großartig und trotz des recht hohen Eintritts lohnt sich der Besuch meines Erachtens auf jeden Fall.


Mittlerweile war es fast 17:30 Uhr und wir hatten zuletzt um 8 Uhr gegessen. Dementsprechend wurde es höchste Zeit für Essen, das wir in Paihia gefunden haben. Der Ort an sich liegt direkt an der Küste und hat einen tollen Blick auf die Bay of Islands. Ich bin mir sicher, dass man hier durchaus mehr Zeit verbringen kann. Mal schauen, ob wir zu einem späteren Zeitpunkt hier nochmal zurückkommen.

Mittwoch, 14. Januar 2009

Rundfahrt durch das Nordland

Wie es sich für das subtropische Klima gehört, gab es in der letzten Nacht erstmal einen ordentlichen Regen. Wir hatten ein gemütliches Motelzimmer und konnten dem Regen zuhören und trocken bleiben.

Heute Morgen ging es dann zu den Abbey Caves. Diese Höhlen bestehen aus 3 Räumen, den Organ, Middle und Ivy Caves. Sie sind über einen überirdischen Weg jeweils zu erreichen und führen über saftige Wiesen und felsige Wälder. Dabei muss man auch diverse Zäune überqueren. Glücklicherweise haben sich die Kiwis hier ein Beispiel an den Engländern genommen und Stufen über die Zäune gebaut, wie man es u.a. aus dem Lake District kennt. Die Caves selbst sind öffentlich und man macht alles auf eigenes Risiko. Man muss dafür auch keinen Eintritt zahlen.
Wie im ersten Satz schon beschrieben, hat es in der Nacht ordentlich geregnet. Das führt natürlich dazu, dass die eh schon mit Moos überzogenen Steine und Baumwurzeln noch rutschiger wurden. Wir haben uns dann die Eingänge zu allen Räumen angeschaut und jeweils beschlossen, dass wir uns nicht hinunter trauen. Zumindest haben wir es als zu gefährlich eingestuft. Glitschige Steine herunterzuklettern ist nun mal nicht ganz ungefährlich und wir wollten unseren Urlaub (und das Leben) nicht aufs Spiel setzen. Kurz nach uns kamen noch 4 weitere Leute, wobei nur einer es gewagt hat herunterzugehen. Allerdings haben alle anderen auch ständig gesagt, dass derjenige es nicht machen sollte. Ob er am Ende wieder heil oben angekommen ist, wissen wir nicht, da wir noch einiges vor uns hatten.

Wir sind dann die 1 weiter in Richtng Norden gefahren. Das Ziel hieß hier Bay of Islands. Wenn man es ganz genau nimmt, hieß das Ziel Russell. Leider haben wir aber irgendwo eine Abfahrt verpasst und somit hätten wir nur noch mit einer Fähre hinfahren können. Wir haben dann kurzerhand beschlossen, dass die Bay of Islands auch von der anderen Seite schön genug aussieht und haben sie uns von Pahia aus angesehen. Ein imposanter Blick, nettes Wasser, viele Inseln. Mehr kann man dazu eigentlich auch nicht sagen. Wirklich hübsch. Wir fanden beide Lakes Entrance in Australien beeindruckender, auch wenn man dazu sagen sollte, dass wir dort mehr oder minder durch das Zentrum gefahren sind, während wir hier nur vom südlichen Ende aus geschaut haben.

Die nächste Station waren die Haruru Falls. Wie der Name schon sagt, sind es Wasserfälle. Auch dort war es wirklich hübsch. Im Winter dürften allerdings auch sie beeindruckender sein, da dann mehr Wasser im Fluss fließt.

Die Rundfahrt ging dann über die 11 und 12 nach Opononi und zu den Hokianga Heads. Die Heads sind der Hafeneingang, wo sich die Tasman Sea mit dem Hokianga trifft. Die eine Seite des Hafeneingangs ist übrigens eine Düne, während die andere Seite ein Berg mit Vegetation ist. Das Aufeinandertreffen des Meers mit dem Fluss ist übrigens ziemlich interessant. Man erkennt hervorragend bis wohin die Wellen des Meeres kommen und bis wohin die Flussströmung kommt. Absolut großartig anzusehen.

Von dort aus war es dann auch nicht mehr allzu weit zum Waipoua Kauri Forest. Das ist ein Wald, in dem die größten und ältesten Kauris (Bäume) stehen. Die Formulierung im Lonely Planet zu dem größten Kauri ist, dass dieser Baum nicht einfach angeschaut wird, sondern dass dem Betrachter eine Audienz gewährt wird. Und damit haben die Autoren absolut Recht! Tane Mahuta (so heißt dieser älteste und größste Kauri) ist wirklich riesig. Der Stamm ist 17,7 m hoch, insgesamt ist er 51,5 m hoch und hat einen Umfang von 13,8 m! Das Alter wird auf über 2000 Jahre geschätzt. Dieser Baum ist übrigens nicht der dickste, aber der höchste. Einen größeren Umfang hat der 2.-größte Kauri (sog. Te Matua Ngahere), den man auch dort finden kann, mit 16,4 m. Die sind wirklich richtig beeindruckend!

Aber auch von deren Anblick haben wir uns dann losgerissen und in südliche Richtung weitergefahren. Letztendlich haben wir dann in Warkworth eine Unterkunft gefunden.

Ein paar Hinweise noch. Die Namen, die man hier so liest, haben wir uns nicht ausgedacht, sondern stammen aus der Sprache der Maori ab. Diese sind weit vor den Europäern nach NZ gekommen und sind polynesischer Herkunft. Somit ist es nicht weiter verwunderlich, dass die Sprache der Maori der der Ureinwohner in Hawaii ähnelt. Wie auch immer, die Bezeichnungen aller Orte und Punkte sind fast ausschließlich in der Sprache der Maori gehalten und englische Namen gibt es einfach selten.

Eine weitere Sache ist die Berechnung von Routen hier. Diese differiert recht deutlich von unseren gewohnten Angaben. Wenn man hier wissen möchte, wie weit ein Ort vom nächsten entfernt ist, erhält man fast immer eine zeitliche Angabe und eigentlich nie eine Distanz. Das liegt einfach daran, dass man hier nicht ohne Weiteres die Kilometer in Zeiten umrechnen kann. In Deutschland hätten wir für die heutige Strecke von ca. 450 km wahrscheinlich keine 6 Stunden reine Fahrzeit gebraucht. Insofern ist die Zeitangabe hier definitiv sinnvoller als eine Kilometerangabe.

Samstag, 10. Januar 2009

Gen Norden

Heute war der große Tag, wo wir unser Auto abholen und eine bestimmte Strecke nach Norden fahren wollten.
Also haben wir uns auf den Weg zu "Explore More" gemacht. Nach einer knappen halben Stunde Wartezeit und ca. 1 Stunde Bearbeitungszeit für die Abholung unseres zuvor reservierten und gebuchten Autos, konnten wir auch mit einem kleinen Toyota wegfahren.

Unser Gepäck hatten wir im Backpackers im Gepäckraum gelassen, damit wir nicht unsere schweren Rucksäcke mitschleppen müssen. Also mussten wir erstmal wieder direkt in die Innenstadt fahren und dort einen Parkplatz finden. Glücklicherweise habe ich dann auch direkt in der Straße unseres Backpackers einen Parkplatz gefunden. Man durfte dort 2 Stunden für 2$/h stehen. Wir haben natürlich nur für eine halbe Stunde bezahlt.

Also auf zu unserer geplanten Route. Gut, die hat natürlich nicht wie vorgesehen funktioniert, da es schon damit losging, dass es an einer Stelle keine Auffahrt auf den Motorway gab, wo wir einen laut Karte vermutet hatten. Na gut, also ein wenig durch die Gegend gefahren und nach einer guten Weile haben wir dann auch eine Auffahrt gefunden.

Nach ca. 80 km war dann der Motorway gesperrt und es ging über Landstraßen weiter. Der Motorway wird übrigens gerade verlängert und wird ab der Stelle, wo wir abfahren mussten, eine Mautstraße werden. Na gut, aber Maut können wir auf geschlossenen Straßen auch nicht zahlen. Also hieß es abfahren und die nächsten 45 Minuten hatten wir jede Menge zähfließenden Verkehr. Das hatten wir uns irgendwie anders vorgestellt. Allerdings ist uns dann auch eingefallen, dass gerade Ferienzeit und Wochenende ist. Nach einer Abfahrt zum Strand ging es dann auch flüssig weiter.

Und die Natur ist einfach soooooooooo genial überall. Das kann man nicht beschreiben und die Fotos lügen, indem sie irgendwie das "Ah-Gefühl" nicht abbilden. Man stelle sich den Schwarzwald vor und ersetze die Wälder durch Wälder mit baumhohen Farnen, diversen Nadelbäumen (die gewachsen sind wie Laubbäume, aber halt Nadeln als Blätter haben) und einigen Laubbäumen. Einfach unglaublich. Gleichzeitig kann man oft Hügel und Meer gleichzeitig sehen. Einfach super! Das muss man einfach gesehen haben. Es ist auch alles schön grün und sieht total saftig aus.

Wir sind dann übrigens weiter nach Whangarei gefahren. Das ist ein Ort im Norden, wo rundherum diverse Wege, Wasserfälle und Höhlen zu finden sind. Der Ort ist ca 170 km von Auckland entfernt und, da wir ja durch die lange Wartezeit bei der Autovermietung eh schon einen halben Tag verloren hatten, gut erreichbar. Außerdem hatten wir dann auch noch Zeit genug uns hier eine Unterkunft zu suchen (die sogar kostenlos Internet hat!) und noch ein paar Sachen zu sehen. So sind wir zunächst zum Mt Parihaka gefahren. Von dort hat man einen hervorragenden Ausblick über die gesamte Gegend. Leider war es den ganzen Tag über bewölkt, auch wenn die Wolken zum Glück nicht zu tief hingen. Und mit schlechtem Wetter muss man hier im Sommer nun mal rechnen. ;)

Im Anschluss sind wir zu den Whangarei Falls gefahren und haben uns dort eine kurze Wanderung genehmigt, die ca. 30 Minuten lang war. Allerdings haben wir bei der kurzen Strecke schon gemerkt, dass unsere Beine von gestern noch ein wenig kaputt waren. Die Falls selbst waren jetzt nicht übermäßig beeindruckend. Allerdings dürfte das mit daran liegen, dass wir in Tasmanien beeindruckendere Exemplare gesehen haben. ;)

Morgen stehen dann auf jeden Fall die Höhlen an, in denen man Glühwürmchen sehen können soll. Und danach fahren wir wahrscheinlich in die Bay of Islands. Ob wir das dann aber wirklich so machen, steht noch in den Sternen *grins*
Wir haben jetzt schon festgestellt, dass wir viel zu wenig Zeit haben. Insofern werden wir sie überwiegend dafür nutzen, einen guten Überblick über die Inseln zu bekommen. Bei unserem nächsten Urlaub können wir dann nämlich eine oder zwei Gegenden herauspicken, wo man dann auch mehr betrachtet ;)