Mittwoch, 6. März 2019

Von Lancelin nach Sydney

Heute war ein recht ereignisloser Tag. Wir haben in unserer Unterkunft in Lancelin unsere Klamotten wieder flugtauglich gepackt, ins Auto gepackt und uns auf den Weg nach Perth gemacht. Da wir recht viel Zeit hatten, haben wir einen Tourist Drive mitgenommen. Das sind diese Umwege für Touris, um mal ein bisschen was abseits der Hauptstraßen zu sehen. Dieser Weg führte wieder an die Küste und durch zwei Tourinester. Die sahen auf Anhieb ein bisschen größer aus als Lancelin. Ob sie aber wirklich mehr Essenswahl haben, haben wir nicht überprüft.

In Perth haben wir das Auto abgegeben, Koffer aufgegeben und in das Terminal gesetzt. Zwischendurch haben wir uns Kaffee geholt und ansonsten die Zeit mit Lesen verbracht bis unser Flug irgendwann boardete.

Kurz vorher gab es in dem lokalen Nachrichten diverse Warnungen bezüglich Sydney, dass ein schweres Gewitter mit Regen, Hagel und Sturm vor Ort wäre und man doch unbedingt drinnen bleiben möge.

Der Flug verlief erstaunlich ruhig dafür, dass kurz vorher unschönes Wetter hier lang geflogen ist. OK, bei der Landung hat man die Winde dann doch ordentlich gemerkt.

In Sydney mussten wir dann nur noch den Kilometer zum Hotel laufen. Morgen laufen wir den Weg wieder zurück, um unseren Mietwagen am Flughafen abzuholen.

Dienstag, 5. März 2019

Von Narrogin nach Lancelin

Wir haben heute den Teil südlich von Perth verlassen und sind nach dem Frühstück von Narrogin in die Pinnacle Desert gefahren. Die Fahrt führte zunächst wieder an vielen Feldern vorbei, bevor wir dann in den Speckgürtel Perths kamen. Dort hatten wir dann halt die typischen Vororte und zwischendurch sogar mal den Blick auf die Skyline. Im Prinzip sind wir aber dran vorbei gefahren. Nördlich von Perth hatten wir unglaublich viel Buschlandschaft. Es wurde auch stets und ständig vor den einheimischen Tieren gewarnt, aber gezeigt hat sich dann doch keins. Aber gut, lieber keins sehen als es direkt auf der Straße vor sich haben.

Nach guten 4 Stunden Fahrt sind wir dann auch endlich bei dem Besucherzentrum der Pinnacle Desert angekommen. Hier mussten wir durch unseren Nationalparkpass keinen Eintritt zahlen. Trotzdem haben wir einen Flyer bekommen, in dem die Kurzwanderung und die Rundfahrt beschrieben waren. So haben wir uns erst der Rundfahrt gewidmet. Man fährt mit seinem Auto etwa 4 km über Sandstraßen, die zwischen den Pinnacles markiert wurde. Die Straße ist dabei für normale Autos geeignet. Ansonsten wäre das auch ungünstig, denn ein Auto mit Allradantrieb haben wir nicht. Aber die Strecke soll ja auch für alle Touristen geeignet sein und somit haben sie da schon drauf geachtet, dass es normal befahrbar ist. Alle paar Meter gibt es Haltebuchten, damit man sein Auto abstellen und Fotos machen kann. Da für uns klar war, dass wir eh noch die kleine Wanderung machen, haben wir nur ein mal an einer Stelle gehalten, die von dem Wanderweg weiter weg ist. Nach der Rundfahrt haben wir geparkt und das gemacht, was wir eigentlich immer machen: Attraktionen erlaufen.
Wir sind also die 1,5km Wanderung durch die Pinnacles bei knapp über 30°C und sehr bewölktem Himmel gegangen. Dabei haben wir die Pinnacles und die Natur bestaunt. Die Pinnacles sind übrigens Fels-Pinökel, die in der Wüste dort so rumstehen. Sie sind mal größer, mal kleiner, mal dünner, mal breiter, aber im Endeffekt sind es sehr viele Felsnadeln, die da halt in der Wüste sind. Ganz spannend ist dass die Dinger auch unterschiedlich farbig sind und nicht nur das intensive Gold der Wüstensandfarbe haben. Im Windschatten einiger Pinnacles wachsen auch Pflänzchen, während andere nur umsandet sind. Direkt an die Wüste schließt aber auch das Buschland an, so dass es ein fließender Übergang ist.

Nach der Wanderung sind wir noch in das Besuchsinformationszentrum gegangen, um uns über die Pinnacles zu informieren. Da stand gegenüber unserem Besuch vor 10 Jahren nichts neues, aber es ist noch immer nicht klar, wie die Pinnacles entstanden sind. Es gibt mehrere Theorien, aber sicher ist man sich nicht. Vermutlich waren die Pinnacles auch bis voe kurzem, also ein paar hundert Jahren auch noch vom Sand verdeckt. Hier wandern nämlich Dünen und die Wüste immer so ein bisschen durch die Gegend und somit sind die Pinnacles noch nicht allzu lang dem Wind und Wetter ausgesetzt. Letztendlich werden sie aber auch irgendwann weg erodieren, sofern sie nicht wieder von Sand verschüttet werden.

Nach der längeren Fahrt, dem Spaziergang und den Infos hatten wir die Hoffnung auf ein leckeres Getränk im Café. Leider gibt es dort nur einen Kühlschrank, eine Tiefkühltruhe und einen kleinen Kaffeeautomaten. Also haben wir uns das geschenkt und sind zu unserem Unterkuftsort nach Lancelin gefahren.

Lancelin ist ein kleiner Küstenort, an dem man super (wind-)surfen können soll. Die Saison scheint aber sehr durch zu sein. Jedenfalls haben wir bei unserem Spaziergang durch den Ort das Gefühl gehabt, dass der Ort tot ist. Also ein paar Leute leben hier schon und der Dorfsupermarkt hat auch bis 19 Uhr geöffnet, aber die 4 anderen Geschäfte im Ortskern haben um 16 Uhr bereits geschlossen. Ebenso die Cafés waren dicht. Immerhin gab es zwei Lokale, die allerdings eine sehr ähnlich klingende Karte hatten und im Prinzip mit Pubessen zu beschreiben sind. Da wir bereits die letzten zwei Tage entsprechendes Essen hatten, haben wir es vorgezogen, mal die TK-Pizza auszuprobieren. Der Ofen hier in der Unterkunft funktioniert zwar merkwürdig, aber irgendwann war die Pizza gar und schmeckte gar nicht schlecht.

Insgesamt wirken die Orte, die wir an der Ostküste nach ähnlichen Prinzipien ausgesucht haben, schöner und essenstechnisch haben sie auch alle mehr zu bieten. Landschaftlich bietet der Südwesten von Western Australia allerdings auch sehr viel.

Morgen fliegen wir jedenfalls wieder an die Ostküste.

Montag, 4. März 2019

Von Hopetoun nach Narrogin

Heute lag erneut eine recht lange Fahrt vor uns und somit sind wir recht früh aufgestanden. Beim Frühstück haben wir festgestellt, dass wir vielleicht noch ein paar Sachen kaufen sollten, an die wir gestern nicht gedacht haben. Denn heute ist hier Tag der Arbeit und die Geschäfte hier auf den Dörfern wirken recht überzeugt davon, den Tag auch zu feiern. Der lokale Supermarkt in Hopetoun hatte aber geöffnet und somit sind wir erstmal dorthin gegangen. Mit Sachen und insbesondere mehr Wasser ausgestattet, sind wir dann die 2,5 Stunden nach Hyden gefahren.
Die Fahrt ist ziemlich unspektakulär, da man im Prinzip fast nur an Feldern vorbeifährt. Wenn der Weizen noch voll stünde, hätte man immerhin recht viel güldene Farbe, aber das macht die Ansicht auch nicht spektakulärer. So haben wir nur ein bisschen güldenen Rest als Stoppelfeld. Immerhin gehen die Felder nicht ganz bis an die Straße ran. Stattdessen gibt es immer einen paar Meter breiten Grünstreifen zwischen Straße und Feld. Ab und an kommt man auch an einer Stelle vorbei, wo groß angeschrieben ist, dass dort die native Vegetation wieder wachsen soll und dementsprechend wenig auf den Flächen gemacht wird. Zwischendurch kamen wir auch noch an ein paar Salzseen bzw. Salzflächen vorbei.

In Hyden angekommen, sind wir zum Wave Rock gefahren. Das ist ein Fels, der wie eine Wasserwelle geformt ist. Das sieht total großartig aus und macht richtig was her. Allerdings kann man die Felswelle nicht nur anschauen, sondern auch etwas über die Entstehung lernen und auf ihn raufgehen. Dort gibt es dann weitere Infos zu verschiedenen Sachen, die man im Stein oder der Umgebung sehen kann. Nach dem kleinen Rundweg auf dem Felsen sind wir dem Hippos Yawn-Schild gefolgt. Das ist ein kurzer Rundweg, der an einem Stein vorbeiführt, der aussieht als würde gerade ein Flusspferd gähnen. Auf dem Weg haben wir viel über die Flora und Fauna am Rande des Felsens gelernt und wie die Moose und Flechten zum erfolgreichen Baumwachstum beitragen. Freundlicherweise sind auch ein paar Echsen vorbei gekommen. Also eigentlich nicht nur ein paar, sondern ziemlich viele sind da ihrem Tagewerk nachgegangen. Jedenfalls glaube ich, dass es ihr Tagewerk war. Jedenfalls haben sie dort auf den Steinen gesessen, ihr prachtvolle Brust gezeigt und sind manchmal panisch davon gelaufen. Das sah total niedlich aus. Etwas weiter hat sich auch noch eine Tannenzapfenechse gezeigt. Die haben wir bisher sehr selten mal außerhalb von Gehegen gesehen. Vögel gibt es natürlich auch jede Menge.

Nun gab es noch einen Rundweg von 3,5 km Länge, der über die Historie der Gegend erzählt. Wir haben kurz unser Wasser am Wasserspender aufgefüllt, so dass wir 2 Liter Wasser dabei hatten und haben uns dann auf den Weg gemacht. Wie schon auf dem Felsen, war dieser Rundweg sehr sonnenbeschienen. Es gab zwar ein paar Bäume, aber die waren vom Weg ein wenig entfernt. Und wie es mittags nun mal so ist, steht die Sonne eher senkrecht und somit geben die Bäume auch nicht wirklich viel Schatten ab. Der Weg war spannend, da er an einem (fast trockenen) Salzsee vorbeiführte. Eigentlich gehört dort gar kein Salzsee hin, aber durch das Abholzen des Buschs zugunsten der Landwirtschaft, hat sich das Wasserverhalten geändert. So lange Busch da war, wurde das Wasser vor Ort gehalten und es ist weniger verdunstet. Nun lagert sich an vielen Stellen das alkalische Salz an und die Flora stirbt. Das ist natürlich ungünstig und so versucht man mit verschiedenen Projekten dem entgegen zu wirken. Allerdings steckt man da noch ziemlich am Anfang. Jedenfalls scheint sich auf dieser Salzwüste ein heideartiges Kraut recht wohl zu fühlen. Dazwischen stehen überall Baumgerippe und somit hat die Landschaft schon was eigenes. Die mit Wasser gefüllten Teile der Salzseen haben sehr spannende Farbe gehabt und sollen bei Sonnenauf- und -untergang ein tolles Farbspiel abgeben. Nach den 3,5 km waren die 2 Liter Wasser leer und wir waren doch etwas kaputt. Wir hatten nämlich laut Thermometer am Café-Eingang im Schatten 38°C. Auf dem Weg gab es keinen Schatten und so kann sich jeder ausrechnen, wie heiß es wohl gewesen sein mag. Im Café haben wir uns erstmal bei einem Eiskaffee bzw, eine Eisschokolade abgekühlt.


Nachdem wir nun also insgesamt fast 3 Stunden dort waren, sind wir die nächsten 2 Stunden Fahrt nach Narrogin angetreten. Die Fahrt war ähnlich spannend wie die Fahrt nach Hyden. Ist ja auch kein Wunder, denn das liegt alles im sogenannten Wheatbelt. Narrogin ist ein größerer Ort, der als Servicezentrum für die umliegenden kleineren Dörfer herhält. Größer heißt in diesem Fall etwa 5000 Einwohner. Die Innenstadt bietet wenig, wenn man nicht gerade Baumärkte, Landmaschinen oder Zubehör benötigt. Die Essensmöglichkeiten sind an sich schon nicht allzu reichhaltig und da heute ja ein Feiertag war, gab es immerhin 2 ganze Läden, die geöffnet hatten. Der eine Laden war ein Fast-Food-Ding im Stil von Kentucky Fried Chicken, der andere Laden war ein Pub. Also haben wir uns für Pubfood entschieden, was auch erstaunlich lecker war. Es gab sogar mal einen frischen Salat als Beilage dazu.

Ursprünglich wollten wir uns gar nicht so lange am Wave Rock aufhalten und stattdessen hier in der Nähe noch im Nationalpark wandern. Das passte nun zeitlich halt nicht mehr. Es werden auch Nachtwanderungen in dem Nationalpark angeboten, was bestimmt sehr großartig ist. Auch das war allerdings nicht möglich. Naja, morgen passt die Wanderung auch nicht rein, aber es wäre eine schöne Option gewesen, wenn es am Wave Rock nicht so viel gegeben hätte.

Sonntag, 3. März 2019

Von Mount Barker nach Hoptoun

Heute stand eine relativ lange Fahrstrecke an, wenn man bedenkt, dass man auch noch vielleicht etwas sehen möchte. Dementsprechend sind wir nach unserem üblichen Morgenkram direkt losgefahren. Von Mount Barker ging es erstmal nach Ravensthorpe. Das waren etwa 3 Stunden Fahrt über zum großen Teil schnurgerade Straßen. Gesäumt waren sie von rotem oder gelben Sand und daneben dann variierende Buschlandschaft. Mal waren es eher flache Sträucher, mal eher Bäume, die da am Rand standen. Dahinter war entweder mehr Busch oder alternativ abgeerntete Felder. Im Südwesten Australiens wird nämich neben Wein unglaublich viel Weizen angebaut. So abgeerntet sah das natürlich ziemlich traurig und öd aus. Trotzdem hat die Straße so ein bisschen ein Gefühl für das Outback vermittelt, nur mit dem Wissen, dass nach 100 Kilometern nicht nur ein Roadhouse kommt, sondern zumindest 5 Gebäude sind und dort dann auch Mobilfunkempfang ist.
In Ravensthorpe wollten wir eigentlich die Touri-Info besuchen. Die hat aber leider Sonntags geschlossen. Das ist für uns ein Novum hier, da Touri-Infos bisher immer geöffnet hatten, auch wenn sie am Sonntag früher Feierabend hatten. Nun gut, dann haben wir also nur getankt und sind die gute halbe Stunde von Ravensthorpe nach Hopetoun weitergefahren.

Hopetoun liegt direkt neben dem Fitzgerald River National Park und an der Küste. Groß ist der Ort nun auch nicht, aber es gibt einen Supermarkt, zwei Cafés, einen Pub und ein Motel. Und es wohnen hier auch ein paar Leute. Wir sind mittags angekommen und durften auch schon einchecken. Da wir noch ein paar Lebensmittel zum Frühstück brauchten, sind wir erstmal zum Dorfsupermarkt gegangen. Die haben heute nur sehr begrenzt geöffnet und somit sollte man das sofort erledigen. Dabei haben wir uns auch die Hauptstraße und die Küste angeschaut. Die Küste ist klasse, insbesondere da es ein kleine Landzunge zwischen zwei Buchten gibt. Dementsprechend kann man gucken, von welcher Seite der Wind und die Wellen gerade kommen und dann auf der anderen Seite baden gehen. Wir wollten allerdings nicht baden, sondern haben erstmal die Einkäufe zurück gebracht.

Wie eben schon erwähnt, liegt das Dorf direkt neben dem Nationalpark. Und im Nationalpark hat man oft die Möglichkeit ein bisschen zu wandern. So auch hier. Wir habe uns den Weg zum East Mount Barren ausgesucht. Der war in einem Flyer von der Parkverwaltung nett beschrieben. Als wir an dem Schild vor Ort standen, haben wir uns ein bisschen gewundert, da der Weg als schwierig klassifiziert war und für insgesamt 2,6 km (Hin- und Rückweg) 2-3 Stunden veranschlagt waren. Zunächst ging es über einen Holzsteg über die Botanik hinweg ein bisschen den Berg hinauf. Der Holzsteg mündete in einer Mischung aus Granit-Quarz-Fels und rutschigen Steinen. Rundherum war Botanik, die zwischen Hüft- und Kopfhöhe variierte. Und es ging konstant bergauf. Zwischendurch gab es dann zum Glück doch mal ein kleines Stück, das nahezu eben war, bevor es dann mit einigen Kletterpartien hinauf ging. Kletterpartie heißt hier übrigens, dass man halt so ein paar Felsbrocken hochkrabbelt. Und plötzlich standen wir oben und hatten einen hervorragenden Blick über den Nationalpark, die Küste und die weitere Umgebung. Das war absolut lohnenswert und genial. Noch toller dürfte das zur Walmigration sein, da man von hier oben gut auf das Meer schauen kann. Der Abstieg war ähnlich mühselig wie der Aufstieg, wobei die rutschigen Steinchen jetzt fieser waren. Wir sind aber wieder heil unten angekommen und können nun nachvollziehen, warum für den Weg mindestens 2 Stunden vorgesehen sind. Im Endeffekt ging es halt über 1,3 km gute 200 Meter hoch bzw. runter, wobei der Weg einfach beschwerlich ist.

Der Nationalpark hat übrigens auch eine besondere Bedeutung, da hier über 1800 Pflanzenarten existieren, wovon einige endemisch sind. Zusätzlich hat man hier auch Tiere wiederentdeckt, die bereits als ausgestorben gelistet waren. Auch gibt es zum Teil ganz eigene Arten. Vögel sollen sich hier auch sehr toll beobachten lassen. Wir haben zwar ein paar Vögel gesehen, aber auf uns wirkten sie nicht besonders. Allerdings haben wir auch keine wirkliche Ahnung.

Nach der Tour haben wir uns auf den Rückweg gemacht und noch einen Aussichtspunkt mitgenommen, wobei wir dort eigentlich nicht wirklich viel neues gesehen haben. Im Dorf angekommen, haben wir uns Essen gesucht und sind noch ein bisschen am Wasser spazieren gegangen.

Samstag, 2. März 2019

Von Denmark nach Mount Barker

Für den heutigen Tag hatten wir eine vergleichsweise kurze Route gewählt, da es in dieser Gegend einiges zu tun gibt. Nach dem obligatorischen Frühstück, Sachen packen und Kram ins Auto räumen, sind wir von Denmark erstmal in Richtung Frenchman Bay gefahren. Dabei haben wir nicht die schnelle Route genommen, sondern die etwas hübschere über Bornholm. Sehr passend irgendwie, dass Bornholm in der Nähe von Denmark liegt. Es sei allerdings hier angemerkt, dass die Stadt nicht nach dem Land benannt wurde, sonden nach einem Marinekollegen des Entdeckers, der mit Nachnamen Denmark hieß. Bornholm ist winzig und hat quasi fast nichts, aber wir sind ja auch nur hier langgefahren, weil der Ort passend war.

Eigentlich sind wir nicht zur Frenchman Bay, sondern zum Torndirrup Nationalpark gefahren. Dort gibt es 'The Gap' und 'Natural Bridge' als Gesteinsformationen, die wir uns gerne ansehen wollten. Vor Ort mussten wir auch zugestehen, dass sich das richtig lohnt. The Gap ist ein Spalt, in den Wasser selbst bei relativ ruhiger See mit ziemlicher Wucht reinknallt. Die Aussichtsplattform oberhalb liegt auch zum Teil so, dass man durch ein Gitter nach unten schauen kann. Und in diesem Spalt kocht das Wasser förmlich. Wir haben jedenfalls fast nur weiße Gischt gesehen und die kleinen Wellen spritzen richtig weit nach oben. Nicht umsonst wird dort gewarnt, dass man nicht die Plattform und Wege verlassen sollte. Die Aboriginies haben hier übrigens die Story, dass zwei Brüder auf den Spaltseiten standen. Einer war ein begnadeter Speerwerfer, der andere ein hervorragender Boomerangwerfer. Sie haben ein Duell gefochten und beide gleichzeitig ihre Waffen gegen den jeweiligen Bruder geworfen. Der Speer hat den einen Bruder durchbohrt, der Boomerang hat den anderen Bruder in den Rücken getroffen. Beide Waffen sind jeweils stecken geblieben und die Brüder in das Wasser gefallen. Der Bruder mit dem Boomerang im Rücken ist zum Hai geworden und der Boomerang ist die Rückenflosse, während der andere Bruder zum Stachelrochen wurde und nun den Speer mit sich trägt.
Ein kleines Stück weiter war dann noch die Brücke zu sehen, unter der es auch immer wieder mit ziemlicher Wucht hochspritzte. Und das wie gesagt bei ziemlich ruhiger See. Wir konnten uns gar nicht wirklich satt sehen an dem Spektakel.
Irgendwann haben wir uns aber doch losreißen können und sind zu einer ehemaligen Walfangstation gefahren. Das ist die Walfangstation, die als letzte ihrer Art in Australien geschlossen wurde. Sie ist vollständig erhalten und zu einem Museum umgebaut. Ein Walfangboot haben sie da auch zur Besichtigung liegen gehabt. Die Station hätten wir uns eigentlich gerne angesehen. Da man aber den Eintriit für die Attraktionen daneben, nämlich den Wildpark und Wildblumengarten mitbezahlen muss, war uns der Preis einfach zu hoch. Tickets für eine Sache gab es nicht. Ja nun, dann sind wir halt wieder in den Torndirrup Nationalpark gefahren und haben uns noch Blowholes angeschaut. Das sind die Löcher, in denen aich Gaseinschlüsse bilden und sobald eine Welle reinkommt, so ein Druck entsteht, dass eine Wasserfontäne hochspritzt und ein ähnliches Geräusch entsteht, wie ein Wal mit seinem Blas erzeugt. Wie eben schon geschrieben, war das Meer relativ ruhig, so dass die Fontänen mehr ein leichter Nebel war, der hochgeschleudert wurden. Das Geräusch war aber schon klasse. Und auch hier haben wir dem Meer eine Weile zugeschaut.


Da wir aber nicht den ganzen Tag nur dem Meer zugucken wollten, sind wir nach Albany weitergefahren. Albany ist der Ort, an dem die ersten Siedler Westaustralien betreten haben. Auch ist er für die ANZAC-Streitkräfte des ersten Weltkriegs sehr bedeutsam. Es gibt einen kleinen Rundweg durch die Stadt, der durch etwa 200 Jahre Geschichte führt. Für hiesige Siedlungsdimensionen ist das durchaus eine beachtliche Zeit. Für Aboriginies, die bis 50.000-70.000 Jahre hier wohnen, ist das dagegen natürlich nichts. Nur gibt es von denen auch leider wenig Funde. Und da die Häuser hier noch zum Teil rumstehen, ist das doch etwas zugänglicher. Die Stadt ist ganz niedlich und die Schilder waren auch informativ.


Der Tag war zum Glück noch nicht vorbei und so konnten wir uns dem Porongurup Nationalpark widmen. Dort gibt es einen Weg zum Castle Rock. Er führt durch einen Wald mit Marri, Karri, Jarrah und Yate-Bäumen und ist unglaublich hübsch. Also der Weg ist nur zum Teil hübsch, aber die Umgebung ist klasse. Man geht dabei konstant bergauf und hat nach 2,2 Kilometern etwa 300 Höhenmeter geschafft. Dort oben gibt es eine Plattform, die einem einen tollen Blick auf den Castle Rock und die Umgebung gibt. Gleichzeitig beginnt dort oben ein weiterer Weg, der allerdings wohlüberlegt sein will. Man muss über und unter Felsen klettern, wobei ein paar Haltegriffe in ziemlich großer Entfernung voneinander angebracht sind. Am Ende gibt es eine Leiter, die 7 Meter in die Höhe auf einen Steg führt. Dann ist man auf dem sogenannten Granite Skywalk. Für diesen Weg sollte man einen guten Gleichgewichtssinn und möglichst keine Angst vor Höhen haben. Im Prinzip war der Weg nicht weit, aber intensiv. Dafür wird man mit einem grandiosen Ausblick in alle Richtungen belohnt. Und ich kann bestätigen, dass man keine Angst vor Höhen haben sollte. Der Steg besteht aus einem Gitter und so kann man fröhlich SEHR weit nach unten gucken, wenn man denn runterguckt. Aber ansonsten gibt es ein vernünftig hohes Geländer oben auf dem Steg. Nur muss man den Weg dahin erstmal überstehen. Danach ging es die 300 Meter wieder hinab zum Parkplatz. Da wir etwas schneller waren als geplant, sind wir noch einem kleinen Informationspfad gefolgt, der über die Flora, Fauna und die Bedeutung dieser für die Aboriginies informiert hat. Zum Ende saßen bzw. hoppelten auch noch ein paar Kängurus rum. Die Einheimischen mögen uns zwar für bekloppt halten, aber das ist für uns jedes mal wieder süß.


Von dem Nationalpark sind wir dann nach Mount Barker in unsere Unterkunft gefahren. Nach einem kleinen Spaziergang durch Mount Barker (einen großen Spaziergang kann man hier auch eher nicht machen), sind wir Essen und zurück ins Motel gegangen. Der Ort hat ein paar Geschäfte, aber insgesamt ist er doch sehr überschaubar. Allerdings wirkt er ganz nett dabei. Wirklich lange müsste ich hier nicht unbedingt sein, auch wenn in der Umgebung einiges zu tun ist.

Freitag, 1. März 2019

Von Pemberton nach Denmark

Wir sind heute in Pemberton gestartet, um uns zunächst einen Nationalpark-Pass zu kaufen. Die Touri-Info hatte leider keine Pässe mehr da und hat uns zur nächsten Attraktion verwiesen, bei der man einen entsprechenden Pass kaufen kann. Also sind wir die 5 Minuten zum Gloucester Tree gefahren. Am Eingang stand bereits ein Bediensteter, der eine Tageskarte verkaufen wollte. Als wir meinten, dass wir gerne den Ferienpass hätten, hat er uns parken geschickt und gebeten zu ihm zu kommen. Es musste ein Zettel mit diversen Infos ausgefüllt und das Geld übergeben werden und schon haben wir einen hübschen Zettel bekommen, den man an den Rückspiegel hängen muss, wenn man in einem Nationalpark parkt. Dass Nationalparks hier Eintritt kosten, haben wir auch nur durch Zufall beim Lesen einer Broschüre mitbekommen und uns daraufhin mal informiert. Alle Nationalparks und einige Naturreservate (aber nicht alle) benötigen für die Zufahrt Eintritt. Wenn man nicht mit einem Auto, sondern z.B. zu Fuß kommt, muss man nichts bezahlen. Und es gibt Tickets, die für 24 h, 4 Wochen oder ein ganzes Jahr gelten. Bei den Jahrestickets wird dann auch zwischen lokalen und allen Parks noch unterschieden. Wir haben kurz überschlagen und festgestellt, dass sich das 4-Wochen-Ticket ab 4 Besuchen an unterschiedlichen Tagen lohnt. Auf Tasmanien muss man übrigens für die Nationalparks auch ein Ticket haben. Im Rest des Landes weiß ich es gerade nicht, wobei man am Uluru und im Kakadu Nationalpark auch eins hatte.

Zu dem Gloucester Tree wollten wir eh hin und somit war es praktisch, dass wir schon da waren. Der Baum wurde, wie 2 weitere Bäume in der näheren Umgebung auch, als Feuerausschauturm genutzt. Ganz früher durften Bedienstete mit einem Seil raufklettern, dort oben hocken und wenn sie Rauch gesehen haben, Bescheid geben, wo es brennt. Der Auf- und Abstieg hat damals etwa 6 Stunden gedauert, da sie bis auf über 50 Meter Höhe kletter mussten. Irgendwann hat man dann Stangen in den Baum getrieben und konnte nun so hochklettern. Und diese Kletterbäume stehen nun der Öffentlichkeit offen. Der Gloucester Tree ist der höchste hier. Man kann die einzelnen Sprossen bis nach oben hochklettern. Es gibt keine Sicherung und kein Netz oder ähnliches. Erstaunlicherweise gab es wohl noch keine Schwerverletzten oder Todesfälle. Danaben hängt auch nur ein Schild, das auf die verschiedenen Risken hinweist und bei bestimmten Wetterbedingungen davon abrät, den Weg zu unternehmen. Jeder ist im Endeffekt aber selbst verantwortlich. Das ist eh schön hier. Es gibt häufig Schilder, die auf gewisse Risiken hinweisen und auf denen draufsteht: Ihre Sicherheit ist unser Anliegen, aber Ihre Verantwortung.
Am Gloucester Tree gibt es auch noch kleine Spaziergänge durch den Karri-Wald und so sind wir lieber einem dieser Wege gefolgt. Der Wald war wunderschön, hat toll nach Eukalyptus gerochen und wir konnten diverse Vögel sehen. Besonders hübsch waren 2 Papageiarten.

Von diesem Baum sind wir zu dem Beedelup Wasserfall gefahren. Der liegt ebenfalls im Karri-Wald und wird in Broschüren angepriesen. Er ist bestimmt sehr hübsch, wenn mehr Wasser zur Verfügung steht. So war es mehr ein Wassertropf. Aber auch hier konnte man nette Wege gehen und so sind wir der Ausschilderung zum Durchgangsbaum (Walk Through Tree) gefolgt. Da Karris gerne mal an der Basis hohl werden, aber trotzdem noch weiterleben, hat sich hier ein Baum mit Durchgang entwickelt. Der war echt toll und der Weg war ebenfalls total klasse. OK, es hätten ein paar Bäumchen weniger auf dem Weg liegen können, aber so konnten wir unseren Vormittagssport realisieren.


Nun sind wir die 2 Stunden nach Walpole in das Tal der Giganten gefahren. Das klingnt ein bisschen hochgegriffen, aber sie haben durchaus Recht. Hier wachsen die Tingle-Bäume. Die gehören auch zu den Eukalyptusbäumen, wachsen aber nur hier. Und die werden bis zu 75 Meter hoch und bekommen einen Stammumfang bis zu 20 Meter. Besonders großartig ist hier, dass ein Baumwipfelpfad errichtet wurde, um die Bäume auch mal aus einer anderen Perspektive zu sehen. Das war genial. OK, der Weg ist natürlich ein bisschen wackelig gewesen, da der steg im Wind leicht wippt und natürlich auch die Bewegung der Menschen auf dem Weg entsprechend abgeleitet werden muss. Dabei sieht es hier so aus, dass es ein paar Plattformen gibt, die auf dem Boden stehen, während sämtliche Übergänge schwebend sind. Das ist schon eine geniale Konstruktion. Von dem Baumwipfelpfad geht es dann wieder auf den Boden zurück. Dort gibt es einen weiteren Weg durch viele dieser alten und großen Tingle-Bäume. Das war richtig lohnend. Und das Eis, das wir uns am Ende gekauft haben, war auch lecker. An diese Pfade ist auch noch direkt ein Entdeckungszentrum angeschlossen, in dem über alle möglichen Sachen hier, wie z.B. Buschfeuer, die Aboriginies und die Geschichte hier informiert wird.


Weiter ging es nun in Richtung Denmark, wobei wir vorher abgebogen sind, um der Küste noch einen Besuch abzustatten. Hier gibt es nämlich Elephant Rocks, die nett anzusehen sein sollten. Und ja, das sind sie. die Gesteinsformation sieht wirklich so aus als stünden mehrere Elefanten direkt nebeneinander. Direkt daran angeschlossen ist auch die Greens Pool Marine Reserve. Hier kommen die recht kräftigen Wellen aus der Antarktis an, werden an mehreren Steinen gebrochen, um dann ganz ruhig am Strand zu plätschern. Das ist unglaublich spanned, wie die Wellen gebrochen werden und das ruhige Wasser in der Bucht dann ein bisschen rumschwappt. Überhaupt sieht die Küster hier total spektakulär aus. Dort soll es laut Schildern auch für Schnorchler sehr viel zu entdecken geben. Nun haben wir kein Schnorchelequipment dabei und wollten auch lieber zu unserer Unterkunft nach Denmark, aber die Informationen über die zu sehenden Tiere, war schon interessant.


In Denmark haben wir dann in unsere Unterkunft eingecheckt. Da unsere Frühstücksutensilien zu neige gingen, sind wir erstmal zum Supermarkt gegangen, um im Anschluss dann Essen zu gehen. Auf dem Rückweg zum Motel konnten wir neben diversen Papageischwärmen auch noch 5 oder 6 Kängurus auf der Wiese neben unserem Motel beobachten. So kann man den Abend gerne ausklingen lassen.