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Sonntag, 14. Oktober 2018

Zusammenfassung Indonesien

So, die Indonesienrundreise ist vorbei und auch wenn wir heute noch einen Erholungstag auf Bali haben, ist die Zeit gekommen, unsere Rundreise mal zusammenzufassen. Nun lassen sich die Inseln nicht ohne weiteres in einen Topf werfen, so dass ich die Erlebnisse mal nach den Inseln zusammenfasse. Auch wenn es eine Zusammenfassung ist, wird sie bestimmt nicht ganz kurz werden.

Java

Unsere Java-Rundreise führte uns von West nach Ost, wobei wir in Jakarta angefangen haben, ohne allerdings Jakarta selbst zu sehen.
Statt dessen haben wir aber viele andere Sachen gesehen:
  • Der botanischer Garten in Bogor
  • Der etwas unspektakuläre Puncak Pass
  • Teile Bandungs
  • Den Vulkan Tangkuban Parahu
  • Die heißen Quellen Ciater
  • Musikalische Darbietungen (Puppenspiel, Maskentanz, Anklung, Gamelan)
  • Zugfahrten über Java, wo wir verschiedene Landschaften sehen konnten
  • Traditionelle Märkte unterschiedlicher Größe
  • Das Dieng-Plateau mit dem farbigen See, Schwefeldämpfen und Arjuna-Tempel
  • Borobudur, der größte buddhistische Tempel
  • Yogyakarta mit Sultanspalast, Wasserschloss, Lustgarten und Altstadt
  • Prambanan, ein bedeutender hinduistischer Tempel
  • kleine Fischerdörfchen
  • Sonnenaufgang am Bromo
  • Kunsthandwerk
Dank Gitte konnten wir zusätzlich echt indonesisches Essen bei einer Bekannten von ihr kennenlernen, was unglaublich spannend und lecker war. Auch haben wir noch einen weiteren Bekannten von ihr treffen können, was sehr interessant war.

Was wir leider nicht sehen konnten, war der Kratersee des Ijen und die dortigen Schwefelfeuer, da ich dort krank war. Von den Erzählungen her wäre vermutlich auch die Stadt Suarabaya noch sehr sehenswert, da hier viele Bäume in der Stadt gepflanzt wurden und die Flüsse gereinigt werden sollen.

Unser Reiseleiter Edy hat uns unglaublich viel über die Historie, die Kultur, die Religionen und das aktuelle Indonesien erzählt. Er hat dabei auch auf viele Probleme hingewiesen und erzählt, was die aktuelle Regierung unternimmt. Auch hat er Legenden und Sagen erzählt, viele Zusammenhänge der Religionen und Kulter beigebracht und somit unglaublich detaillierte Einblicke gegeben.

Es sind uns natürlich einige negative Punkte hier aufgefallen:
  • Müll. Es liegt überall Müll rum und wenn er nicht nur liegt, verbrennt irgendwer ihn. Insgesamt hat mich das sehr an Italien, Spanien und die Türkei erinnert, wo auch gefühlt überall Müll liegt.
  • Aufdringliche Händler. Egal wo man aussteigen wollte, es gab immer viele Händler, die einem mehr oder minder identischen Kram andrehen wollten und dabei gerne auch keine Ruhe geben wollten, wenn man ein schon fast unhöfliches Nein gesagt hat oder sie sehr demonstrativ ignoriert hat. Ich hätte vermutlich an einigen Ständen geguckt, wenn die mich nicht so genervt hätten.
  • Verkehr. Die Straßen sind zum Großteil völlig überfüllt. Ich finde unsere Straßen ja schon oft überfüllt, aber hier ist das gleich noch um einiges schlimmer. Da es allerdings auch selten Fußwege gibt, will man da auch nicht nebenher laufen. Selbst wenn eine Stadt mal Fußwege hat, ist der Abgasgestank so penetrant, dass wir für uns beschlossen haben, keine Lust mehr zu haben, die Städte zu erlaufen. 
Vom Essen her sind wir etwas unentschlossen. Wir hatten wirklich sehr leckeres Essen, aber viele Essen hatten einen tendentiell dumpfen Geschmack, selbst wenn es nach etwas frischem klang.

Die Rundreise auf Java war spannend, sehr lehrreich und auch abwechslungsreich. Allerdings war sie auch relativ anstrengend, da man oft früh aufsteht und doch relativ spät erst ankommt. Insofern bekommt man natürlich sehr viel für sein Geld. Und wenn man dann noch so einen genialen Reiseleiter hat, ist das sehr geil.

Bali

Unsere Bali-Rundreise führte von Nord nach Süd im Zick-Zack über die Insel.
Gesehen haben wir:
  • Ein Riff an dem wir schnorcheln konnten (ist das geil!)
  • Die Quellen Banjar
  • viele verschiedene hinduistische Tempel, wobei der Muttertempel wirklich sehr besonders war
  • Wasserfälle und Natur
  • Kraterseen
  • Das Weltkulturerbe Subak (Reisbewässerungsgemeinschaften)
  • Halle der Gerechtigkeit
  • Kunsthandwerk
Unser Reiseleiter Made hat uns sehr viel über die balinesische Variante des hinduistischen Glaubens erzählt und konnte bei der Botanik auch sehr viel bestimmen. Über die Zusammenhänge zwischen den Religionen sowie gesellschaftliche Aspekte hat er eher weniger angebracht. Während Edy engagiert und auch an anderen Meinungen unglaublich interessiert war, hat Made halt seine Tour gemacht. Die Tour hat er auch gut gemacht, aber im Vergleich zu Edy war es langweiliger und distanzierter.

Auch hier ist Müll übrigens ein großes Problem, wobei wir an mehreren Stellen Resorts und Restaurants hatten, die versuchen, die Müllprobleme etwas in den Griff zu bekommen. So gab es mal Metall-, mal Pappstrohhalme. Auch haben einige Resorts öko-freundliche Ansätze, indem z.B. nicht alles bewässert wird, sondern eher Pflanzen gepflanzt werden, die in der Trockenzeit auch grün sind, selbst wenn sie kein Wasser bekommen. Oder Aktionen, dass mehr Bäume gepflanzt werden, um insgesamt eine angenehmere Temperatur im Resort zu erreichen. Insofern scheint hier zumindest in Teilen ein Umdenken anzufangen.

Der Verkehr ist hier nicht so stark gewesen, wobei natürlich in der Hauptstadt und auf dem Weg zum Flughafen auch irre viel los ist. Und an vielen Ecken ist es auch so stinkig, dass wir da nicht spazieren gehen mochten. 

Die Händler sind auch hier aktiv, wobei einige anscheinend begriffen haben, dass man mit Zurückhaltung vielleicht mehr erreicht.

Die Promenade in Sanur am Strand entlang ist auf jeden Fall sehr ansprechend, da man wirklich entspannt spazieren kann, ohne Sand im Schuh zu haben und ohne von Abgasgeruch belästigt zu werden.

Insgesamt hatte ich mir von Bali etwas mehr erhofft, da dies laut Tourprogramm die Highlights sein sollten. Dafür war mir zu wenig Abwechslung und zu viele Tempel. Am Strand kann man hier gut liegen und auch sind einige Ecken zum Surfen und Kiten bestimmt gut geeignet. Das Schnorcheln fand ich auch super. Aber insgesamt war Bali unspektakulärer für mich als ich ursprünglich gedacht hatte.

Flores / Komodo Nationalpark

Unsere Komodo Nationalpark-Tour führte uns von Flores über Rinca nach Komodo und wieder zurück nach Flores.
Gesehen haben wir während unserer unplanmäßigen 2-Tages-Kreuzfahrt:
  • Riffe und Fische beim Schnorcheln
  • Trockene Inseln, die an der Wassergrenze Mangrovenwälder haben
  • Komodowarane, die einfach unglaublich beeindruckend sind und wo ein Traum in Erfüllung gegangen ist, die mal in 3 Meter Entfernung in der freien Wildbahn zu sehen
  • Wasserbüffel, Affen, Hirsche und einiges mehr während unserer Wanderungen über Rinca und Komodo
  • Manta-Rochen und wir konnten sogar mit ihnen schwimmen. Naja, nicht ganz, weil wir an der Wasseroberfläche geschnorchelt sind und die einige Meter unter uns lang geschwommen sind. Aber es fühlte sich ein bisschen so an als würde man mit ihnen schwimmen.
  • Tolles Essen, das wir nicht nur gesehen, sondern auch gegessen haben. Der Koch war echt unglaublich
  • Fledermäuse, die nach dem Sonnenuntergang zu tausenden ihre Insel verlassen und nach Flores zum Fressen fliegen
  • Pink Beach, ein pinker bis rötlicher Strand
  • Sehr böse Strömungen zwischen den vielen Inseln
Als negativer Punkt ist uns hier prinzipiell auch der Müll aufgefallen, der im Komodo Nationalpark auch in den Gewässern schwimmt. 

Für uns war von vornherein klar, dsss der Abstecher nach Flores und in den Komodo Nationalpark das größte 'Abenteuer' dieser Indonesienrundreise wird. Durch die unfreiwillige Verlängerung von einem Tag auf dem Wasser auf 2 Tage und eine Nacht fühlte es sich gleich noch viel mehr nach Expedition an. Aber im Prinzip war es für mich das absolute Highlight. Ob ich allerdings wissentlich eine Mehrtageskreuzfahrt auf einem unbekannt sicheren Boot buchte, weiß ich nicht so genau.

Fazit

Hat sich die Rundreise gelohnt? Ja, definitiv. Was wir gesehen haben, hat uns oft (positiv) überrascht, da unsere unbewußte Erwartungshaltung teils doch anders war. Wir haben unglaublich viel über dieses Land, die Historie und die Religionen hier gelernt und unglaublich tolle und beeindruckende Sachen gesehen. Die Leute hier waren alle ausnahmslos und immer freundlich und aufgeschlossen. Es ist faszinierend, wieviele Sehenswürdigkeiten, die von der UN gewürdigt wurden, alleine auf diesen 3 (bis 5) Inseln waren. Und es hat uns überrascht, wie unterschiedlich die Inseln sind, so dass man eigentlich nur sagen kann, dass wir in Java, Bali und bisschen Flores waren, aber Indonesien damit noch lange nicht kennen. Das Land besteht immerhin aus 17000 Inseln. Eine Expedition in den Regenwald Sumatras, Borneos oder Sulawesis wäre dementsprechend total spannend und mit Sicherheit wieder völlig anders, allerdings sagen wir beide, dass wir erstmal ne Weile Ruhe brauchen und die Eindrück noch etwas sacken lassen müssen.

Allerdings muss man echt wissen, dass es, jedenfalls für uns, echt anstrengend war ständig jemanden um sich zu haben, der sich nur um einen selbst kümmert. Kleinere Reisegruppen sind in der Hinsicht unseres Erachtens entspannter, da der Fokus nicht immer auf einem liegt, sondern auch mal andere die Unterhaltung weiterführen können. Es gab auf jeden Fall Tage, wo uns diese Intensität zu viel wurde. Natürlich hat man aber auch so den Vorteil, dass man viel individueller Sachen planen kann, was auch genial ist. Wir denken, dass wir das nächste mal eine entsprechende Bildungsreise auf 7-10 Tage festlegte und die restliche Zeit zum Verarbeiten der Eindrücke bräuchten. 

Die Buchung haben wir übrigens insgesamt sehr kurzfristig über sunda-islands.com gebucht und bis auf die Flores-Sache, die im Endeffekt ja aber dann trotzdem cool war, hat es auch einwandfrei funktioniert. Auch haben wir vorab recht viele Fragen gestellt, die alle geduldig beantwortet wurden. Wir hatten ursprünglich ein paar Bausteine ausgewählt, die dann entsprechend einer besseren Route angepasst wurden und wo wir auch zum Beispiel das tägliche Mittagessen entfernen konnten. Es wurde uns auch nach der Buchung sofort das lokale Reisebüro als Ansprechpartner genannt und somit fühlten wir uns da auch wirklich gut aufgehoben.

Freitag, 12. Oktober 2018

Auf zur Erholung nach Bali

Heute ging es entspannt zum Flughafen von Labuan Bajo, wo wir den Flieger nach Bali genommen haben. Geplant war der Abflug um 09:35 Uhr. Um 09:25 kam dann die Meldung, dass die Ankunft des Flugzeugs auf 10:35 Uhr verschoben sei. Juchu, an einem winzigen Flughafen eine Stunde länger rumsitzen. Nach 10 Minuten wurden wir dann allerdings alle an das Gate gerufen, da wir einen Entschuldigungssnack mit Wasser, Keksen und Oreos bekommen haben. Da war die Wartezeit schon gleich nicht mehr so schlimm.

Der Flug ist dann mit ordentlicher Verspätung zurückgeflogen und am Flughafen wurden wir direkt in Empfang genommen und zu unserem Hotel in Sanur gebracht. Hier haben wir jetzt erstmal ein paar Tage Zeit zur Erholung, bevor es am Montag wieder nach Singapur geht. Mal schauen, wann wirklich der nächste Eintrag kommt, da zu den nächsten Tagen vermutlich nicht wirklich etwas zu berichten sein wird.

Donnerstag, 11. Oktober 2018

Abenteuer mit wilden Tieren

Um 04:54 Uhr wurden wir aus unserem nicht wirklich guten Schlaf durch das Anlassen der Motoren geweckt. Unsere Fahrt ging nun von unserem Ankerplatz in der Nähe von Rinca nach Komodo. Und da wir ja kein Speedboat hatten, dauert die Fahrt auch ein wenig. Wir konnten natürlich noch liegenbleiben, aber wirklich bequem war das auch nicht. Wir haben immerhin bis um kurz nach 6 noch ausgehalten, bevor wir uns wieder im Boot nach vorne bewegt haben, um dort wieder bequemere Sitzplätze einzunehmen. Der Koch brauchte nicht lang und servierte Bananenpancakes. Die waren sehr lecker, aber stopften doch nachhaltig.

Gegen 7 waren wir dann auf Komodo und konnten auch dort wieder einen Ranger organisieren und uns registrieren. Da es noch recht früh morgens war, haben wir uns hier für den langen Weg entschieden. Lang heißt übrigens etwa 4 km bzw. 2 h Dauer. Und wir hatten bei unserem Weg richtig Glück, da wir mehrere Warane und zwar auch von stattlicher Größe an einem Wasserloch sehen konnten. Die waren auch ein bisschen aktiv, was auch heute wieder beeindruckend war. Zusätrlich waren hier auch Hirsche aktiv. Ach ja, auf Komodo gibt es im Gegensatz zu Rinca keine Affen und Wasserbüffel. Hirsche und Wildschweine sind hier die Futterquelle für die Warane. Wir sind weiter durch den Busch gegangen und haben Geckos gehört und Kakadus gesehen. Anfang der 90er Jahre wurden die Warane mal von Rangern gefüttert. Das wurde 1994 abgeschafft, da das für die Viecher völlig unnatürlich ist und sie in dem Nationalpark einfach normal leben sollen. Die alte Station an der sie gefüttert wurden, gibt es aber noch und als wir da ankamen, waren 2 Exemplare gerade vor Ort. Sie wurden vom Ranger auf 30-35 Jahre geschätzt. Ob sie sich daran erinnern oder einfach nur so da lagen, wissen wir nicht, aber es war toll, sie an einer weiteren Stelle aktiv zu sehen. Bei unserem Weg haben wir natürlich auch viel Warankot gefunden und der ist ganz weiß, weil der Kalk der gefressenen Knochen mit ausgeschieden wird. Wir sind dann über einen Hügel zurück gegangen und haben dabei feststellen können, wie heiß die Sonne eigentlich schon morgens ist. Das war ja schon fast unerträglich, wie soll das dann nur tagsüber sein?! Vermutlich wie auf Rinca, wo es auch irre heiß warm. Auf dem Rückweg haben wir dann keine weiteren Warane gesehen, aber noch mehrere Hirsche.


Zurück auf dem Boot sind wir zu unserem nächsten Programmpunkt geschippert. Das Ziel war der pinke Strand. Er sieht pinkfarben aus, da viele kleinste Bruchstücke der Rotkorallen hier anlanden und zusammen mit dem fast weißen Strand eine pinke Farbe ergibt. Hier sind wir dann auch schnorcheln gegangen und da ich meine Kontaktlinsen für heute aufgespart hatte, konnte ich mitkommen. Das hat wieder richtig Spaß gemacht, die vielen Fische da an den Korallen zu sehen, auch wenn viele Korallen ausgeblichen sind und viele abgebrochene bleiche Stücke rumliegen. Aber es gab auch mehrere sehr lebendige und aktive Korallen. Diese Stunde dort war unglaublich entspannend.

Auf dem Boot wollten wir uns dann eigentlich umziehen, aber unser Tourguide meinte, dass es später noch mal eine Gelegenheit geben könnte, sofern wir Lust haben. Wir haben durchaus Lust dazu signalisiert und über den Ort wurden wir im Unklaren gelassen. Wir sind also eine Weile durch die Gegend geschippert bis es relativ spontan hieß, dass wir den Ort erreichten. Da die Besatzung am Bootsrand stand und guckte, war auch keine Leiter oder ähnliches fertig. Aber dann zeigten sie auf einen Schatten im Wasser und das war eindeutig ein großer Manta-Rochen. Unser Tourguide fragte, ob es OK wäre, wenn wir vom Boot ins Wasser sprängen und ich glaube, dass das OK von uns nur kurz vorm Platschen im Wasser ankam. So paddelten wir ne Weile in der Strömung und unter uns schwammen immer mal wieder wirklich große Manta vorbei. Das war genialst. Auch kleinere Rochen mit blauen Punkten auf dem Körper waren mal zu sehen, aber die enorme Größe und das Erscheinungsbild der Mantas, war schon geil. Nach einer Weile sind wir dann wieder (über die mittlerweile angebrachte Leiter) auf das Schiff geklettert und waren glücklich.

Nun ging es nur noch zurück nach Labuan Bajo, wo wir uns bei der Crew bedankten haben und vom Schiff gestiegen sind. (Ich weiß, ich habe irgendwo noch Mittag und 'Kaffee'-Snack unterschlagen, aber egal) Unser Tourguide hat uns dann zum Hotel begleitet, was tatsächlich ein Hotel ist. Also ein richtig nettes Hotelzimmer, wo man sich in Ruhe duschen und das Salz von der Haut spülen konnte und so. Das war eigentlich mit das beste Zimmer, was wir auf der Indonesienrundreise hatten. Internet ist hier eigentlich auch vorhanden, funktionierte aber nicht. So müsst ihr halt später mehr Einträge lesen.

Im Endeffekt war diese 2-Tagestour schon ziemlich cool. Wir hätten es gerne vorher gewußt, damit wir unsere Handgepäcksrucksäcke besser hätten bestücken können. Auch wäre es schöner gewesen, wenn man von einer solchen Programmänderung nicht ganz so überfallen würde, zumal es ja anders gebucht war. Im Nachhinein war das jedenfalls schon eine ziemlich coole Tour, die sich lohnt. Wir würden sowas vermutlich trotzdem weiterhin nicht mit Übernachtung auf dem Boot buchen, aber jetzt können wir das auch aus Erfahrung und nicht nur aus einer dumpfen Ahnung heraus sagen.

Zu Hause waren wir ja am Überlegen, ob wir Komodo Nationalpark wirklich mit in unser Programm aufnehmen oder ob uns das zu viel und/oder zu teuer wird. Der Abstecher hierher hat sich meines Erachtens richtig gelohnt und es war toll, dass wir in Indonesien auch mal relativ unberührte Natur sehen konnten.

Mittwoch, 10. Oktober 2018

Mehr Abenteuer als gebucht

Heute ging es in aller Frühe von unserem Hotel zum Flughafen. Das Hotelrestaurant war so freundlich eine Frühstücksbox vorzubereiten. Allerdings gab es wohl ein Kommunikationsproblem, denn wir wollten das Paket um 05:30 entgegen nehmen. Stattdessen klingelte um 04:15 Uhr das Telefon mit der Info, dass wir doch die Frühstücksbox für um 4 Uhr bestellt hätten. Da die Klimaanlage in dem Raum eh schon nicht viel brachte und wir dementsprechend schlecht geschlafen hatten, war der Telefonanruf natürlich ganz so hilfreich.
Na gut, trotzdem mussten wir rechtzeitig am Inlandsflughafen sein, um unseren Flug mit einer indonesischen Fluggesellschaft nach Labuan Bajo auf Flores zu bekommen. Indonesische Fluggesellschaften standen bis Juni diesen Jahres (oder so) allesamt auf der schwarzen Liste der in Europa nicht zugelassenen Fluggesellschaften. Allerdings haben die wohl tatsächlich in den letzten Jahren so viel gemacht, dass diese Eintragung für alle indonesischen Gesellschaften aufgehoben wurde. Das beruhigt ja schon mal ein bisschen.

Wir durften zum Glück unser Hauptgepäck auf Bali lassen und so sind wir mit unserem wenigen Gepäck zum Schalter. Dort haben wir einen Rucksack aufgegeben, da wir eine zu große Sonnencremepackung dabei hatten und die laut Sicherheitsrichtlinien nicht erlaubt ist. Wir vermuten, dass wir uns das hätten schenken können. Wir konnten nämlich auch unsere Frühstücksbox mit Getränk reinnehmen und wir mussten auch nicht extra Laptop oder Flüssigkeiten vorzeigen. Aber es wurde alles gescannt und wir mussten auch durch die Detektoren.

Die Wartezeit, die wir so hatten, haben wir mit Frühstück genutzt und bevor wir boarden konnten, mussten wir auch noch einmal das Gate wechseln. Aber auch hier wird alles brav auf englisch durchgesagt und angezeigt, so dass das nicht sonderlich spannend war.
Spannender war dann das Flugzeug. Wir hatten eine Turboprop-Maschine, die ich persönlich ja durchaus mag, aber die Julia nicht so ganz geheuer sind. Nachdem wir im Flugzeug saßen. wurde ein Typ nochmal rausgeholt, da er eine Powerbank aufgegeben hatte, obwohl das verboten ist. Insofern scannen sie das aufgegebene Gepäck auch nochmal ordentlich.

Der Flug verlief unspektakulär und wir sind auf Flores gelandet. Der Flughafen wird gerade renoviert, da er letztendlich wohl auch zu einem internationalen Flughafen ausgebaut werden soll. Anscheinend kommen hier auch tatsächlich Investitionen des Infrastrukturprogrammes an, von dem uns Edy auf Java erzählt hatte. Es gibt übrigens täglich 7 Flüge von und nach Bali, sowie einige nach Jakarta und Surabaya.

Wir wurden hier von unserem neuen Tourguide abgeholt und er erzählte uns, dass er noch eben unsere Schuhgröße bräuchte, um unsere Flossen fürs Schnorcheln zu bestellen. Zusätzlich halten wir noch eben an einem Supermarkt, um gegebenenfalls Bier oder so zu kaufen, bevor wir dann auf das Schiff gehen. Mooooment! Das passt aber nicht zu dem, was wir gebucht hatten. Unsere Buchung sagte, dass wir ins Hotel gebracht werden, am Nachmittag die Spiegelhöhle als Option ansehen könnten und dann am nächsten Tag aufs Boot gehen. Das haben wir auch gesagt und er hat kurz mit dem Büro telefoniert. Joa, stimmt, da wurde was verplant, aber das Schiff ist nun gebucht und wir bekommen damit die 2 Tage und 1 Nacht-Schiffstour. OK. Fanden wir eigentlich nicht so die geilste die Idee, weil es für Juli eh schon stressig genug ist, einen ganten Tag auf einem Boot zu verbringen, aber wir haben uns dem einfach mal gefügt.

Edy hatte uns übrigens von dieser Tour auch schon mal in Java erzählt gehabt und er fand sie klasse, aber man muss halt wissen, dass es ein einfaches Boot ist. Dass es ein einfaches Boot ist, hat uns unser Tourguide auf dem Weg dahin auch erzählt. Mir ging der eine Satz in unserem Reiseplan durch den Kopf, der besagte, dass einige Sachen noch eher Expeditionscharakter haben. Am Hafen haben wir dann ein Boot bestiegen. Es ist ein Holzboot, auf dem 4 Leute zum Schiff gehörten, unser Tourguide und wir beide. Wir hatten auch ein eigenes 'Zimmer', in dem Ventilatoren hingen und nicht nur auf dem Boden eine sehr dünne Doppelmatratze (also bezogener Schaumstoff) lag, sondern wo auch noch eine zweite Ebene eingezogen war, so dass bis zu 4 Leute hier hätten schlafen können. Toilette gab es natürlich auch und Sitzplatz war auch ausreichend vorhanden. Man konnte auch auf das Dach gehen und hätte da sitzen können. Wir haben unsere Rucksäcke in die Kabine gepackt und erstmal gemütlich hingesetzt, um zu schauen was eigentlich so passiert.

Die Crew wurde kurz vorgestellt und gesagt, wer wofür zuständig ist und wir haben dann direkt abgelegt, um zu unserem ersten Schnorchelpunkt zu fahren. Das fand ich nun ein bisschen blöd, da ich nur ein paar Kontaktlinsen für das Schnorcheln am geplant nächsten Tag eingepackt hatte. Nach Rücksprache mit dem Guide habe ich dann beschlossen, hier auf das Schnorcheln zu verzichten und die Linsen tatsächlich für den nächsten Tag aufzubewahren. Der Weg dorthin führte immer schön an der Küste Flores entlang, wo wir viel trockene Steppe und eine kleine Reihe Mangrovenwälder auf Wasserebene sehen konnten. Am Schnorchelpunkt angekommen, ist Julia schnorcheln gegangen und jemand von der Crew hat sich auch ihrer erbarmt, damit sie nicht alleine da ist. Ich habe mich in der Zwischenzeit mit dem Tourguide geredet und jede Menge spanende Sachen über das Leben auf Flores herausfinden können. So ist die Insel größtenteils katholisch, wobei die Einflüsse ihrer Stammestraditionen ebenfalls erhalten geblieben sind. Auch erzählte er, dass es im Prinzip 5 Stämme auf Flores gibt und dass Labuan Bajo der Treffpunkt ist. Unterhalten können sich die Stämme nur in indonesisch, da sie alle unterschiedliche Muttersprachen sprechen. Nach einer Stunde kamen die Schnorchler zurück und konnten berichten, dass es zwar nett war, aber nicht so spannend wir auf Bali. Es gab zwar mehr Korallen, aber weniger Fische.

Als nächstes kam dann der Auftritt des Kochs. Er servierte 4 Platten verschiedenster Sachen, die unglaublich lecker waren. Wir hatten überhaupt keinen hunger, aber das roch so gut, dass wir zugreifen mussten. Wenn man bedenkt, dass er nur einen zweiflammigen Gaskocher, fast kein Platz und ein bisschen was zum Schneiden hatte, war das nochmal eine extra Meisterleistung. Ach ja, Kaffee, Tee und Wasser gab es an Board in ausreichender Menge. Ebenso standen Bananen da rum. Zum Nachtisch hatte er dann noch frisch geschnittene Ananas, die unglaublich lecker war.


Während wir da fröhlich am Speisen waren, hat uns unser Captain an einer Fledermausinsel vorbei nach Rinca gefahren. Das liegt übrigens alles hier im Komodo Nationalpark und wenn man Komodo hört, haben vermutlich die meisten direkt die Assoziation zu Komodo-Waranen. Und das ist auch korrekt. Die wollten wir nämlich besuchen. Es gibt 4 Inseln auf denen die leben, wobei nur 2 Inseln zu besuchen sind. Die eine Insel davon ist Rinca. Dort sind wir gegen 14 Uhr angelandet, also zu einer schönen heißen Zeit. Wir sind zunächst zur Rangerstation gegangen, haben uns dort registriert und die Tickets erworben. Auf Rinca darf man nur mit einem Ranger herumlaufen, der hoffentlich dafür sorgt, dass einem nichts passiert, sofern man sich an seine Anweisungen hält. Dann kann man sich aussuchen, welchen Weg man wandern möchte und wir haben uns für den mittleren Weg entschieden, der so viel wie möglich Wald hat. Nun ist der Wald nicht mit unserem Wald zu vergleichen sondern mehr mit einem lichten Wald, dessen Begrünung nahezu komplett abgefallen ist. Wir sind also an der Rangerstation gestartet und schon dort konnten wir die ersten Tiere sehen. Die verschiedenen Gebäude sind auf Stelzen gebaut, so dass unter den Häusern Schatten ist. Und dort lagen dann schon zunächst die ersten Hirsche. Ein Haus weiter war die Aufregung dann größer, da dort 6 Warane lagen, wobei einer recht aktiv durch die Gegend spazierte. Das war natürlich schon mal sehr cool und wir konnten hier ganz in Ruhe Fotos machen. Die Viecher sind übrigens beeindruckend. Sie können bis zu 3 Meter lang werden, ihre Krallen sind messerscharf und ihr Gebiss ist durch eine Vielzahl Bakterien im Mund ziemlich tödlich. Es gibt wohl ein Serum, das innerhalb der ersten 24 Stunden angewendet werden kann, so dass man als Mensch dann nur irre Wunden zurückbehält, aber immerhin überlebt. Neuerdings gibt es das Serum übrigens auch auf Flores. Vorher musste man erstmal nach Bali kommen. Wir sind auf jeden Fall weiter spaziert und konnten dann an einem Waranennest einen weiteren Waran finden. Weiter ging es älteren Nestern vorbei und auf einen Hügel hinauf. Da war einfach nur Steppenlandschaft. Und es war heiß. Auf dem Weg hinab von dem Hügel ging es wieder in den Wald und dort hatten wir das Glück, 2 adulte und 1 jungen Wasserbüffel in Aktion zu sehen. Die sind direkt vor uns über den Weg gegangen. Auch das sind hier Wildtiere und Wasserbüffel sind, wie die ganzen kuhartigen Tiere, nicht ganz ungefährlich. Aber die hatten mehr Angst vor uns und sind dann weggegangen. Zurück in der Rangerstation haben wir dann noch weitere Wasserbüffel in einer Wasserstelle liegen sehen. Das ist übrigens unglaublich gefährlich für die Wasserbüffel, da die Warane sehr effiziente Jäger sind. Sie bewegen sich meist sehr langsam und fallen in ihrer Umgebung kaum auf. Und um ein Tier zu töten, müssen sie nur ein mal kurz zubeißen und dem Tier eine Wunde zufügen. Danach heißt es 3-4 Tage warten und dann ist das gebissene Tier auch tot und man kann sich sattessen. Was auf der Wanderung auch übrigens noch ganz viel zu sehen war, waren eine Makakenart. Hiesige Wildschweine, die auch auf dieser Insel leben, haben sich dagegen nicht gezeigt.


Kaum, dass wir von der Insel wieder auf unser Boot gekommen sind, gab es zum Kaffee übrigens gebackene Bananen mit Schokosoße und Streuseln. Allerdings war die Wanderung in der Hitze so anstrengend, dass ich gar nicht wirklich was essen mochte, was mir wiederum total Leid tat.

Wir sind nun zum Sonnenuntergang erneut zur Fledermausinsel gefahren. Erst konnten wir zumindest einen Teil des Sonnenuntergangs beobachten, bevor dann als es wirklich dunkel war, tausende Fledermäuse von der kleinen Waldinsel in den Himmel flogen und gen Flores abhauten. Dort fressen sie nämlich, bevor sie am Morgen auf ihrere vertraute Insel zurückkehren.

Unser Captain hat die nächste Stunde genutzt, um unser Schiff zu einem Ankerplatz zu fahren. Wir fanden das bei Dunkelheit relativ mutig, aber man konnte ihm auch anmerken, dass er das häufiger macht, zumal er wirklich weit von den Inseln entfernt geblieben ist. Das konnten wir auch schön nachvollziehen, da wir mit dem Handy die gesamten Routen mit aufgezeichnet haben.

Am Ankerplatz angekommen, haben wir unser Abendessen bekommen, das auch wieder absolut großartig schmeckte. Irgendwie hatte unser Koch es massiv drauf, des Essen frisch schmecken zu lassen und nicht so dumpf, wie einige Gewürze auf Java gewirkt haben. Nachdem noch ein fahrender Händler kurz vorbeischaute und wir ihn direkt wieder wegschickten, haben wir noch den restlichen Abend mit unserem Tourguide über seine Wahrnehmung Indonesiens und den aktuellen Entwicklungen hier gesprochen. Das war sehr spannend und erhellend.
Irgendwann haben wir uns dann in unsere Kabine zurückgezogen und dort weiter vor uns hingeschwitzt. Denn auch nachts war es auf dem Wasser wirklich warm. Der Ventilator funktionierte natürlich auch nur so lange, wie der Generator eingeschaltet war und wenn die Crew auch schläft, wird der ausgeschaltet. Immerhin war es dann ruhiger.

Dienstag, 9. Oktober 2018

Fledermaushöhle und Halle der Gerechtigkeit

Der letzte Tag unserer Balirundreise lag heute an. Wir sind erst um 10 Uhr von unserer Unterkunft in Candidasa in Richtung Sanur aufgebrochen, wo unser nächstes Hotel liegt. Aber nur ein Transfer dahin wäre ziemlich langweilig, so dass wir als erstes zur Fledermaushöhle Goa Lawah gefahren sind.

Goa Lawah ist mal wieder ein hinduistisches Heiligtum, aber in diesem Fall darf man nicht nur in die Vorhöfe, sondern tatsächlich in den innersten Hof eintreten. Ansonsten wäre das auch eher unpraktisch, da man die Fledermaushöhle sonst nicht sähe. Eine Legende besagt, dass diese Fledermaushöhle mit einer Höhle am Muttertempel verbunden ist und somit dieser Teil auch äußerst heilig ist und für bestimmte Zeremonien geeignet ist, die sonst nur am Muttertempel durchgeführt werden könnten. Überprüft hat das natürlich keiner, aber die Balineser glauben daran. Betreten darf man die Höhle übrigens nicht, da sie ja heilig ist. Und mit ihr sind alle Tiere in der Höhle heilig. Somit sind nicht nur die gefühlten Millionen Fledermäuse, die man schon von außen sehen kann, heilig, sondern auch Schlangen und anderes Getier. Schlangen konnten wir leider keine sehen, auch wenn unser Tourguide hier schon öfter welche gesehen hat. Die Errichtung geht übrigens auch wieder auf das 11. Jahrhundert zurück.

Unser nächster Halt führte zur Gerichtshalle Kerta Gosa. Dieser Halle der Gerechtigkeit gehörte ursprünglich mit zu dem Palast von Klungkung, der Ende des 17. Jahrhunderts gebaut wurde, allerdings haben die Niederländer während der Eroberung 1908 den Palast geschleift, so dass nur noch das Tor davon steht. Die Halle der Gerechtigkeit haben sie aber dankenswerter Weise stehen lassen. Die Halle der Gerechtigkeit wurde Ende des 18. Jahrhunderts gebaut und diente als höchster Gerichtshof auf Bali, wo all die Fälle hin kamen, die sonst nicht zu lösen waren. Im inneren des Pavillons gibt es 9 Reihen mit Malereien. Da sind viele Strafen direkt für jeden sichtbar gezeigt. Weitere Reihen erzählen über lokale Legenden und Sagen. Abgesehen von dieser Halle gibt es noch nebenan einen Teich, in dessen Mitte noch ein weiterer Pavillon ist, der aber erst später dazu kam. Hier sind ebenfalls mehrere Reihen mit Malereien, die verschiedene Sachen erzählen. Spannend mal sowas als Abwechslung zu den Tempeln zu sehen.


Mittagszeit war knapp erreicht und wir sind zu unserer heutigen Unterkunft gefahren. Das Mercure Resort in Sanur hat auch die verschiedenen kleineren Wohngebäude mit Appartements und unsere Räumlichkeit war auch zum Glück schon bezugsfertig. So haben wir dann den restlichen Tag mit einem Spaziergang und leckerem Essen und Getränken an der Promenade von Sanur genossen. Komplett neu gepackt haben wir auch bereits, damit wir für unseren 2,5-Tagesausflug nach Flores und Komodo nur das nötigste mitnehmen müssen und den Rest hier lagern können. Wir sind gespannt, ob wir da Internet haben. Es könnte aber auch sein, dass es ein paar Tag dauert bis ihr wieder was von uns hört.

Montag, 8. Oktober 2018

Tempel, mehr Tempel und noch mehr Tempel

Heute ist unser absoluter Tempeltag. Wir sind nach dem Frühstück in Richtung des ersten Tempels, der Elefantenhöhle Goa Gajah gestartet. Diese Elefantenhöhle hat nur bedingt viel mit Elefanten zu tun, da es auf Bali nie Elefanten gab. Aber der Fluss an dem sie liegt, wurde früher Elefantenfluss genannt. Diese Höhle geht vermutlich auf das 9. Jahrhundert zurück, wobei sie in der jetzigen Form wohl im balinesischen Königreich im 11. Jahrhundert gebaut wurde. Man vermutet, dass sie für spirituelle Meditation erstellt wurde, da es mehrere Meditationsnischen und 3 Schreine gibt. Um den Eingang der Höhle wurden viele Verzierungen in den Stein gemeißelt, wobei die meisten Fratzen sind und Dämonen fernhalten sollen. Um die Höhle herum gibt es einen hinduistischen Tempelkomplex, wobei im hinteren Teil auch buddhistische Stupas gefunden wurden und auch verschiedene Figuren darauf hindeuten, dass es erst buddhistisch war. Entdeckt wurde die Höhle übrigens 1923 von einem holländischen Archäologen. Der relativ große Bade- bzw. Reinigungskomplex direkt vor der Höhle wurde dagegen erst 1954 entdeckt und ausgegraben. Seit 1995 ist es auch ein Weltkulturerbe der UNESCO. Ein hinduistischer Tempel wurde an der Stelle auch bereits aufgebaut und derzeit wird die Reinigungszermonie durchgeführt, damit er wieder aktiv in Dienst genommen werden kann.

Der nächste Tempel war der Gunung Kawi Tempel oder auch die Königsgräber. Um dorthin zu gelangen, musste man erstmal 300 Treppenstufen bergab gehen. Da es nur einen Weg gibt, haben wir über den Rückweg lieber nicht nachgedacht. An den Königsgräbern angekommen, waren wir schwer beeindruckt. Dort sind mehrere in 7 Meter Hohe in Fels geschlagene Gräber, wobei an verschiedenen Seiten des dortigen Flusses König, Königin und 3 Königssöhne und auf der anderen Seite des Flusses vermutlich Konkubinen liegen. Leider sind nur noch 3 Tafeln lesbar und das war eben das Grab des Königs und zweier Kinder. Etwas entfernt gibt es noch ein weiteres Grab, in dem vermutlich ein Priester beerdigt ist. Zurück geht das alles ebenfalls auf das 11. Jahrhundert, was die Überlegung der in Stein gehauenen Gräber nochmals beeindruckender werden lässt. Auch hier gibt es natürlich einen hinduistischen Tempel, der bereits gereinigt und in Betrieb ist. Der Aufstieg der 300 Stufen lief überraschen gut, auch wenn das Klima uns zu schaffen macht. Das war in Singapur irgendwie nicht so schlimm.

Nur wenig entfernt ist dann eine weitere heilige Quelle Tirta Empul in einem Tempelkomplex. Hier dürfen auch ungläubige Waschungen und Reinigungen durchführen. Wir haben darauf verzichtet und uns lieber den Komplex angeschaut. Gut, da die Tempel alle relativ ähnlich aufgebaut sind, mussten wir nicht mehr lange darüber reden, welche Halle nun für die Opfergabenvorbereitung benutzt wird und welche für andere Aufgaben existiert. Dementsprechend sind wir recht zügig an der Quelle angekommen, die richtig schön in ein größeres Becken blubbert, bevor sie dann zu den Reinigungsbecken geleitet wird. Auch diese Anlage geht wieder auf das 10. Jahrhundert zurück. Direkt nebenan hat der 1. Präsident Indonesiens Sukarno anlässlich seines Besuchs in 1954 einen Palast errichten lassen. Derzeit wird dieser für wichtige ausländische Gäste verwendet. Auch nett.

Nun ging es noch in Richtung Gunung Agung, dem höchsten Berg Balis und einem aktiven Vulkan, um deren Krater derzeit eine 4km-Sperrzone eingerichtet ist, da der fröhlich vor sich hin raucht und im Juni und Juli auch etwas mehr gehustet und zum Teil Beeinträchtigungen im Flugverkehr gesorgt hat. Allerdings sind wir nur zum Pura Besakith, dem Muttertempel gefahren. Es ist DER Tempel für die hinduistischen Balinesen. Hier werden die wichtigsten Zeremonien abgehalten. Eigentlich ist es nicht ein Tempel, sondern viel mehr 23 Tempelkomplexe, die dicht bei einander sind, wobei es einen zentralen Tempelkomplex gibt. Es ist unklar von wann dieser Tempel ist, aber die ältesten Steinbasen ähneln megalithischen Stufenpyramiden, so dass man davon ausgeht, dass einige Tempelbasen bereits mindestens 2000 Jahre alt sind. Sicher ist, dass 1284 bereits hinduistische Rituale stattgefunden haben und im 15. Jahrhundert wurde es der Staatstempel der Gelgel-Dynastie (sagt Wikipedia ;-) ). Der war auf jeden Fall sehr beeindruckend und wir sind um den Zentraltempel und die der 4 Himmelsrichtungen herumgelaufen. Dabei haben wir viel über die Farbbedeutung der verschiedenen Himmelsrichtungen, den gewidmeten Göttern un ähnliches gelernt. Naja, eher erzählt bekommen und ich könnte nur noch einen Bruchteil erzählen. Insofern lass ich das lieber, bevor ich was falsches erzähle.
Was uns natürlich bei allen hinduistischen Anlagen auffällt und wo wir immer unwillkürlich zusammenzucken, sind die Hakenkreuze. Wenn ich mich recht entsinne, standen sie bei den NSDAP-Zeichen immer auf einer Spitze, während die hiesigen Verzierungen auf einer Kante stehen. Interessant in dem Zusammenhang ist übrigens, dass die Öffnungsrichtung der Haken anzeigt, ob es ein hinduistisches (S-förmiges) oder buddhistisches (Z-förmiges) Symbol ist. Jedenfalls ist das hier der Fall. Ob man das weltweit so sagen kann, weiß ich nicht. Jedenfalls ist es für mich befremdlich, wenn ich Leute mit fettem Hakenkreuz auf dem Shirt entgegenkommen sehe und die dann die offiziellen Angestellten des Tempels dort sind.


Von dort sind wir dann in unser Resort in Candidasa gefahren. Wir haben hier ein Appartement in einem ziemlich coolen Resort. Das Resort ist überall grün, es plätschert überall und der Pool ist dicht am Meer gelegen. Sandstrand gibt es nicht, da die Brandung zu stark ist und somit den Sand wegspült. Aber direkt oberhalb des Wassers gibt es ein Restaurant und viele Sitz- und Liegegelegenheiten, so dass man immer einen ziemlich coolen Blick hat. An der Ecke sind auch entsprechend Villen und Bungalows, die man mieten kann. Wo wir da so mit einem Cocktail in Wassernähe saßen, haben wir mal wieder festgestellt, wie gut man es sich hier gehen lassen kann.